Drosselt 1&1 den Download bei Share-Online?

Diverse Kunden des Internet-Anbieters 1&1 beklagen seit etwa drei Wochen mangelhafte Transferraten beim Download via Share-Online.biz und bei diversen anderen legalen Webseiten. Doch sobald ein VPN zum Einsatz kommt, können sie die Daten komischerweise wieder ohne jede Geschwindigkeitsbeschränkung herunterladen.

Ende März diesen Jahres gingen beim Forum SzeneBox.org erste Berichte von enttäuschten 1&1 Kunden ein. Diese bemängeln seit einiger Zeit schlechte Transferraten. Aber nur, sobald sie ihren Download beim OCH Share-Online.biz durchführen. Langsam seien die Transfers auch, sobald man beispielsweise versucht, etwas von Amazon, Flexget, GitHub, iTunes, Nvidia GeForce Now oder uPlay herunterzuladen. Obwohl mehrere User eine Leitung mit bis zu 50 Mbit und mehr bezahlen, erreichen sie beim Download teilweise nur 0.02 Mb pro Sekunde.

Share-Online.biz drosselt nicht

Die Angelegenheit ist SO.biz mittlerweile von mehreren Seiten berichtet worden. Der Support des Sharehosters betont, es gebe bei ihnen keine Einschränkungen bezüglich der Bandbreite. Dies würden sie nicht vom genutzten ISP abhängig machen. Das Problem müsse man beim Internet-Anbieter selbst ansprechen. Eigentlich dienen Werkzeuge wie ein Proxy oder VPN-Server lediglich der Verschleierung der eigenen IP-Adresse, doch in diesem Fall behebt der Einsatz dieser Instrumente die Geschwindigkeitsprobleme augenblicklich. Der Support von Share-Online.biz hat sich zwischenzeitlich auf die vielen Anfragen eingestellt. Wie im Internet berichtet wird, erhielten die Hilfesuchenden alle eine gleich lautende Antwort.

1&1 – Ursache der Störung unbekannt

Über die Gründe kann man derzeit nur spekulieren. Zeitweise hatte 1&1 die Probleme behoben, danach war die Geschwindigkeit wieder im Keller. Manche Nutzer vermuten eine gezielte Drosselung, andere vermuten Routing-Probleme beim Anbieter. Offenbar hängt es auch davon ab, über wessen Hardware (Vodafone oder Telekom) die DSL-Leitung von 1&1 angemietet wurde. So tauchen die enormen Geschwindigkeitseinbußen bei manchen Kunden gar nicht erst auf.

share-online.bizDie Kunden werden bei Anfragen per Kontaktformular bzw. E-Mail gebeten, eigenhändig im Hilfecenter anzurufen. Einigen Anrufern rät man, einen Werksreset ohne Backup durchzuführen. Die Anrufer teilten den Mitarbeitern mit, dass sie die Probleme bei Einsatz eines VPN nicht haben. Von daher könne es auch nicht am eigenen Router liegen. Man riet den Kunden dennoch zum Reset. Viele schrieben bei der Szenebox, sie scheuen sich in dieser Angelegenheit bei ihrem ISP anzurufen. Sie müssten dann zugeben, einen in der Szene einschlägig bekannten Hoster zu nutzen. Doch die Bremse tritt ja nicht nur bei Share-Online.biz, sondern auch bei vielen legalen Download- bzw. Kauf-Portalen wie Amazon oder iTunes auf.

Mittlerweile haben sich diverse Personen extra bei der Szenebox angemeldet, weil sie bei ähnlich gelagerten Problemen bei Google nach Hilfe gesucht haben. Die Problematik hält derzeit noch an. Offenbar ist eine Lösung bis auf weiteres nicht in Sicht. Wir werden die Situation auf jeden Fall weiter beobachten. Wir schieben gerne ein Update nach, sobald sich etwas Wichtiges ergibt.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Валерия, thx! (Unsplash Lizenz)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Kommentare

    1. TRIGGER schreibt:

      Hallo Lars,
      bezieht sich dein Beitrag auf “Free-User” oder auf “zahlende Kunden”…
      Die Freeuser müssen immer mit “Traffic-Einbußen” rechnen, wird aber auch immer
      vor dem “Download” hingewiesen… siehe Bild.

      Hier max. 150 kb/s - Bei mir läuft der Download mit 130 kb/s… ohne
      Nachbrenner… :wink:

      Diese “Traffics” werden am Tag mehrfach geändert, vor allem an
      den Abendstunden oder am Wochenende wird nach von SO nach unten gedrosselt,
      bis manchal auf 25 kb/s.

      ABER ausgeschlossen ist das nicht, das Vodafone vermehrt “unliebsame” Kunden
      drosselt. Die maßen sich inzwische eine ganze Menge an.

      Oh, mein Telefon klingelt…,hoffentlich nicht schon wieder das “Polizeipräsidium” ?

    2. Clemens schreibt:

      Hi,

      ja das kenne ich auch. Es werden aber nicht spezielle Seiten gedrosselt sondern das Perring ist einfach nicht entsprechend ausgebaut, vermute ich. Vermutlich hängt das mit den neuen 250 mb/s Tarif zusammen.
      Ich nutze die Versatel Infrastruktur, also das meiste dürfte über die eigene Infrastruktur von 1und1 laufen. Das Kabel ist dennoch von der Telekom.

      Allerdings hatte ich diese Probleme vorallen vor einigen Wochen. Seit einiger Zeit ist der Speed wieder i.o. .
      Vielleicht weiß @xPr0metheus mehr?

    3. Ghandy schreibt:

      Die Drosselung geschieht unabhängig von Share-Online.biz, Artikel gelesen?

    4. Netflixlover schreibt:

      Es ist keine Drosselung, das Peering/routing von der Telekom (da mietet 1und1 an zumindest fast alles mag sein, dass die auch eigene Leitungen haben aber dann wohl nur in Großstädten) ist grottenschlecht ich selber war jahrelang bei der Telekom und konnte trotz 25 Mbit abends nichtmal youtube gucken, weil die Telekom sich zu fein ist den Premium Traffic zu zahlen und irgendwo über China routen lässt.

      1und1 und co drosseln hier nicht sondern die Telekom ist einfach dran Schuld, außerdem hat die Niederlande die letzten Tage sowieso Routingprobleme auch ich und ein paar andere die nicht bei der Telekom sind hatten teilweise extrem schlechten Speed bei diversen NL hostern.

    5. VIP schreibt:

      Die Problematik kehrt anscheinend jedes Jahr in leicht abgewandelter Form zu den Usern zurück :wink:
      Im Herbst letzten Jahres bis zum Anfang diesen Jahres waren die Vodafone-Kunden von einem ähnlich gelagerten Problem befallen…
      Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei nicht um ein banales Geschwindigkeitsproblem, denn die durchgeführten “Speedtests” der Betroffenen sagen zumeist etwas anderes aus!
      Ich vermute ein starkes Routing-Problem, was sich im Einzelnen in derben “Packet-Loss Raten” bemerkbar macht - was im Ergebnis heisst, dass die reine Internetgeschwindigkeit eigentlich beim Betroffenen anliegt, allerdings durch das ewige “Nachordern” der verlorenen Pakete extremst ausgebremst wird!
      Als weiteres Anzeichen für die Routing-Probleme wäre die etwas eigenwillige Art eines Re-Routings, was nunmal beim Nutzen eines VPNs durchgeführt wird. Dabei wird deutlich, dass bei Verlassen der ursprünglichen Provider-Route über die “getunnelte” TCP/IP - Verbindung inklusive einer externen IP-Adresse, die nicht dem Provider gehört, schlagartig diese Probleme verschwunden sind!
      Um dem ISP-Support klare Fakten liefern zu können, damit das Gespräch nicht jedes mal bei einem “Router-Reset” endet, müssten die Betroffenen in solch einem Fall ewas mehr aussagen können, als “Verbindung ist langsam”!! Ich kann in solch einem Fall nur raten, etwas handfestes an gemessenen Werten (am Besten mit grafischer Aufbereitung) in der Hinterhand zu haben, bevor der Support kantaktiert wird. Ich weiss auch, das nun der Einwand kommen wird, dass ihr für diese Dienstleistung mächtig bezahlt und das dies nicht die Aufgabe des Kunden ist…dann müüst ihr allerdings mit dem zufrieden sein, was euch der Support an Standardlösungen anbietet :wink:
      Um nun Daten zu sammeln gibt es verschiedene Ansätze. Man könnte mit dem tracert-Befehl und seiner Optionen in ewig dauernder Handarbeit versuchen, seine Daten bzw. die resultierenden Werte zu sammeln, um sie dann final einem Supporter mit technischem Hintergrundwissen zu vermitteln. Ihr wisst selber, wie aussichtslos dieses Unterfangen sein kann, da ihr bei den ersten telefonischen Meldungen niemals mit einem Techniker, sondern immer mit einem einfachen Callcenter-Agent sprechen werdet :rofl:
      Lasst euch am Besten immer direkt mit der Technik an sich verbinden - als Begründung dient eure gewonnene Erkenntnis, durch eure eigenen Messungen der letzten Tage!! Macht sofort (ohne wenn und aber) ein offizielles Ticket für den Fall auf. Ihr könnt darauf bestehen, da es zu eurer vertraglichen Dienstleistung dazu gehört!
      Ihr werdet euch natürlich jetzt fragen, über welche Werte / Messungen man mit dsem Techniker sprechen soll ? Und da kommt die “Geheimwaffe” ins Spiel, mit Namen:
      Ping-Plotter
      Mit diesem Tool kann man eigentlich so gut wie alles an Flaschenhälsen ausfindig machen und sich grafisch darstellen lassen!
      Egal ob Provider, der WebServer des Zielangebotes oder auf dem Weg zum Server gekreuzte Rechner, oder Router / Gateways im Internet - damit sollte der Fehler normalerweise gefunden werden!!
      Ihr braucht das Programm auch nicht wirklich verstehen zu können…ihr müsst es nur anwenden und dazu gibts im Netz sattig Videos / Tutorials…Diese Ergebnisse sagen dann auch dem ISP-Techniker etwas aus. Dann kommt dabei auch im Gespräch nicht der Router-Reset als Ergebnis raus :ok_hand:

      Bezugsmöglichkeiten:

      https://www.pingman.com/products/features.html# (Hersteller)

      https://www.heise.de/download/product/ping-plotter-953

      https://www.pingplotter.com/

      und viele weitere…

      °°

    6. Netflixlover schreibt:

      Die meisten haben keinen VPN benutzt für die Downloads aber werden es wohl bald müssen, weil Telekom und 1und1 bekommen dieses Problem sowieso nicht in den Griff googled mal Youtube + Telekom + langsam.

      Ich war 15 Jahre bei der Telekom und in den 15 Jahren haben sie NICHTS verändert was das Peering/Routing an geht.

    7. Clemens schreibt:

      Bei 1und1 ist es zumindest bei Mobilfunk erfahrungsgemäß das sinnvollste einen Brief(ja… Per post) zu verschicken.

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