EU-Politiker Axel Voss als RaubMordKopierer

Der CDU-Politiker und Jurist Axel Voss setzt sich einerseits für ein schärferes Urheberrecht und den EU-weiten Einsatz von Uploadfilten ein. Voss nutzt aber andererseits auf seiner Facebook-Seite offensichtlich jede Menge urheberrechtlich geschützte Fotos ohne die erforderlichen Lizenzen zu besitzen. Per Twitter wurden ebenfalls einige Cartoons verbreitet, die Voss sicher nicht zuvor gekauft hat.

Rechtsanwalt Axel Voss setzt sich zwar als Rechtsausschuss-Mitglied der EU für den „Artikel 13“ (Uploadfilter) und andere Maßnahmen für ein schärferes Urheberrecht ein. Seine Facebook-Seite konnte dem Test der Kollegen von BuzzFeed News Deutschland allerdings nicht standhalten.


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Axel Voss: Büro gibt nur ausweichende Antworten

Die haben sich die Social-Media-Kanäle des konservativen Politikers angesehen und festgestellt, dass Voss bzw. sein Team in den letzten zwei Jahren 17 urheberrechtlich geschützte Bilder von mindestens acht unterschiedlichen Bild-Agenten genutzt hat. Auf die mehrfache Anfrage der Kollegen bekamen die keine konkrete Antwort. Man händige ihnen auch keine Belege bezüglich der erworbenen Lizenzen aus. Zuvor hatte man die Recherchen durch extrem ausweichende Antworten erschwert und verzögert. Die dpa wollte gegenüber den Kollegen keine Auskunft darüber geben, ob Voss die erforderlichen Rechte nun käuflich erworben hat oder nicht.

In der Folge der wiederholten Anfragen verschwanden immerhin einige aber bei weitem nicht alle Fotos der dpa und anderer Presseagenturen. Unzählige Fotos von Adobe Stock, Alamy Stockfoto, DepositPhotos, iStock, 123RF und anderen Bildagenturen wurden verwendet, einige sind noch vorhanden. Blogger Fefe mutmaßt, es müsse sich um Upload-Filter handeln, die die vielen Fotos nach der mehrfachen Presseanfrage so schnell gelöscht haben. Oder wie werden die Mitarbeiter im Büro von Axel Voss heutzutage bezeichnet?

Andere Beobachter hatten diesbezüglich weit weniger nette Sprüche parat. Das Ganze erinnere doch sehr an „Wasser predigen und heimlich Wein saufen„. Ausgerechnet ein Rechtsanwalt müsste doch genau Bescheid wissen, wie man die Urheberrechte Dritter achtet. Tja, oder eben auch nicht.

Wer sich die teils gelöschten RaubMordKopien des Herrn Voss anschauen möchte, kann dies hier gesammelt an einem Ort tun.

 

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Ein Kommentar

  1. Pudelmütze sagt:

    Schick. Solche Leute dürfen keinen Schritt mehr machen, ohne von irgenwem überwacht und Kontrolliert zu werden. Von mir aus, bis sie hinter den Zug springen.^^

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