Crackwatch.com wegen fehlender Einnahmen heruntergefahren

Stecker raus bei Crackwatch.com. Wegen fehlender Einnahmen könne man die Serverkosten nicht mehr decken, hieß es in einer Ankündigung.

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power off, kabel, stecker, gezogen
Bildquelle: Daniel von Appen

Das Forum Crackwatch.com gehört vorübergehend der Vergangenheit an. Die Betreiber konnten mit den Provisionen angeblich nicht einmal mehr die anfallenden Serverkosten decken. Bislang ist unklar, wann man die Seite wieder aufmachen will. Viele Besucher werden wohl vor allem die tagesaktuellen Ankündigungen neuer Cracks und zahlreiche selbst erstellte Memes vermissen.

Die Nutzer von Crackwatch.com haben große Nehmerqualitäten

Die Nachteile der Hauptsache-kostenlos-Mentalität zeigen sich einmal mehr. Die Gründer des Gaming-Forums Crackwatch.com mussten nach eigenen Angaben aus Kostengründen die Pforten ihres Projekts schließen. In den letzten Monaten sei es nicht gelungen, mittels der Provision der Verkäufe von Instant-Gaming, Gamivo und Kinguin die laufenden Kosten zu decken.

empress, anno 1800

Als Ursache sieht man dafür an, dass von den drei genannten Vertriebsfirmen zu wenige Games vermittelt wurden. Daneben seien einfach zu wenige AAA-Titel erschienen, mit denen man hätte ausreichend hohe Provsionen verdienen können. Die Serverkosten privat zu tragen, kommt für die Betreiber offenbar nicht infrage.

Statt eine reguläre Bannerwerbung zu aktivieren, will man lieber vorübergehend ein paar Monate warten, bis wieder mehr Blockbuster-Games für Windows erscheinen. Wie lange genau die Pause andauern soll, kann man der Ankündigung nicht entnehmen. Gleichzeitig will man die Unterbrechung dafür nutzen, um eine neue Version der Forensoftware zu entwickeln, die aufgrund ihrer Optimierung dazu in der Lage sein soll, die laufenden Serverkosten zu senken.

Wer das Team unterstützen will, soll weiterhin unter Nutzung der eingebauten Links von Instant-Gaming, Gamivo und Kinguin PC-Games kaufen, um wieder höhere Provisionen einzufahren. Der Shutdown kommt überraschend, zumal man im Vorgänger-Forum Reddit immer häufiger den Ban-Hammer schwingt, sobald die Rede von Schwarzkopien ist. Reddits Betreibergesellschaft bzw. deren Moderatoren achten peinlich genau darauf, dass kein Rechteinhaber problematische Einträge bei ihnen findet. So kritisch stellte sich die Lage bei Crackwatch.com nicht dar, zumal man diese Alternative genau deswegen erschaffen hatte.

Mit offenen Augen gegen die Wand?

crackwatch.com

Logo von Crackwatch.com

Ob mit neuen hochwertigen Games tatsächlich die großen Einnahmen zurückkehren, bleibt kritisch abzuwarten. Stattdessen hätte man in Anbetracht der vielen Millionen Seitenaufrufe ruhig etwas weniger aufdringliche Werbung einbauen können. Online-Analysetools wie Similarweb schätzen die Anzahl der Pages-Impressions von Crackwatch.com im Februar auf über 22,5 Millionen Stück pro Monat. In den Wintermonaten waren es noch viel mehr. Und selbst wenn deren Statistiken bekanntlich recht ungenau sind, zeigt die Statistik dennoch, dass man schon durch Einsatz von Google Ad Sense die Serverkosten 10x hätte wieder herausholen können. Doch das möchte man nicht. Aus Respekt vor der Community, heißt es in der Ankündigung als Begründung.

Wenn man weiterhin keine Werbung erlaubt, dürfte das Projekt schnell komplett zum Erliegen kommen. Tja, dumm nur, dass die Benutzer offenkundig auf solche Bedürfnisse wenig bis gar keine Rücksicht nehmen. Viele von der heutigen Gamer Community wollen alles barrierefrei, sofort und zugleich für lau haben. Es ist zu befürchten, die Kaufbereitschaft wird auch durch eine mehrmonatige Zwangspause nicht dauerhaft zunehmen. In dem Fall würden die Admins exakt an der gleichen Stelle wie jetzt schon stehen, nämlich vor dem endgültigen Aus.

Die Mods vom Subreddit Crackwatch sind derweil bei Twitter damit beschäftigt klarzustellen, dass sie mit der Weiterentwicklung ihres Forums nichts zu tun haben. Fragen zur Schließung von Crackwatch.com könne man nicht beantworten, schreiben sie.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.