Der Sharehoster DDownload hat für Chrome und Firefox kürzlich eine Browser-Erweiterung eingeführt. Was steckt wohl dahinter?
Es gibt mal wieder etwas Neues von der Duckier Interactive FZCO in Dubai, der Betreibergesellschaft von DDownload. Der Online-Dienst versucht offenbar, nun einen Teil der Funktionalität des JDownloaders selbst anzubieten. Das gilt insbesondere für alle Nutzer, die auf einer Webseite auf DDownload-Links stoßen. Man bewirbt die neue Erweiterung gleichzeitig mit dem kostenpflichtigen Ultimate-Tarif. Damit steht den Nutzern beim Transfer die maximale Geschwindigkeit zur Verfügung.
Add-on funktioniert schon bei mehreren Link-Cryptern
Das Add-on kann auf Wunsch auch Links von Drittanbieter-Linkschutzdiensten auflösen, sie also entschlüsseln. Das Ganze funktioniert laut der Anleitung bereits mit Filecrypt, Cript.to und Hide.cx. Das macht das Plugin für typische Warez- und andere Downloadportale durchaus interessant. Die Nutzer benötigen somit für reine Downloads von ddl.to nicht mehr den Marktführer der Transfer-Tools, JDownloader 2. Mit der Einführung will der Betreiber offenbar ein Stück der Marktmacht des externen Download-Managers für sich selbst beanspruchen.
Bei umfangreicheren Downloads mit zahlreichen Parts bietet der JDownloader aber deutlich mehr Verwaltungs- und Automatisierungsfunktionen. Das Plugin von DDownload lädt die erkannten Dateien lediglich über den Browser herunter und speichert lokal eine Download-Warteschlange mit Dateicode, Name, Größe und Status. Aber natürlich nur von diesem einen Sharehoster. Warum sollte man mit dem eigenen Plug-in die Konkurrenz unterstützen? Der JDownloader bietet auch wesentlich mehr Automatisierung, beispielsweise mit dem Linkgrabber, dem Entpacken der Archive und der Verwaltung der Teilarchive.
Die Erweiterung ist auch nicht dafür gedacht, YouTube-Videos zu rippen oder die Filme illegaler Streaming-Hoster zu extrahieren. Sie kann aber gespeicherte Videos und Audiodateien direkt aus dem eigenen DDownload-Speicher streamen, also ohne vorherigen Download. Das kann man aber natürlich nicht mit dem Ripping fremder Streaming-Portale gleichsetzen, was der JDownloader vielfach beherrscht, das ist etwas ganz anderes.
DDownload erweitert eigenes Ökosystem
Der Online-Speicherdienst ddl.to baut momentan offenbar ein komplettes Ökosystem auf. Dazu gehört die Browser-Erweiterung, eigene Android- und iOS-Apps, TV-Apps (Fire TV, Samsung Smart TV und LG webOS), die Schnittstellen (APIs), ein eigenes Download-System, die Linkschutz-Integration und last, but not least das Ultimate-Abo. Das Plugin soll ddl.to wohl unabhängiger vom JDownloader machen. Insbesondere die Kombination aus Linkerkennung, Linkprotektor-Auflösung und der eigenen Download-Warteschlange offenbart die Strategie des Sharehosters.
Noch hat das externe Tool der Appwork GmbH bei manchen Features die Nase vorn. So etwa beim Entpacken, der Akzeptanz der verschiedensten Link-Crypter, beim Video-Ripping von Streams etc. Doch wer weiß, vielleicht ist das nur der erste Schritt oder ein Testballon? Womöglich wird man die Funktionalität der Browser-Erweiterung noch vergrößern, damit ihre User noch unabhängiger von der Software Dritter werden? Wir werden sehen.



















