Kennen die Torboox-Hacker die Identität der Betreiber?

Im Quelltext von TorBoox steht aktuell: “Wir wissen, wer ihr seid!” Im verschlüsselten Teil hinterlegte man wohl die Identität der Betreiber.

Büchermikado: Fressen sich dE-Book-Piraterie, illegale e-book Szene Januar 2019

TorBoox: Nach dem Deface der “Real Warez Alliance” steht im Quelltext der Website “Wir wissen, wer ihr seid!” Der nächste Teil des Quelltextes ist verschlüsselt. Möglicherweise wurde dort die Identität eines oder mehrerer Betreiber von boox.to hinterlegt.


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Die Nachricht im Quelltest ist weiterhin zugänglich, sofern man die Website via TOR besucht ). Außerdem wird im Quelltext die IP-Adresse erwähnt, darum handelt es sich aber lediglich um den Proxy. Jemand kommentiert den Blogeintrag bei Spiegelbest: „Wenn die Boox.to wieder online ist die Ports abklopfen. Ist mit Sicherheit wieder aktiver FTP-Zugang mit Standardlogin. Feierabendprogrammierer am Werk.

boox.to weiterhin offline

Torboox-logoNoch immer bekommt man beim Aufruf von boox.to nur ein “Wartungsarbeiten! Wir kommen bald wieder :) Hier solange der neue Fitzek” zu Gesicht. Ist die Identität der Hintermänner wirklich bekannt, müsste es in den letzten Wochen zu einem Streit im Team oder mit Personen aus dem näheren Umfeld gekommen sein. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Hacker die Anschriften der Betreiber auf den Servern gefunden haben. Bei kino.to führte die Unzufriedenheit im Team dazu, dass ein Ehepaar zur GVU ging, um die Hintermänner zu verraten. Sie fühlten sich zu schlecht bezahlt und boten der GVU die Preisgabe der Identität der Betreiber an. Im Gegenzug erwartete man Strafmilderung und eine entsprechende finanzielle Entlohnung.

Datenbankfehler bei lul.to kein Hackversuch

library-genesisAuch Spiegelbest vertritt die Meinung, dass man den TorBoox-Hack sehr ernst nehmen muss. „Leute, es soll nicht unerwähnt bleiben, dass ihr einen der Höhepunkte der Warez Szene miterleben dürft.“ Natürlich gibt es noch immer die Konkurrenz unter libgen.info, bookza.org, avaxhome.cc, wowebook.com, lesen.to, boerse.bz, mygully.com, lul.to, ebookoid.com, ebookspender.me & Co. Der Datenbankfehler bei lul.to war offenbar kein Hack, das wurde mir heute erneut von den Betreibern von „Lauschen & Lesen“ per E-Mail mitgeteilt.

Dennoch werden die privaten und behördlichen Ermittler nicht immer das Glück haben, dass sich wie hier geschehen, die Szene selbst zerfleischt. In Deutschland werden jedes Jahr mehr E-Book-Reader benutzt, was mit einem steigenden Bedarf an legalen oder illegalen Downloads einhergeht. Auch im illegalen Geschäftsbereich steckt sehr viel Musik drin! Und immer wenn es um Geld geht, kommen schnell Neid und Missgunst ins Spiel!

Update:

Spiegelbest glaubt an keinen Streit innerhalb des Teams. Doch sein Posting ist sehr verwirrend. Er schreibt:

Angenommen „der Hack wurde von einem Außenstehenden begangen. Völlig absurd und auf der Hand liegend. Dann stellt sich die Frage, wem der Hacker dieses Rätsel stellt und warum es eines Rätsels bedarf.

Leute, dann wird es wirklich interessant …“

Kann das jemand mal bitte so wenig verschlüsselt wie möglich ausdrücken, damit ich es auch verstehe?

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Wer nach Alternativen zu Torboox sucht, wird hier fündig.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.