Lenas Bioladen: Darknet-Drogenshop-Betreiber erhielten Anklage

Oberfränkische Cybercrime-Ermittler erheben Anklage gegen drei Verdächtige, die im Darknet-Shop Lenas Bioladen Drogen verkauft haben sollen.

Lenas Bioladen
Logo von "Lenas Bioladen" Bildquelle: Zentralstelle Cybercrime Bayern

Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern erhob Anklage beim Landgericht Memmingen gegen zwei Männer und eine Frau. Man wirft dem Trio vor, zwischen September 2017 und März 2020 den Darknet-Drogenshop „Lenas Bioladen“ betrieben zu haben.

Als Ergebnis zweijähriger intensiver Ermittlungsarbeit haben Beamte der Zentralstelle Cybercrime Bayern und der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberfranken (KPI/Z) zwei mutmaßliche Betreiber des Darknet-Drogenshops „Lenas Bioladen“ identifiziert. Es handelt sich hierbei um Männer aus Baden-Württemberg im Alter von 42 und 32 Jahren. Bereits am 21. Juli 2020 haben die Beamten im bayerischen Neu-Ulm und Reutlingen in Baden-Württemberg die beiden Männer verhaftet. An sie ergingen auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Untersuchungshaftbefehle wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Zudem mitangeklagt wurde nun die Ehefrau eines der beiden Männer. Die 34-Jährige soll dabei die Aufgabe einzelner Drogensendungen zur Post übernommen haben.

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Mit rund 9.000 Einzelverkäufen ca. 740.000 Euro verdient

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Den Angeschuldigten legt man bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last. Demgemäß sollen sie zwischen September 2017 und März 2020 unter anderem unter dem Verkäufernamen „Lenas Bioladen“ in 8.723 Einzelverkäufen mehr als 51 kg Cannabis-Produkte über drei Darknet-Handelsplattformen verkauft haben. Pro Werktag haben die Tatverdächtigen zwischen 16 und 48 Cannabisprodukte mit den Handelsnamen „Lenas Cheese“ oder „Lenas Hawaiian Snow“ an Käufer aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland arbeitsteilig auf den Postweg gebracht. Mit diesbezüglichen Geschäften verdiente das Trio etwas über 740.000 Euro.

Wegen dem Betäubungsmittel-Versand in erheblichem Umfang, auch über einen Briefkasten in Neu-Ulm, müssen sich die drei Tatverdächtigen vor dem Landgericht Memmingen verantworten. Zu den Anklagevorwürfen äußerten sie sich soweit bisher noch nicht. Das Gesetz sieht für das Vergehen eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren vor.

Spur von Lenas Bioladen führte anfangs nach Neu-Ulm

THC, CannabispflanzeCybercrime-Experten der KPI/Z Oberfranken wurden im Rahmen von Initiativermittlungen auf den Darknet-Onlineshop „Lenas Bioladen“ aufmerksam. Daraufhin nahmen die Ermittlungen infolge im Oktober 2018 ihren Anfang. Zunächst führte eine Spuren-Auswertung nach Neu-Ulm. Von hier aus sollen die Shopbetreiber ihre illegalen Waren verschickt haben.
Eine weitere Spur führte die Ermittler 2019 dann in den Alb-Donau-Kreis. Der Verdacht erhärtete sich dabei gegen zwei Tatverdächtige, die mutmaßlichen, gemeinsamen Betreiber von „Lenas Bioladen“. Am 21. Juli 2020 kam es anschließend zu Hausdurchsuchungen bei beiden Beschuldigten. Dabei haben die Beamten Verpackungsmaterial, Mobiltelefone, Computer, Speichermedien und Vermögenswerte, wie Bargeld und Bitcoin, sichergestellt.

Auch Kunden von Lenas Bioladen im Visier der Ermittler

Gemäß Spiegel-Informationen war „Lenas Bioladen“ auch auf dem 2019 vom Netz genommenen „Wall Street Market“ aktiv. Die Beschuldigten sollen sich dort ein Händlerprofil angelegt haben. Nicht auszuschließen seien infolge kommende Ermittlungsverfahren auch gegen Kunden von „Lenas Bioladen“, informierte der Spiegel.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.