iZombie – Rezension der TV-Serie

Olivia “Liv” Moore war vor einer wilden Studentenparty auf einem Boot eine ganz normale, schüchterne und zielstrebige junge Frau. Ihr eigener Freund empfielt ihr, sich den Feiernden anzuschließen, was letztlich in einem Desaster mündet. Auf dem rauschenden Fest wird eine neuartige Droge verteilt, die alle Anwesenden in Zombies verwandelt oder aber durch ein Feuer um ihr Leben bringt. Das gilt auch für Liv, die in einem der Schlüsselszenen der Serie zum Leidwesen eines Sanitäters am nächsten Morgen ihrem eigenen gelben Leichensack entsteigt. Auf ihren Armen finden sich lediglich einige tiefe Kratzspuren. Ansonsten sieht auf den ersten Blick alles ganz normal aus. Das ist es aber nicht mehr. Olivia hat ihre braune Hautfarbe gegen eine Albinohaut und ihre modische Frisur gegen wasserstoffblondes Haar eingetauscht. Essen ist kein Vergnügen mehr, alles außer Gehirnmasse schmeckt für sie nach fadem Einheitsbrei. Satt wird sie außerdem nur, wenn sie sich vom Gehirn Dritter ernährt. Damit es ein wenig besser schmeckt, mischt sie Tabasco dazu.

Ihr Ex-Freund hätte ihr besser von diesem Drogen-Trip abraten sollen. Liv kann mit ihrem alten Leben, ihrer Familie und ihrem früheren Freund nichts mehr abgewinnen. Sie hat jedes Interesse an ihrem Leben verloren und kehrt ihrem Verlobten den Rücken zu. Das Studium bricht sie ab. Als Gerichtsmedizinerin verdient sie sich ihr Geld, schaut in ihrer Freizeit nur fern und kann seit vielen Monaten keine Nacht mehr ein Auge zutun. Ihr Leben hat keinen Sinn mehr. Dann plötzlich begegnet Olivia einem neuen Cop, der ihre Hinweise ernst nimmt. Während der Chef der Gerichtsmedizin, Dr. Ravi Chakrabati, versucht, ihre Infektion zu heilen, löst sie in jeder Folge von iZombie gemeinsam mit Detektive Clive Babineaux einen neuen Mordfall.

iZombie zeigt: Man ist was man isst.

Die Leichen der Opfer nicht nur zu untersuchen sondern auch ihr Gehirn zu verzehren, birgt nämlich einen erheblichen Vorteil: Liv kann Teile der Vergangenheit der Opfer “sehen“. Manchmal aber nicht immer sieht sie in ihren Visionen Bilder der Täter, kurz bevor die Person ermordet wird. Außerdem erbt sie durch den Verzehr der Hirnmasse die speziellen Fähigkeiten der Toten. So ist es durchaus von Vorteil, Rumänisch zu sprechen oder plötzlich ein Gefühl für Farben zu haben und ohne jede Ausbildung wie ein perfekter Künstler malen zu können. Neben der Lösung der Mordfälle wird die Geschichte rund um Liv Moore langsam aber stetig weiter erzählt. So gibt es seit der rauschenden Party andere iZombies, die ihre Fähigkeiten aber nur zum Maximieren ihres Vermögens ausnutzen. Sie infizieren unschuldige Dritte, um ihnen für viel Geld Gehirnmasse zu verkaufen, die sie so dringend benötigen. Diesem Treiben kann Liv nicht dauerhaft tatenlos zuschauen.

Fazit: Eine echt abwechslungsreiche erste Staffel auf Basis der gleichnamigen Comicserie, die witzig ist und zu unterhalten weiß. Vorher sollte man besser alles, was man jemals über Zombiefilme gelernt hat, vergessen. Dies ist eher eine Mischung aus einer spannenden Krimi- und einer spaßigen Comedy-Serie. Weder Rose McIver (Liv), Malcolm Goodwin (Detective Babineaux) oder Rahul Kohli (Dr. Chakrabati) sind einem bisher häufiger als Schauspieler in Serien oder Spielfilmen über den Weg gelaufen. Wie man sieht, kommt man auch ohne bekannte Schauspieler aus, eine gute Story vorausgesetzt.

Leider ist bei Netflix lediglich die erste Staffel verfügbar. Die zweite ist schon veröffentlicht, der Dreh von Staffel drei wurde bereits genehmigt. Die zweite Staffel wird in Deutschland seit dem 2. Juni dieses Jahres auf sixx ausgestrahlt, in den einschlägigen deutschsprachigen Streaming-Portalen sind bereits Links zu den Episoden beider Staffeln erschienen. Wer nach 26 Folgen nicht genug kriegen kann, muss sich aber noch ein wenig gedulden.

Beitragsbild: Cover der gleichnamigen Buchvorlage. iZombie, der Comic. Foto: Thwipster, thx! (CC BY 2.0)

 

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Ein Kommentar

  1. RosieIstDieBeste sagt:

    Von der Serie habe ich bereits die zweite Staffel gesehen und kann nur sagen, wem die erste gefällt, wird von der zweiten begeistert sein.
    Natürlich geht es auch hier nicht ohne die typisch amerikanischen durchgehend gut aussehenden und perfekt gestylten Charaktere mit ihrem super ‘hippen’ Lifestyle, und “total” lustiken Wortwitzen und “lol so nördig” Star Wars-Referenzen, wer aber darüber hinweg sehen kann, findet eine der besseren Serien aus dem amerikanischen Markt.
    Der Comic ist auch von DC und nicht von Marvel, vielleicht eine interessante Randnotiz für Leute, die nur auf die pure Hochglanz-Selbstbeweicherung von Marvel stehen.

    Ich schaue die Serie hauptsächlich, weil Rose McIver mit der Zombifrisur einfach mega scharf ist ;-)

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