Denic und Fakeshops (Update)

Article by · 13. April 2018 ·

Mittlerweile hat die Denic die in dem Artikel „Die Denic und ihr Versagen bei Fakeshops“ angesprochene Domain www.kulta-ev.de gesperrt. Doch das Problem ist damit alles andere als aus der Welt, zumal sich hier in der Telegram-Gruppe von Tarnkappe.info Personen gemeldet haben, bei denen sogar der Realname in der Anmeldung der Domain der Fake-Shops verwendet wurden. Auch nach Benachrichtigung der Organisation durch die Betroffenen hat man die Einträge dennoch nicht gelöscht.

Ein Hinweis beim Aufruf des Fake-Shops www.kulta-ev.de besagt, dass die Denic den Domaininhaber bereits informiert habe. Interessant dabei erscheint die Tatsache, dass es der Denic nicht komisch vorkam, dass man gleichzeitig eine Adresse in der Kölner Altstadt-Nord und dabei eine Telefonnummer in Thale (Sachsen-Anhalt) angegeben hat. Das hätte den Mitarbeitern bei einer Prüfung, hätte sie denn stattgefunden, direkt auffallen müssen. Auch der Straßenname“taikangxian zhennanjie beiduan50hao“ in der Adresse in 50670 zhoukou ist mehr als auffällig. 50670 ist die Postleitzahl eines Bezirks in Köln. Und nicht in zhoukou, weil es diesen Ort in Deutschland gar nicht gibt.

Trotz der fehlenden Erreichbarkeit dieser einen Seite ist das Problem dadurch längst nicht aus der Welt. Weitere Domains wie beispielsweise Joef-Lehmkuhl.de, Jesti-Gerabronn.de, Beutereich.de, Feuerwehr-Pluwig.de oder Kochschule-Emsland.de warten allesamt auf ahnungslose Kunden, um denen das Geld abzunehmen. Es gibt alleine im deutschsprachigen Bereich Hunderte weiterer Domains. Die Namen der Domains wurden nicht zufällig gewählt. Die meisten waren in der Vergangenheit eine seriöse Seite, die aufgegeben wurde. Solche bereits genutzten Namen haben bei Google und den anderen Suchmaschinen ein besseres Ranking und werden bei den Ergebnissen weiter oben angezeigt. Vielleicht sollte die Denic einfach einmal prüfen, welcher Domain-Parkdienst genau solche Domains verkauft.

Denic an Domain-Betrug offenbar nicht interessiert

Betroffen ist auch eine Frau, die sich nach Erscheinen unseres Artikels in unserer Telegram-Gruppe gemeldet hat. Die Täter haben einfach ihre Daten angegeben, obwohl sie weder im Internet oder im Telefonbuch eingetragen ist. Wahrscheinlich sind die Fake-Shop-Betreiber über einen gekauften und zuvor gestohlenen Datensatz an ihre Informationen gelangt. Die Frau wendete sich an die Denic, allerdings ohne Erfolg. Auch nachdem sie anbot, ihnen ihre Identität unter Beweis zu stellen war man nicht bereit, den unter ihrem Namen angemeldeten Fake-Shop zu deaktivieren. Die Situation erscheint aberwitzig, nur halt nicht für die Betroffene. Denn sie wäre bei strafrechtlichen Ermittlungen statt der wahren Hintermänner die erste Anlaufstelle, an die sich die Polizei mit einer Vorladung als Angeklagte oder einer Hausdurchsuchung wenden würde. Und das alles nur weil es der Denic offenbar egal ist, was Dritte mit den Daten ihrer Opfer anstellen.

Als Ausrede Begründung schreibt man auf der eigenen Webseite, dass die Denic nicht gegen Fake-Shops vorgehen und auch nicht die Inhalte dieser Seiten löschen könne. Das stimmt zwar. Dennoch könnte man den Zugriff über die Domain sperren. Zumindest dann wenn so derart offensichtlich oder nachweisbar ist, dass es sich um falsche Angaben handelt. Doch das wäre natürlich mit Aufwand verbunden.

Sehr lustiges Update, gerade gefunden: Die DENIC empfiehlt allen Betroffenen, lieber noch mehr Geld auszugeben, statt dass die Organisation selbst aktiv werden müsste. „Der einzig wirksame Schutz gegen die unliebsame Weiternutzung einer Domain durch Dritte ist es, die Domain erst gar nicht zu löschen, sondern ihre Registrierung aus defensiven Gründen aufrechtzuerhalten, selbst wenn man sie nicht mehr aktiv nutzen möchte.“ Ergo. Wer geschützt sein will, soll einfach weiter bezahlen. So kann man die Sache natürlich auch betrachten, wenn man selbst gar nicht erst aktiv werden will. Wenn sich die Betreiber der Fake-Shops dann neue Domains suchen müssen, kostet es doppelt und die DENIC kann noch mehr Gebühren kassieren…

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

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17 Comments

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    Marek Meier


    @MahMen

    eine Mitschuld kann man nichtmal abstreiten, glaubst du Google blockt zum Spaß Warez automatisch. Ich sage nur das bekannteste Beispiel VLC.

    Die „kostenpflichtige“ Version von VLC war ganz oben bei Google/Bing, wo es sich natürlich nur um eine Abofalle gehandelt hatte.

    Die richtige war auf Platz 2.

    Ja Hirn einschalten hilft, aber sich in der Materie auskennen würde auch helfen als nur sinnlose Behauptungen aufzustellen.

    In diesem Sinne.

    Sucht man nach einem fachspezifischen Begriff kann sowas ganz schnell gehen.

    Ja man kann es für Idioten ganz einfach sagen alles was keine Nachnahme anbietet ist nicht vertrauenwürdig, aber es gibt selbst damit Betrügereien, wenn auch nicht in dem Maße.

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    MahMen


    Haben die Suchmaschinen da nicht auch ne Mitschuld?
    Klar die „Dummheit“ (Unwissenheit) ist natürlich auch nicht unschuldig, aber durch Zufall stößt man ja nicht zwangsläufig auf die FakeShops (oder?).

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      ANON


      Suchmaschinen Mitschuld ? Sei ehrlich, ist voller Bullshit!
      Nee, tut mir Leid. Wieso sollte denen man das anlasten.

      Warezfunde – Die Suchmaschine hat Schuld.
      P2P Abmahnung weg. MP3 – Die Suchmaschine hat Schuld.
      Teures Produkt bestellt – Die Suchmaschine hat Schuld.
      Darknet Produkt bestellt – Die Suchmaschine hat Schuld.

      BLÖDSINN, kann man nicht so überhaupt stehen lassen.
      NEIN, der Anwender muss seinen Grips einschalten, war und ist immer noch die wichtigste Regel.

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    Marek Meier


    Lacht einmal. Ich gebe es zu, ich glaube, ich bin ein Nerd. Aber ich kaufe mir alle Sachen bar, und wenn es nicht anders geht bei einigen Sachen mit frisch gemixten wohlgemerkt auch bar gekauften Bitcoins (auch wenn ich Monero bevorzuge, aber mein Ledger Wallet unterstützt es leider noch nicht) und ja das geht noch in Deutschland sogar relativ einfach. Ich weiß nicht ob Lars es toleriert wenn ich es schreibe, aber einfach auf MMOGA einen Fakeaccount machen mit gültiger E-Mail und sich dort einen Bitcoinvoucher kaufen – barzahlen auswählen und E-Mail mit dem Vouchercode zum Einlösen erhalten. Gut, der Kurs ist nicht der beste aber für kleine Sachen ist das akzeptabel.

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    Marek Meier


    also bitte m1san wenn du als Serverstandort Seychelles, Mahé. bei einem deutschen Onlineshop Vertrauenswürdig findest, dann ist dir echt nicht mehr zu helfen. Auch hat der Shop kein SSL und massig Schreibfehler. Kein Impressum keine AGB´s. Mit nem Webkit zusammengebastelt.

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      Auf solche Dinge achten aber viele Leute nicht, das ist doch das Problem. Wer von den Otto-Normal-Shoppern schauen nach dem Serverstandort? Oder nach einem gültigen Impressum? Die sehen die niedrigen Preise, dann setzt das Hirn eh aus.

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      m1san


      In der Tat das hab ich jetzt nicht geschaut.

      ich hab nur geschaut ob diese Adresse so existiert

      Adresse Wilhelm-Loewe-Str. 36
      PLZ 39240
      Ort Calbe

      Und ja das kein Impresum vorhanden ist ist mir auch aufgefallen.

      Aber weiss du wie viele Seiten auf Instagram sind ohne Impressum wo all diese selbsternannten Models ihre Kleider und Fotos in ihrem Gratis-shop anbieten mit Gutscheincode.

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    Melvin


    Gekürzter Zitatauszug:
    Weitere Domains wie beispielsweise Feuerwehr-Pluwig.de oder Kochschule-Emsland.de – Denic-Missbrauch.

    Wer bei diesen „Fachmärkten“ kauft, wird wohl keine Ware erhalten, im Gegenzug ist zudem das hart erarbeitete Geld futsch… Weiterer Betrug übrigens mit IHREN guten Namen nicht ausgeschlossen.

    Nun ja, die Namen als solches insbesondere, die „Feuerwehr“
    und die „Kochschule“ sollten zumindest einen „leicht“ stutzig
    machen. Bei denen bekommt man üblicherweise keine Markenklamotten mit 50% Rabatt auf Neuware.

    Auch hier gilt: Oberflächlich sehen die Läden gar
    nicht mal optisch schlecht aus, allerdings wenns Richtung
    Warenkorb gehen, sollte mann hellwach sein bzw. werden!

    Beispiel: Die Feuerwehr Seite!
    Da kann man doch glatt in Euro, Dollar, Schweizer Franken, oder gar den Kanadischen Dollar bezahlen! Booh je, was sind Sie die International! Das würde man so von keiner Feuerwehr erwarten. Ich sage:
    DENIC macht euren Job, raus mit der Seite!

    Beispiel: Die Kochschule Emsland, da würd mann vielleicht
    Kochrezepte erwarten, aber keine hochwertige Hemden, Jacken etc. Kein Impressum, Aber eine Kontaktseite ohne deren Kontakanschrift, lediglich ein Email-Button. Ein Witz ohnegleichen… Ich sage:
    DENIC macht euren Job, raus mit der Seite!

    Wollen die VISA, Kreditkarten-Nummern haben, muss man misstrauisch sein. Bei Kreditkartenzahlung sollte man 100% Vertrauen in die Firma haben, andernfalls Finger weg!

    Anmerkung:
    Kleiner Textfehler im Bericht:
    Anstatt Joef-Lehmkuhl.de muss es heißen josef-lehmkuhl.de
    Aber für diese „Firmen“ brauchen wir wohl keine Werbung
    machen. Mich störts nicht, würde niemals auf solche
    Angebote reinfallen.

    Muss sich trotzdem wohl für die Betrüger lohnen, sonst
    gäbe es nicht solche Angebote im Netz!

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    m1san


    Domain jesti-gerabronn.de
    Letzte Aktualisierung 23.06.2017
    Domaininhaber

    Der Domaininhaber ist der Vertragspartner der DENIC und damit der an der Domain materiell Berechtigte.

    Domaininhaber
    Weber Silke
    Adresse Wilhelm-Loewe-Str. 36
    PLZ 39240
    Ort Calbe
    Land DE
    Woran erkenne ich den aus den Denic daten das es ein fakeshop ist ??
    Einzig ich sehe kein Impressum auf der Seite selber.

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    Ein Leser


    Dieses Problem haben bereits Firmen wie die Trusted Shops GmbH gelöst. Nur leider zeigt die Preisliste dieser Firma, was für Kosten diese Überprüfung verursacht.

    Wenn ein Registrar bei der Überprüfung einen Fehler macht, kann ein seriöser Händler den Verdienstausfall einklagen. Und ein betrogener Kunde kann den Registrar auf Schadensersatz verklagen. Du weißt doch selbst, was für abstruse Urteile bei so etwas heraus kommen. Die Kosten für diese Prozesse muss der Registrar auf seine Gebühren drauf schlagen.

    Du forderst hier: Jeder der eine Domain anmeldet, soll 99€ + 60€ pro Monat bezahlen. Nur weil immer noch ein paar ahnungslose Kunden auf Fake Shops hereinfallen.

    Könntest du die zusätzlichen Kosten für deine Domain noch aufbringen? Oder müsstest du deine Domain aufgeben und dein Blog unter facebook.com weiter betreiben?

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    Marek Meier


    Danke Lars du triffst den Nagel auf den Kopf. Solange nichts passiert ist wie mit den Daten gefakte Handyverträge oder Warenbetrug, Kontoeröffnung gemacht wurden ist, ist es der Polizei scheiß egal. Aber wenn sowas passiert ist sitzt man ohne Anzeige ungewollt Knietief wortwörtlich in der Scheiße. Beweise mal das du z.b. bei Ebay etc niemanden betrogen hast, das Konto nicht eröffnet und den Handyvertrag nicht gemacht hast.

    @ Anonymous

    DIe Denic ist ein inkompetenter Verein, aber ist nunmal so Gier frist Gehirn. Die Denic ist nach deutscher Gesetzgebung meines Wissenssogar dazu verpflichtet es zu sperren. Dazu sollte Lars, wenn er nett ist Hernn Solmecke mal fragen:-)

    Jeder seriöse Anbieter löscht die Seiten, wenn man sein Daten nachweist, z.B. Strato oder OVH. Weiß ich aus Erfahrung einer Kundin, bei welcher es problemlos ging. Über Ping den Hoster rausgefunden, der Rest war schnell geklärt in dem Fall.

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      Schimanski


      Die Löschen so lange, bis sie einmal einen Fehler machen und auf einmal Schadenersatzansprüche in entsprechender Höhe zahlen müssen. Dann werden die auch nur noch über den Rechtsweg einen Finger krum machen.

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    Anonymous


    Man muss das auch mal andersrum sehen, es könnte letztlich jeder, insbesondere eine mögliche Konkurrenz, behaupten die angegebene Person zu sein, um auf diesem Weg den Mitbewerber lahmzulegen. Die Denic macht das schon richtig. Hier besagte Dame wäre sicher besser beraten, zur Polizei zu gehen und einen Idenditätsdiebstahl anzuzeigen. Aber hey, als Säugling bekommt man halt nur Impfungen, kein Gehirn.

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      Nein, das ist doch ganz einfach. Die Denic würde dann auf Antrag die Daten des Domain-Inhabers prüfen und sofern sie richtig sind, könnte sich auch kein Wettbewerber seiner Konkurrenz entledigen. Schon mal bei der Polizei einen Identitätsdiebstahl angezeigt? Da passiert ohne Übertreibung bis auf die Aufnahme des Falles rein GAR NICHTS. Was bitte sollen die denn auch tun? Auf den Servern nachschauen? Sich an die Adresse in China wenden? Oder an die gefakte Telefonnummer?

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        Schimanski


        Nein, die Polizei könnte sich dann an Denic wenden und die Domain sperren lassen. So kompliziert ist das nun auch nicht. Ausserdem wäre dann bei einer strafrechtlichen Ermittlung bekannt, dass im Zusammenhang mit dem Shop die Daten missbraucht wurden und dann würde vielleicht nicht direkt eine Hausdurchsuchung anstehen. Es ergibt schon Sinn bei sowas die Polizei zu informieren.

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          noname


          Ich kann Lars da nur Recht geben und nicht mal das macht die Polizei, so sieht es aus leider!


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