HBO Max expandiert und wirbt indirekt für VPN-Anbieter

HBO Max soll bis Ende 2021 in 60 Nationen starten, nur halt in Deutschland nicht. In den USA wird das Programm kostenlos verfügbar sein.

In Pocket speichern
HBO Max
Bildquelle: HBO Max

Kürzlich kündigte man auf einer Investorenkonferenz von AT&T den weltweiten Ausbau von HBO Max an. Das Abo soll in den USA werbefinanziert sein und somit umsonst. Eine deutlich günstigere Variante des herkömmlichen Abomodells soll es in vielen Ländern schon im Laufe dieses Jahres geben. So auch in Europa, nur eben nicht in Deutschland. Damit wirbt man für die Nutzung von VPN-Anbietern, ob man will oder nicht…

HBO Max demnächst in 60 Nationen verfügbar

Paramount+

Auf dem AT&T’s Analyst & Investor Day gab das Unternehmen kürzlich bekannt, dass man bis zum Jahr 2025 120 bis 150 Millionen Abonnenten weltweit anpeilt. HBO Max soll deutlich günstiger als bisher sein, dafür müssen die Kunden Werbung über sich ergehen lassen. Für den US-Markt ist sogar ein kostenloses und somit rein werbefinanziertes Modell geplant. Bis Jahresende soll HBO Max in 60 Nationen ausgerollt werden. Ob man zum günstigeren Tarif dann auch auf alle Inhalte zugreifen kann, ist noch nicht klar. Unklar ließ man die Zuhörer auch, in welchen EU-Ländern der neue Streaming-Dienst eingeführt werden soll. In den USA gibt es schon jetzt das neue Paramount+, was ebenfalls kostenlos ist.

Sky Deutschland besitzt die Exklusivrechte

Hierzulande ist HBO bekannt für selbst produzierte TV-Serien wie Game of Thrones, Westworld, True Detective oder die bei uns im Forum besprochene Miniserie Chernobyl. In Deutschland wird die Einführung von HBO Max noch länger auf sich warten lassen. Grund dafür ist ein im Oktober 2019 unterzeichneter Exklusivertrag. Demnach besitzt Sky Deutschland hierzulande die exklusiven Ausstrahlungsrechte am Material von HBO. Wann der Vertrag ausläuft oder eine Verlängerung geplant ist, gab man hingegen nicht bekannt.

HBO Max wirbt ungewollt für VPN-Anbieter

hbo max logo

Die Neuigkeiten der AT&T Investorenkonferenz dürften für das deutsche Publikum dennoch von Interesse sein, weil man dem Sender mittels eines VPN vortäuschen könnte, die IP-Adresse eines anderen Landes zu besitzen. Das geht auch mittels eines Smartphones, auf dem man eine VPN App installiert. In dem Fall könnte man das Programm von HBO Max & Co. dennoch empfangen.

Besonders spannend wäre natürlich die Ausstrahlung der kostenlosen Variante aus den USA. In dem Fall müsste man einfach einen der zahlreichen US-Server seines VPN-Dienstes auswählen. Unser VPN-Test aus dem Vormonat zeigt, dass manche Streaming-Anbieter versuchen, sich dagegen aktiv zur Wehr zu setzen. Apple TV+ hat bislang gar keinen VPN-Schutz implementiert. Bei Disney+ läuft das Programm auch zumeist problemlos. Netflix schützt ebenfalls seine Streams. Doch zumindest bei hide.me hat man es verstanden, diesen erfolgreich zu umgehen.

Umfangreichere Probleme gab’s bisher überall bei Amazon Prime Video. Bisher konnte keiner der VPN-Anbieter deren Protection aushebeln. Sobald man sich dort mit einem VPN einen Film anschauen will, hindert man einen daran. Welcher Schutz bei HBO Max implementiert sein wird, bleibt ebenfalls noch abzuwarten.

Disney

Lesen Sie auch

Viele verschiedene Streaming-Anbieter = mehr Piraterie!

vpn

Für die Online-Piraten ist es ohne Frage von Vorteil, wenn sich der Markt noch weiter aufteilt. Bei so vielen verfügbaren Streaming-Anbietern wird niemand das viele Geld investieren wollen, alle zu buchen. In der Folge landen die Zuschauer vermehrt bei illegalen Serien- und Kino-Portalen, die das komplette Material anbieten und dafür keine Gebühr erheben.

Jeder weitere Konkurrent wird das Publikum somit automatisch dazu bringen, vermehrt illegale Inhalte zu nutzen. Daran werden wohl auch die neuen DNS-Sperren auf Dauer wenig ändern können.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.