Bitcoin-Betrüger täuscht zwecks Diebstahl eigene Entführung vor

Ein Venezolaner täuschte seine eigene Entführung vor, um 23 Bitcoin zu stehlen. Aktuell wird er von der Polizei, Cicpc-Beamten, gesucht.

gesuchter Bitcoin-Betrüger
Bildquelle: douglasricovzla

Der 23-jährige Jesús Dos Santos Hernández wird von Cicpc-Beamten wegen Geldwäsche und Betrugs gesucht. Dem Finanzdienstleister wird vorgeworfen, seine Kunden betrogen zu haben. Unter Vortäuschung seiner eigenen Entführung erleichterte er Anleger um 23,66 Bitcoin (circa 1,15 Millionen US-Dollar).

Nach Angaben des Polizeidirektors Douglas Rico auf Instagram hätte Dos Santos Hernández seinen Kunden unter Vorspiegelung einer Lügengeschichte um 1.150.000 US-Dollar erleichtert. Im Nachhinein erklärte er seinen Opfern, dass ihr Geld gestohlen worden sei, nachdem er entführt worden war. Rico führt dazu aus:

„Seine Entführer haben ihn angeblich gezwungen, der Binance-Plattform beizutreten und Überweisungen an verschiedene digitale Wallets vorzunehmen, wodurch nun alle Krypto-Assets seiner Kunden erschöpft sind.“

Offenbar wollte Hernández seinen offensichtlichen Diebstahl durch den Schwindel vertuschen. Sein bisheriger Aufenthaltsort ist unbekannt.

Entführungen mit Bitcoin-Lösegeld-Forderungen waren in Venezuela bereits publik

Wie die Medien im August diesen Jahres in Venezuela berichteten, gab es dort bereits einen schockierenden Fall im Zusammenhang mit einer Entführung, bei der die Entführer Lösegeld in Bitcoin verlangten. Der Vorfall ereignete sich in der Gemeinde Simón Bolívar im Bundesstaat Zulia.

Damals wurde am 10. August ein 39-jähriger Mann entführt. Die Kriminellen forderten ein Lösegeld von 1,5 BTC (72.894 US-Dollar), senkten ihre Forderung jedoch später auf 0,5 BTC. Die Familie konnte jedoch nur einen geringen Teil dieser Summe aufbringen. So wurde das Opfer nur zwei Tage später tot auf einer öffentlichen Straße aufgefunden.

In ähnlicher Weise hat man Ende 2017 einen leitenden Angestellten der Exmo-Kryptobörse entführt und später nach Zahlung eines Krypto-Lösegeldes in Höhe von 1 Million US-Dollar freigelassen.

Mexiko: YouTuber Germán Loera zudem verantwortlich für Entführung und BTC-Erpressung

Im Februar 2018 geschah auch in Mexiko eine ähnliche Entführung im Zusammenhang mit Bitcoin-Erpressung. Hier plante ein junger Mann, der sich bei YouTube GermánLoeraMX nannte, eine perfekte Entführung. Gemeinsam mit fünf Freunden kidnappte er die 33-jährige Anwältin Thalia Denisse am 28. Februar 2018. Als sie ihre Arbeit verließ und in ihr Auto steigen wollte, verschleppte die Bande sie in einen Geländewagen und fesselte sie dort. Die Fahrt endete vor einem von Loera Acosta extra angemieteten Haus, in dem sie das Opfer gefangen hielten.

Für ihre Freilassung forderten die Täter ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen Pesos (£ 80.500; $ 103.000) in Bitcoin. Verwandte der Anwältin haben dem YouTuber den Betrag zunächst auch ausgezahlt. Bereits am 02. März 2018, nach zwei Tagen Geiselhaft, konnte die Anwältin allerdings in einer Operation der Anti-Kidnap-Einheit der Staatsanwaltschaft von Chihuahua gerettet werden. Infolge hat man den 25-jährigen YouTuber gemeinsam mit seiner Bande wegen Entführung und Bitcoin-Erpressung zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.