Helix-CEO bekennt sich der Geldwäsche von 300 Millionen Dollar in BTC schuldig

Der Betreiber des Bitcoin-Mixing-Dienstes Helix bekennt sich schuldig, mehr als 300 Millionen US-Dollar gewaschen zu haben.

Helix Bitcoin-Mixer
Bildquelle: RoneDya

Larry Dean Harmon, 38, aus Akron, Ohio, der inhaftierte ehemalige CEO des Darknet- Bitcoin-Mixing-Dienstes Helix, bekannte sich am Mittwoch vor dem US-Bezirksgericht für den District of Columbia der Geldwäsche-Vorwürfe schuldig. Er gestand, mehr als 300 Millionen US-Dollar gewaschen zu haben, während er den Darknet-basierten Bitcoin-Mixing-Dienst Helix betrieben hat, teilte das US-Justizministerium mit. Harmon erklärte vor Gericht, dass er plane, mit Bundesbehörden zusammenzuarbeiten.

Bereits im Februar 2020 haben US-Bundesstaatsanwälte den Betreiber von Bitcoin Mixing Service Helix und der Darknet-Suchmaschine Grams wegen Geldwäsche angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, Bitcoins im Wert von 311 Millionen US-Dollar gewaschen zu haben. Argumentierte Harmon in früheren Gerichtsverhandlungen noch, dass Bitcoin kein Geld sei und er infolge nicht wegen Geldwäsche angeklagt werden kann, sah dies die Vorsitzende Richterin Beryl A. Howell anders. Sie lehnte dieses Argument ab.

Larry Dean Harmon, der 38-jährige CEO vom Bitcoin-Mixing-Service Helix, betrieb neben Helix auch die Darknet-Suchmaschine Grams, eine Bitcoin-Nachrichtenseite namens Coin Ninja und das Krypto-Wallet Dropbit. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft soll Harmon zumeist im Auftrag von Kriminellen Kryptowährungen im Wert von über 311 Millionen US-Dollar gewaschen haben. Zudem hat man Harmon beschuldigt, ein nicht lizenziertes Geldüberweisungsgeschäft zu betreiben und Geldüberweisungen ohne Lizenz durchzuführen.

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Harmon räumte Zusammenarbeit mit Darknet-Markets ein

Harmon gab aktuell zu, dass Helix mit mehreren Darknet-Märkten zusammengearbeitet hat, darunter AlphaBay, Evolution, Cloud 9 und anderen, um Bitcoin-Geldwäschedienste für Marktkunden anzubieten. Auch Lucky von DiDW gab uns über einen Mittelsmann an, Helix by Grams Bitcoin Mixer benutzt zu haben.

Insgesamt bewegte Helix zwischen Juni 2014 und Dezember 2017 über 350.000 Bitcoin, im Wert von über 300 Millionen US-Dollar zum Zeitpunkt der Transaktionen, im Auftrag von Kunden, wobei das größte Volumen aus den Darknet-Märkten stammte. Harmon bestätigte ferner, dass er im Auftrag von Darknet-Anbietern und Marktplatzadministratoren solche Bitcoins gewaschen hat, die durch illegale Drogenhandelsdelikte auf diesen Darknet-Marktplätzen generiert wurden.

Steven M. D’Antuono, stellvertretender Direktor vom Washington Field Office des FBI, führte an:

„Das heutige Schuldgeständnis zeigt das Engagement des FBI, die Kryptowährungs-Geldwäschenetzwerke zu infiltrieren und zu schließen, die cyberkriminelle Unternehmen unterstützen.“

Mixerdienste sollen Bitcoin-Anonymität garantieren

Kryptowährungen, wie der Bitcoin (BTC), verfügen mit ihrer Blockchain über ein öffentlich einsehbares Register bezüglich der Transaktionen. Damit sind alle Geldflüsse sogar noch Jahre später, für jeden nachvollziehbar. Zumindest kann man sehen, welche Wallet-Adresse Kryptowährung an eine andere Adresse transferiert hat.

Mixerdienste versprechen, dass nach Überweisung des gemischten Betrages an die gewünschte Adresse, keinerlei Verbindung mehr zwischen der ursprünglichen Transaktion und dieser Adresse bestehen würde. Die Anonymisierung erreicht man gewöhnlich, indem man u.a. eingezahlte Krypto-Guthaben mit denen anderer Nutzer vermischt.

Helix war ein Anonymisierer, auch genannt Mixer oder Tumbler, für Bitcoin-Guthaben. Dieses Portal konnte man nur über das Tor-Netzwerk benutzen. Helix kooperierte eng mit der Darknet-Suchmaschine Grams. Bei Helix hat man jedoch eingezahlte Beträge gegen „unberührte“ Bitcoins ausgetauscht. Diese hat man im Anschluss zeitverzögert, sowie in zufälligen Teilbeträgen, auf die hinterlegte BTC-Wallet-Adresse ausgezahlt.

Anfang Oktober 2020 erklärte das US-Justizministerium, dass Bitcoin-Mixer, wie Helix, unter den Bank Secrecy Act von 1970 fallen. Demgemäß sind Finanzdienstleister dazu verpflichtet, bei Transaktionen von 10.000 Dollar oder darüber, Informationen über die Beteiligten zu erheben. Beim Verdacht auf Geldwäsche, Steuerbetrug oder andere kriminelle Handlungen sind sie dazu angehalten, die US-Behörden darüber zu informieren.

FinCEN: Strafe über 60 Mio. USD gegen Helix-CEO

Ein solcher Verstoß gegen die Bankenrichtlinien rief auch Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) auf den Plan. FinCEN verhängte im Oktober letzten Jahres eine Zivilgeldstrafe in Höhe von 60 Millionen US-Dollar gegen Larry Dean Harmon. Die zivilrechtliche Geldstrafe hat man für den Verstoß gegen das Bankgeheimnisgesetz (BSA) und seine Vorschriften beim Betrieb von zwei Diensten als nicht registrierte Gelddienstleistungsunternehmen (MSB) verhängt.

Die US-Regierung fordert zudem die Beschlagnahme von drei Immobilien, die Harmon in Ohio besitzt. Als Teil seines Plädoyers stimmte Harmon auch dem Einzug von mehr als 4.400 Bitcoin zu. Das entspricht einem Wert von über 200 Millionen US-Dollar zu den heutigen Preisen. Das Datum der Verurteilung von Harmon steht noch nicht fest. Allerdings drohen Harmon bis zu 20 Jahre Gefängnis plus weiteren Geldstrafen.

Tarnkappe.info

Antonia Frank

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.