Wird Boerse.bz von der GVU betrieben? Kommentar von Spiegelbest

Wurde die Boerse.bz seit 2011 von der GVU betrieben? Dies Frage muss sich stellen, wenn es stimmt, dass Samuel David K. mit der GVU zusammengearbeitet hat.

boerse.bz

Lars hat in seinem Beitrag über Boerse.bz von heute einige Gerüchte und Indizien zusammengetragen, die andeuten können, dass die Hausdurchsuchungen in einem viel größeren Zusammenhang gesehen werden können. Ich halte mich eigentlich lieber an Fakten – wie Durchsuchungsbefehle etc. – aber die Gerüchte können einfach nicht so stehen bleiben. Die Frage ist: Wenn sie stimmen, was kann das bedeuten? Ich betone ausdrücklich: Wenn sie stimmen …

Boerse.bz – viele Fragen, wenige Antworten

Causa Boerse.bz. Wenn die Behörden seit 2011 an Samuel David K. dran sind (wie von unserem Informanten impliziert), dann stellt sich die Frage, ob sie ihn erst 2014 gedreht haben oder schon 2011? Sorry, aber die Frage stellt sich. Und ich denke, wir sollten vernünftigerweise annehmen, dass er früh gedreht wurde. So schwierig ist es nicht, einen Samuel zu orten, der in der Szene gut und mit vollem Namen bekannt ist. Da reicht manchmal ein XING-Profil, manchmal weniger. Wenn die Gerüchte stimmen, dann wäre der Betreiber der BBZ (= Boerse.bz) seit 2011 ein Informant der GVU.

Damit wäre auch der Hack bei MyGully in einem anderen Licht zu sehen. In der Tat haben sich die Parteien zu einer Einigung unbekannten Inhalts zusammengefunden. Ich finde, nicht der Inhalt der Einigung ist interessant, sondern die Parteien, die diese Einigung erzielt haben. Wenn es stimmt, dass die GVU Samuel David K. gedreht hat, dann saß sie seit 2011 mit am Tisch. Schwer vorstellbar, dass MyGully nach dem Hack (Mitte 2010) zu alter Unabhängigkeit zurückgefunden hat. Das Portal wird weiter ‚kontrolliert‘ worden sein, erst von der BBZ, dann ab 2011 von BBZ/GVU.


Wen diese Schlussfolgerungen stören, der kann gerne bei der Annahme bleiben, dass Samuel David K. erst in 2014 umgedreht wurde. Er kann gerne Entwarnung geben. Nur können wir lebensnah nicht ausschließen, dass die GVU die Warez-Szene seit 2011 nicht nur beobachtet, sondern auch kontrolliert hat. Folgen wir dieser Möglichkeit, dann kommen wir dazu, dass nicht nur der VPN Hide.io von jOker/GVU gegründet und betrieben wurde, sondern auch OCHs (= One-Click-Hoster). Für die Verschwörungstheoretiker unter euch: Warum busted die GVU Bitshare/Freakshare und nicht Uploaded.to/Oboom!?

Ein Honeypot der GVU oder STA Köln?

Dies wäre aber klar ein Honeypot – bzw. mehrere. Wie kommt die GVU aus dieser Zwicklage heraus? Nun, mal rein theoretisch – wäre es nicht undumm, die während der Jahre 2011 bis 2014 bestehende Standleitung zu BBZ/MyGully abzuschalten und die erhobenen Daten in 2014 als Gesamtpaket legal in die Hände zu bekommen. Wie immer diese Übergabe vor sich gegangen ist, dürfen wir die Möglichkeit nicht ausschließen, dass wir einem abgekarteten Spiel zuschauen: illegal erhobene Daten werden ‚gewaschen‘.

Alles Gedankenspiele … Ich hatte es bereits gesagt.

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