Getty Images kauft Unsplash – „kein Abschied“ vom Geschäftsmodell?

Getty Images übernimmt die Fotobibliothek Unsplash. Am derzeitigen Geschäftsmodell ändere das aber nichts, gaben die Unternehmen bekannt.

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Bildquelle: Shatov

Getty Images steht kurz vor dem Kauf der Foto-Community Unsplash. Naturgemäß befürchten Nutzer nun einen Kurswechsel oder eine Änderung des Geschäftsmodells. Das für User gänzlich kostenlose Bilderportal werde aber weiterhin als eigenständige Marke und Abteilung von Getty Images betrieben.

Gründer: Unsplash bleibt Unsplash

„Es ist kein Abschied“, beginnt Gründer Mikael Cho seine Nachricht an die Community. „Dies ist keine dieser Tech-Akquisitionen, bei denen das Unternehmen gekauft wird, um es zu schließen“, versichert Cho. Das gesamte Personal von Unsplash, einschließlich der Gründer Mikael Cho, Luke Chesser und Stephanie Liverani, bleiben trotz des Verkaufs und entwickeln die Plattform weiter.

Es ändere sich zudem nichts am aktuellen Modell, das kostenlose Inhalte garantiert. Unsplash arbeite wie bisher mit demselben Team, derselben Website und derselben Community weiter. Nach Bekanntgabe der Nachricht war die Getty Images-Übernahme Gegenstand lebhafter Diskussionen im Internet. Daran werden wohl auch Chos Beteuerungen nichts ändern.

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Mehr Ressourcen, neue Visionen

Unsplash sieht die einzige Änderung darin, dass das Team nun Zugang zu den Ressourcen und dem Fachwissen von Getty Images hat. Das trage dazu bei, „die Pläne zum Aufbau der weltweit nützlichsten Bibliothek für visuelle Ressourcen zu beschleunigen.“ Man habe „Wege identifiziert“, wie beide Unternehmen „gemeinsam schneller wachsen, mehr mit Marken zusammenarbeiten und viel mehr Möglichkeiten für kreative Talente schaffen können“. Die Höhe des Verkaufsbetrags verrieten die beiden Firmen dabei nicht.

Nach Angaben von Getty Images steht der Vertrag unmittelbar vor der Unterzeichnung. Es handelt sich offenkundig nur noch um Formalitäten. Unsplash erklärte des Weiteren, man habe Gespräche mit Getty Images bereits vor einigen Jahren aufgenommen. Anfangs hätten die Betreiber jedoch ihre Zweifel gehabt, da das Geschäft der US-amerikanischen Fotoagentur größtenteils auf dem Verkauf von lizenzierten Fotos basiert. In weiteren Gesprächen seien jene Zweifel beseitigt wurden.

Unsplash und Getty Images – Bilder als Geschäftsmodell

Unsplash begann im Jahr 2013 als Blog auf Tumblr und bietet heute mehr als 2 Millionen kostenlose hochwertige Bilder. Nach eigenen Angaben wurden ab 2021 Bilder von der Plattform mehr als 2 Milliarden Mal heruntergeladen, die Fotos sehen etwa 300 Millionen Menschen pro Monat. Die Fotobibliothek ist vor allem für diejenigen eine Alternative, die kostenlos an hochwertige Bilder gelangen wollen. Getty Images besitzt derweil eine der größten Bilddatenbanken der Welt. Insgesamt verfügt die Agentur über eine Sammlung von mehr als 425 Millionen Bildern und Videos, die aber im Gegensatz zu Unsplash nur gegen Geld erhältlich sind.

Zudem gilt Getty Images langfristig innerhalb Deutschlands als eine der aktivsten Bildagenturen, wenn es um das Thema Abmahnungen geht. Sobald jemand ein Werk aus ihrer Datenbank benutzt, muss die Person aus dem Impressum den baldigen Empfang einer hochpreisigen Abmahnung von einer bekannten Medienkanzlei befürchten. Das Internet ist voller Blogbeiträge auftragsloser Anwälte, die bei Urheberrechtsverletzungen eine kostenlose Erstberatung anbieten.

Tarnkappe.info

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.