KinoX.to: Avit schweigt zu allen Vorwürfen

Article by · 31. Oktober 2015 ·

kinox.to screenshot avit
Am gestrigen ersten Prozesstag kündigte der Verteidiger des Angeklagten an, sein Mandant werde sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, der Mann soll KinoX zeitweise als technischer Geschäftsführer mitbetrieben haben. Außerdem soll Avit aka Pedro diverse Mitbewerber unter den Streaming-Webseiten durch gezielte Hackerangriffe unter Druck gesetzt haben.

Am gestrigen ersten Prozesstag gegen einen der mutmaßlichen Mitbetreiber von KinoX.t gab Verteidiger Endrik Wilhelm vor dem Landgericht Leipzig zu Protokoll, sein Mandant werde sich im Verlauf der Verhandlung nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29 Jahre alten Mann gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen in mehr als 767.000 Fällen vor. Während Pedro aka Avit sich vor Gericht verantworten muss, läuft die illegale Streaming-Webseite ungehindert weiter. Das Online-Analysetool Similarweb geht von monatlich 35 Millionen Seitenzugriffen aus. Movie4k.to kommt sogar auf 39 Mio. page impressions pro Monat. Avit wird verdächtigt, eine Kopie der Daten von Kino.to besorgt zu haben, womit KinoX und Movie4k aufgebaut wurden. Anderenfalls hätte es Monate gedauert, die ganzen TV-Serien und Spielfilme bei den Streaming-Hostern hochzuladen. Dem Angeklagten wird nun von den Ermittlern vorgeworfen, er habe mit dem gehackten Backup der kino.to-Daten aktiv zum schnellen Aufbau der illegalen Streaming-Portale beigetragen.

Ein Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat gestern nach Medienangaben zunächst die 69 Seiten lange Angklageschrift über vier Stunden verlesen. Dem Angeklagten wird neben den Urheberrechtsverletzungen auch Nötigung, Computersabotage und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Avit wurde im Oktober 2014 in Nordrhein-Westfalen bei der KinoX-Razzia gefasst. Die Gebrüder Kastriot und Kreshnik Selimi haben sich offenbar frühzeitig abgesetzt, nach ihnen wird weiterhin mit internationalem Haftbefehl gefahndet. Seit Monaten fehlt von ihnen bis auf den Betrieb von Movie4k, KinoX und weiteren Foren und Portalen jede Spur.

Die Antipiraterie-Organisation GVU hat vor etwa einem Jahr ein recht interessantes Fact Sheet zum Thema KinoX zusammengestellt, welches man hier herunterladen kann. Das PDF über Movie4k ist hier verfügbar. Ansonsten schweigt sich die GVU seit dem Weggang von Pressesprecherin Ehlers ebenfalls komplett aus.

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2 Comments

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    Ichbins

    Aja … wegen Raubkopieren macht man Theater ohne Ende, aber wirklich WICHTIGE Probleme lässt man außer acht.


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