Interview mit Wire: bitte Fragen, Feedback & Verbesserungsvorschläge einreichen

Article by · 17. Februar 2017 ·

 

Das Team von Wire (Messenger) ist zu einem Interview mit den Lesern von Tarnkappe.info bereit. Doch auch Euer Feedback und alle möglichen Verbesserungsvorschläge sind an dieser Stelle gefragt, damit die App in Zukunft noch besser wird. Wir kommen dem Wunsch der Macher nach mehr Feedback und mehr konkreten Verbesserungsvorschlägen gerne nach. Deadline für alle Einreichungen ist der 3. März 2017.

Eines steht fest: Wire hat viel Konkurrenz. Im Vergleichstest des Schweizer Vereins Digitale Gesellschaft landet die App im oberen Drittel, die Spitze führen allerdings Tox, RetroShare und Jabber (XMPP-Protokoll) inklusive OTR-Verschlüsselung an. Windows-User nutzen dafür Pidgin, auf dem Mac ist Adium für Jabber und andere Protokolle vorherrschend. Die kleinen wie großen kommerziellen Wettbewerber landen beim Vergleich der sichersten und nachhaltigsten Messenger alle weit unten. So auch Viber, WhatsApp, der Facebook Messenger oder beispielsweise Snapchat, was sich rein theoretisch auch zur reinen Kommunikation eignet.

Wire: Feedback & Verbesserungsvorschläge wanted!

Weil der Messenger so neu ist, haben viele Leser zuvor noch nie etwas davon gehört. Das würden wir gerne ändern und kamen aufgrund der vielen Reaktionen bei uns auf die spontane Idee, die Macher um ein Interview zu bitten.

Doch diese Aktion soll noch darüber hinaus gehen. Die Macher wünschen sich das ungefilterte Feedback der Nutzer. Jetzt mal ganz ehrlich: Was gefällt Euch an dieser App bzw. der Desktop-Version? Was könnte man besser machen? Bei uns fiel vor allem die im Vergleich zu anderen Programmen doch recht geringe Größe positiv auf. Auf Mac OS X müssen auf der Festplatte nur knapp 46 MB freigemacht werden, kleiner ist beispielsweise Telegram mit knapp 25 MB. Die meisten Messenger sind diesbezüglich weit hungriger, was den Arbeitsspeicher und die Festplattenkapazität betrifft.

Doch auch konkrete Verbesserungsvorschläge sind gefragt: Welche Funktionen fehlen bei dieser Software, damit sie Euch künftig noch besser gefällt? Und auch: Was könnte man schlichtweg besser lösen? Wo besteht Nachholbedarf im Vergleich zur Konkurrenz? Was würdet Ihr anders machen?

Die Entwickler werden Eure Ideen und Vorschläge auf jeden Fall zu Gesicht bekommen und hoffentlich auch beherzigen.
Der Einsendeschluss für alle Fragen, Euer Feedback und Eure Vorschläge ist der 3. März 2017. Wir haben schon die ersten Fragen erhalten, die wir auf diesem Weg schon mal als Inspiration vorab veröffentlichen möchten:

  • Warum fehlen in der Auflistung auf der hauseigenen Webseite von Wire so viele andere Clients, wie etwa Mumble, Tox etc. ?
  • Was ganz genau versteht der Anbieter unter den anonymen und nicht anonymen Daten? Wieso eigentlich diese Unterscheidung?
  • In welchem Zeitraum werden vom Hersteller „anonyme und nicht anonyme Nutzer-Daten“ abhängig von ihrer Herkunft gespeichert? Steht dies im Zusammenhang mit der juristischen Lage des jeweiligen Herkunftslandes, oder ist dies bei Wire einheitlich geregelt? Aus den AGB, Richtlinien zum Datenschutz etc. war dies nicht eindeutig zu entnehmen.
  • Findet eine Weitergabe dieser (anonymen bzw. nicht anonymen) Daten statt? Wenn ja, unter welchen Umständen und an WEN genau?
  • Wie will sich Wire in Zukunft finanzieren, sobald das Venture-Kapital aufgebraucht ist? Ganz ohne Einnahmen wird’s eben nicht gehen, auch Informatiker haben Hunger und Durst, oder?

 

Über weitere Fragen hier im Kommentarbereich, wie üblich auch in den Foren ngb.to und Szenebox.org, würden wir uns sehr freuen! Nach Ablauf der Deadline stellen wir alle Fragen zusammen und übermitteln sie dem Team von Wire.

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21 Comments

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    DANKE!!!

    Die Fragen sind jetzt raus:

    Wie oft wurde Wire bislang in etwa installiert? Welche Geräte dominieren dabei? Solche mit Android, iOS, Windows oder Mac OS X ? Welches Ziel habt ihr diesbezüglich vor Augen?

    Wie viele Personen sind an der Entwicklung dieser Software beteiligt? Wie viele Menschen arbeiten ansonsten für das Unternehmen?

    Gibt es eine Möglichkeit, sein Profil privat einzustellen? Bisher habe ich in der App dazu nichts gefunden und es stört mich schon, dass jeder meinen Account finden kann, ohne meine E-Mail Adresse/Telefonnummer zu kennen. Telegram hat dasselbe Problem und da kommt es gelegentlich auch zu Spam.

    Was leistet Wire technisch, was Retroshare, Jabber oder ein IRC nicht kann?

    Wieso muss man laut den AGBs von Wire die Rechte an allen Beiträgen, Fotos, Videos etc. abtreten? Was ist mit den Werken geplant?

    Die Wire Swiss GmbH ist in Zug registriert. Ist das aus datenschutztechnischer Sicht für (deutsche) Nutzer vorteilhaft? Von Threema (Schweiz) hieß es kürzlich, das Unternehmen prüfe aufgrund jüngerer politischer Entwicklungen alternative Standorte für ihre Server und ihr Unternehmen. Wie seht ihr dazu?

    Welches Finanzierungsmodell ist geplant, sobald das Geld der Risikokapitalgeber aufgebraucht ist?

    Wie will ein Unternehmen Geld verdienen wenn nicht mit dem Verkauf der Nutzerdaten oder mit Werbung? Heute ist nichts mehr kostenlos, überall ist ein Haken dran. Zum Beispiel Discord finanziert sich über deren „Nitro“ Programm und Merchandise. Vielleicht wäre das auch was für Wire?

    Thema Metadaten: sind die auch verschleiert? Geht das überhaupt, bei Wire komplett anonym aufzutreten?

    Warum bekommt man ein Hintergrundbild bei der Installation und Nutzung aufgezwungen?

    Kann ich verschlüsselte Gespräche später auch backuppen? Ist dafür heutzutage immer eine Cloud notwendig?

    Mich würde vor allem die Frage mit der Weitergabe der Daten an Dritte interessieren. Aber ich frage mich trotzdem, welche Daten sie weitergeben könnten, wenn doch alles verschlüsselt ist?

    Muss ich als Nutzer befürchten, dass Wire, ähnlich wie Skype, im Erfolgsfall später an Microsoft oder an eine andere Datenkrake verkauft wird?

    Warum tritt man in das Geschäftsfeld Messenger ein, wo es schon so viele Wettbewerber gibt? Hat Whats App inklusive dem Facebook Messenger dort nicht schon ein Quasi-Monopol aufgebaut?

    Glaubt ihr, die Nutzer würden für ihren Datenschutz und Sicherheit auch künftig bezahlen, wo es im Internet heutzutage doch alles umsonst gibt?

    Sind die Behörden schon an die Firma herangetreten, um Informationen zu erhalten? Wie sieht das in der Schweiz rechtlich aus? Gibt es, ähnlich wie bei Posteo, einen jährlichen Transparenzbericht von Wire? Oder ist dieser geplant?

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    Schupo

    Hallo Zusammen, nachfolgend noch meine Fragen und Wünsche:
    – Ich würde gerne für die App bezahlen in dem Wissen, dass Wire dadurch ein mir bekanntes und verständliches Geschäftsmodell hat und meine , sei es auch nur Metadaten, nicht gewinnbringend veräußern muss
    – Opt-in für eine Statusanzeige der Kommunikationspartner (ist er/sie online?)
    – Für die Darstellung der Dialoge in der App und im Browser einen weitere Modus anbieten in der Art, wie es z.B. bei Threema angeboten wird
    – Notification bei der Desktop-App verbessern, z.B. dass ich bestimmen kann ob ein Benachrichtigungsfenster erscheint und ob es sich automatisch nach einer bestimmten Zeit schliesst oder von mir manuell geschlossen werden muss.
    – Die Desktop und Browser-App *unbedingt* beibehalten
    – Server-Standorte: präzise kommunizieren, wo die Server bzw. die Cloud beheimatet sind, in welchem Land/Länder der EU?

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    R. Unsinn

    Hallo,

    ich würde mir noch einen „Kanarienvogel“ wünschen. Hier geht es schließlich um das Vertrauen der Nutzer und da hat sich diese „Einrichtung“ mehrfach bewährt.

    Danke

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    Mike

    Hallo Lars,

    die c’t schreibt in Ausgabe 5/2017, Seite 118:
    „Eingehende Anrufe warfen im Test bestehende Verbindungen ohne Vorwarnung raus.“

    Ich würde Wire gern auch zur Telefonie verwenden um Skype abzulösen (gutes Argument es auch „der Masse“ schmackhaft zu machen). Solange die von der c’t beschriebenen Probleme und Unzulänglichkeiten allerdings bestehen, wird das leider nicht möglich sein.

    Auch würde mich interessieren:
    Die Wire Swiss GmbH ist in Zug registriert.
    Ist das aus datenschutztechnischer Sicht für (deutsche) Nutzer vorteilhaft?
    Von Threema (Schwyz) hieß es kürzlich, wenn ich mich nicht irre, das Unternehmen prüfe aufgrund jüngerer politischer Entwicklungen alternative (Server-)Standorte.

    Viele Grüße!

    Mike

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    godlike

    Was mir fehlt? Die Kontakte Der Rest ist mir eigentlich egal. Ich will ja kommunizieren und das ist Momentan schwer mit 3 Kontakten. Davon 1 Bot und einen den ich nicht kenne Ihr müsst es schaffen das halt mehr den Dienst nutzen was schwer wird da wohl 80% nicht so viel Wert auf Datenschutz geben. Hauptsache man kann Bilder, Videos und Sprachnachrichten senden…

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    alter_Bekannter

    Ich mach es mal etwas spezifischer: Warum glaubt ihr das euer Marketing leistungsfähiger ist, als das von Facebook?

    Oder für anderes Publikum:
    Was leistet Wire technisch, was Retroshare nicht kann?
    Oder Jabber?
    Oder IRC?

    Ich sehe eure Nische nicht, und den Bereich habe ich wohl jetzt hinreichend definiert.
    Da kommt der Zynismus wieder hoch. Die Sachen werden nicht aufgelistet weil sie dann im Vergleich scheisse abschneiden.

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    AN00BIS

    Was mir noch fehlt ist die Möglichkeit einen PIN zu setzen, welcher beim Öffnen der App bestätigt werden muss. Telegram, Signal und Threema haben diese Funktion.

    Gibt es eine Möglichkeit, sein Profil privat einzustellen?
    Bisher habe ich in der App dazu nichts gefunden und es stört mich schon, dass jeder meinen Account finden kann, ohne meine E-Mail Adresse/Telefonnummer zu kennen.
    Telegram hat das selbe Problem und da kommt es gelegentlich auch zu Spam.

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      R. Unsinn

      Hallo,

      die PIN-Idee finde ich sehr gut. Dies als Option wählbar ist sicherlich ein Zugewinn an Privatheit!!

      @“es stört mich schon, dass jeder meinen Account finden kann, ohne meine E-Mail Adresse/Telefonnummer zu kennen.“

      Ich kann mich irren (benutze Wire via PC), aber deinen Nutzernamen muss man schon kennen um einen Kontakt herzustellen?!

      Grüße,
      R. Unsinn

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      R. Unsinn

      Hallo,

      eine optionale Möglichkeit einen PIN setzen finde ich absolut top!

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      Bazon

      Einen PIN als opt-in finde ich auch sehr sinnvoll.

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    Sven Braner

    Hi,
    ich würde mir wünschen, dass Wire ein BenachrichtiungsFarbSignal, wie es Whatsapp + Threema machen, auch anbietet.
    Eine bessere Kennzeichnung beim Suchen von Personen, wenn diese in den eigenen Kontakten enthalten ist.

    Eine besondere Kennzeichnung von Favoriten bei den Kontakten.

    LG
    SB

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    Antonia

    In den meisten mir bekannten Chats, wie Whats App oder auch bei Telegram kann man erkennen, ob der Chatpartner die gesendete Nachricht gelesen hat. Das würde ich mir auch bei Wire wünschen.

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      R. Unsinn

      Aber bitte nur optional – sonst können stressig veranlagte Sender nerven!!

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      Bazon

      Bloß nicht, wenn es unbedingt sein muss dann als opt-in. Habe schon zwei Beziehungen in meinem Umfeld u.a. an der teuflischen Frage warum nicht gleich geantwortet wurde scheiten sehen…

      Wenn es die Funktion gar nicht erst gibt, gibt’s darum auch keine Diskussionen. Daher wäre es mir am liebsten das wird gar nicht eingeführt, zumal es bei Wire nicht zuletzt um sparsamen Umgang mit Daten gehen soll. Und der Verzicht auf solche Benachrichtigungen verringert die anfallenden Daten!

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    soises

    Ein Account auf mehreren Geräten nutzen und ohne Zwangsabfrage nach einer eMailadresse

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    Fred Perry

    Was MZ sagt, ich denke das ist die wichtigste Frage:
    welches Finanzierungsmodell ist geplant sobald das Geld der Risikokapitalgeber aufgebraucht ist.

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    Wie will ein Unternehmen Geld verdienen wenn nicht mit dem Verkauf der Nutzerdaten oder Werbung? Heute ist nichts mehr kostenlos, überall ist ein Haken dran. Zum Beispiel Discord finanziert sich über deren „Nitro“ Programm und Merchandise. Vllt. wäre das auch was für Wire?

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    mark kraus

    Thema Metadaten; sind die auch verschleiert? geht das überhaupt bei wire anonym aufzutreten?

    Warum bekommt man ein Hintergrundbild bei der Installation & Nutzung aufgezwungen?

    Kann ich verschlüsselte Gespräche später auch backuppen? Ist dafür heutzutage immer eine Cloud notwendig?

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    irrelevant

    Mich würde vor allem die Frage mit der Weitergabe der Daten an Dritte interessieren. Aber ich frage mich trotzdem, welche Daten sie weitergeben könnten, wenn doch alles verschlüsselt ist?


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