Kingdom Library
Ein RaubMordKopierer probiert gerade die Kingdom Library aus.
Bildquelle: ChatGPT

Kingdom Library – Ein Steam-Launcher für Sicherheitskopien und Spieleupdates

Kingdom Library verwaltet Repacks, Offline-Installer und Spieleupdates. Man kann alles auf der NAS, Seedbox, HDD und SDD organisieren.

Bei manchen Spielen ist der Updateordner irgendwann besser gefüllt als die eigentliche Spielebibliothek. Neben dem ISO-Image fliegen auf der Festplatte Patches, Hotfixes und DLCs herum, mitunter von unterschiedlichen Release-Gruppen. Spätestens bei einer Neuinstallation ist man dazu gezwungen herausfinden, was davon noch zusammenpasst. An diesem Punkt kommt das kostenlose Windows-Tool Kingdom Library ins Spiel. Was ist das? Es handelt sich um einen Open-Source-Game-Manager, Launcher und Updater.

Hinweis: Wer raubmordkopierte Games benutzt, begeht nach deutschem Recht zweifellos eine Urheberrechtsverletzung und muss im Falle der Aufdeckung mit straf- als auch mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Kingdom Library verwaltet die vorhandenen Spiele und Updates in einer gemeinsamen Bibliothek. Die kostenlose Windows-Anwendung erinnert an Steam. Sie arbeitet allerdings mit eigenen Installationsdateien. Damit kann man Spiele installieren, starten und aktualisieren. Bereits verwendete Updatepakete können anschließend im Archiv des jeweiligen Titels landen. Ob die Dateien auf einer HDD, SDD, einem NAS oder einer Seedbox liegen, ist dabei erstmal zweitrangig.

Wenn sich Spieleupdates stapeln

DRM, Kontozwang und regelmäßige Aktivierungsprüfungen sind genügend Gründe, Spiele lieber unabhängig von den üblichen Plattformen aufzubewahren. Gerade bei älteren Titeln oder auf Reisen möchte schließlich nicht jeder davon abhängig sein, ob irgendein Herstellerserver gerade erreichbar ist.

Bei GOG-Offline-Installern und Repacks, also neu verpackten und häufig stärker komprimierten Spielversionen, muss man sich oft selbst um die Updates kümmern. Manche Games erhalten über Monate hinweg immer wieder neue Patches. Einige ersetzen sämtliche bisherigen Änderungen. Andere verlangen eine ganz bestimmte Zwischenversion. Wer die nicht hat, guckt in die Röhre, denn dann funktioniert das Update nicht mehr.

Dann kommen noch DLCs und unterschiedliche Editionen hinzu. Mit etwas Pech passen die heruntergeladenen Updates nicht zur vorhandenen Installation. Gerade bei illegalen Veröffentlichungen verschiedener Release Groups muss man schon sehr genau hinsehen, um die richtigen Dateien zusammen zu tragen.

Wer seine Sammlung über Jahre aufbewahrt, kennt das Ergebnis. Die Installer liegen auf der Festplatte, ein Teil der Updates auf einer anderen und die restlichen Dateien irgendwo im Downloadordner. Bei der nächsten Neuinstallation geht die Sucherei wieder los. Doch dieses Dilemma kann man mit Unterstützung von Kingdom Library umschiffen. Wir zeigen euch nun, wie das geht.

Repacks, Offline-Installer und vorhandene Spiele – vieles ist möglich!

Bei der Einrichtung fragt Kingdom Library zunächst nach dem übergeordneten Repack-Verzeichnis. Darin müssen allerdings nicht ausschließlich Repacks liegen. Auch GOG-Offline-Installer und andere Installationspakete kann man auf diese Weise verwalten. Am einfachsten funktioniert das mit einem eigenen Unterordner pro Spiel. Wer seine Dateien auf einer zweiten Datenplatte sammelt, kann sie beispielsweise bei D:Spiele hinterlegen. Kingdom durchsucht die dortigen Verzeichnisse und greift auf die vorhandenen Installationsdateien zu.

Bei der Oberfläche des Spielemanagers hat sich der Entwickler unverkennbar an Steam orientiert. Spiele erscheinen mit ihren Covern in einer Bibliothek und lassen sich direkt starten. Das Tool zählt auch die bisherige Spielzeit. Wer Steam regelmäßig benutzt, wird sich sofort zurechtfinden.

Sicherheitskopien von bereits installierten Titeln kann man nachträglich hinzufügen. Das Programm versucht dabei, die ausführbare Datei selbst zu erkennen. Klappt das nicht, wählt man die passende EXE manuell aus.

Das Tool speichert außerdem den Installationspfad und den ursprünglichen Quellordner. Dadurch bleibt nachvollziehbar, woher die verwendeten Dateien stammen. Gerade wenn mehrere Versionen eines Spiels im Archiv liegen, erspart das einiges an Sucherei.

Die aktuelle Version 1.1.4 der Kingdom Library datiert auf den 03. Oktober 2026. Der Entwickler PinguSama hat darin vor allem die Erkennung und Einbindung bereits installierter Spiele überarbeitet. Auch bei der Deinstallation, den Spielstand-Backups und der Verwaltung von Updatequellen gab es Änderungen. Seine GitHub-Seite kann man übrigens dort besuchen. Kingdom läuft bislang ausschließlich unter Windows und benötigt weder einen Account noch einen Cloud-Dienst. Spiele, Repacks oder Cracks (Schwarzkopien) liefert der Entwickler natürlich nicht mit, das wäre illegal.

Kingdom Library

Spiele-Updates direkt mit der Kingdom Library installieren

Für separate Patches gibt es einen eigenen Update-Manager. Dort lassen sich die vorhandenen Pakete dem jeweiligen Spiel zuordnen, statt sie weiterhin irgendwo zwischen alten Downloads aufzubewahren.

Kingdom unterstützt ZIP-, RAR- und 7z-Archive sowie bereits entpackte Updateordner. Nach der Auswahl sucht das Programm nach einer geeigneten Update-EXE. Kann das Tool keine finden, kann man die ausführbare Datei selbst bestimmen.

Die Installation übernimmt weiterhin das jeweilige Updateprogramm. Kingdom startet den Installer. Den gespeicherten Installationspfad kann man bei Bedarf in die Zwischenablage kopieren. Anschließend prüft das Tool, ob der Installer einen Fehlercode zurückmeldet. Meldet der Installer keinen technischen Fehler, lässt sich das verwendete Paket im Update Archive des Spiels aufbewahren. Bereits entpackte Updateordner werden dafür als ZIP archiviert.

So bleiben die Patches beim entsprechenden Titel und verschwinden nicht irgendwann zwischen den anderen Downloads. Man sieht zumindest, welche Pakete man bereits verwendet hat. Für Spielstände bringt die Kingdom Library ebenfalls eine eigene Verwaltung mit. Über den Save Manager lassen sich Backups erstellen und wiederherstellen. Hat man die Speicherorte eingerichtet, kann vor einem Update automatisch eine Sicherung anlegen. Das ist sehr praktisch.

Die Patch-Reihenfolge bleibt Handarbeit

Eine automatische Updatekette gibt es bisher leider nicht. Kingdom verarbeitet pro Vorgang nur ein Paket. Wer mehrere Patches benötigt, muss sie nacheinander und in der richtigen Reihenfolge ausführen.

Welche Version gerade installiert ist und ob ein Update dazu passt, überprüft die Anwendung leider nicht. Fehlt ein notwendiger Zwischenpatch, bleibt das zunächst unbemerkt. Auch ein erfolgreich beendeter Installer ist keine Garantie dafür, dass hinterher alles stimmt. Das Windows-Tool prüft nur, ob das Updateprogramm einen Fehler meldet. Die Spieldateien selbst kontrolliert es nicht.

Bei ISO-Dateien gibt es eine weitere Einschränkung. Die Images muss man vorher unter Windows einbinden. Kingdom erledigt das nicht selbst.

Symbol of Gameyfin

Gameyfin, GameVault und LANCommander – die Spielemanager im Vergleich

Der Game-Manager Gameyfin orientiert sich an Jellyfin, verwaltet aber Spiele statt Filme und Serien. Die quelloffene Serveranwendung durchsucht vorhandene Verzeichnisse, ergänzt Cover und Metadaten und stellt Installationsarchive über eine Weboberfläche zum Download bereit. Wer lediglich seine Spielesammlung auf einem Homeserver organisieren möchte, kann damit bereits einiges anfangen. Separate Windows-Patchprogramme führt Gameyfin allerdings nicht aus.

Der Konkurrent GameVault besitzt zusätzlich eigene Desktop-Clients. Darüber kann man Spiele vom Server herunterladen, installieren und starten. Die Verwaltung einzeln gesammelter Updatepakete spielt dabei aber keine vergleichbare Rolle. Der Quellcode von GameVault ist zwar einsehbar. Die Software verwendet aber keine durchgehend klassische Open-Source-Lizenzierung. Einige Zusatzfunktionen gehören zudem zum kostenpflichtigen GameVault+.

Es gibt aber noch einen weiteren Konkurrenten. Der LANCommander besitzt einen eigenen Server und Launcher. Die Open-Source-Plattform kann man unter anderem mit Docker betreiben oder man verteilt vorbereitete Spielepakete auf mehrere Rechner.

Zusätzliche Installationsschritte können über PowerShell-Skripte abgearbeitet werden. Das ist durchaus praktisch, verlangt aber entsprechende Vorarbeit. Wer bereits zahlreiche separate Updates gesammelt hat, muss deren Installationsabläufe erst vorbereiten.

Beim aktuellen Marktführer Kingdom wählt man dagegen einfach den vorhandenen Patch-Installer aus und startet ihn. Eine automatische Installationskette entsteht dadurch zwar nicht, dafür muss man auch nicht erst eigene Skripte schreiben.

Datenplatte, NAS oder Seedbox als Spielearchiv?

Eine gewöhnliche Festplatte reicht für Kingdom bereits aus. Dort legt man seine Spiele in getrennten Verzeichnissen ab, zusammen mit den Installern, DLCs und Updates. Wer mehrere Rechner verwendet oder ohnehin ein NAS, einen Linux-Homeserver oder eine Seedbox betreibt, kann die Installationsdateien stattdessen zentral aufbewahren. Unter Windows muss der Speicherort als zugänglicher Ordner beziehungsweise Laufwerk bereitstehen.

Für eine SFTP-Verbindung bietet sich die Kombination aus WinFsp und SSHFS-Win an. Beide Programme müssen für diese Methode installiert sein. WinFsp stellt die notwendige Dateisystemschnittstelle bereit, SSHFS-Win bindet das entfernte Verzeichnis als Windows-Laufwerk ein. Anschließend steht beispielsweise Z:Spiele als Laufwerkspfad zur Verfügung. Wenn Kingdom darauf zugreifen kann, dann kann man das Verzeichnis als Quelle für die Spielesammlung auswählen.

Für lokale Festplatten oder gewöhnliche SMB-Freigaben braucht man weder WinFsp noch SSHFS-Win. Allerdings können auch andere Programme entfernte Verzeichnisse als Windows-Laufwerk bereitstellen. Entscheidend ist, dass Kingdom Library die Dateien über einen normalen Windows-Pfad erreichen kann.

Damit hat man praktisch sein eigenes Plex oder Jellyfin für Spiele, nur ohne Streaming. Die Installationsarchive liegen zentral vor. Doch man spielt dann mit dem jeweils genutzten Windows-Rechner. Bei der Installation müssen die benötigten Dateien allerdings weiterhin über das Netzwerk übertragen werden. Manche Installer lesen die Daten direkt vom eingebundenen Laufwerk, andere müssen vorher auf die lokale SSD kopiert werden. Aber gut, wo Licht ist, da fällt auch Schatten. Das perfekte Tool gibt es (noch) nicht.

To-Do-List with different Repacks
Game-Updates: Es gibt viel zu tun, packen wir es an!

Kingdom Library verwandelt die Seedbox nicht in eine lokale Festplatte

Auch eine Seedbox mit 10-Gbit-Anbindung macht daraus keine lokale Festplatte. Wie schnell die Installation tatsächlich abläuft, hängt übrigens vom eigenen Internetanschluss, der Geschwindigkeit der Datenträger und dem jeweiligen Installer ab.

Etwas aufpassen muss man außerdem bei Installationsprogrammen mit Administratorrechten. Ein als normaler Benutzer eingebundenes Netzlaufwerk ist für einen erhöht gestarteten Prozess unter Windows nicht immer erreichbar. In diesem Fall kopiert man den Installer oder Patch vorübergehend auf die lokale SSD.

Die fertig installierten Spiele bleiben auf den einzelnen Rechnern. Lediglich die ursprünglichen Installer, ISOs und Updates liegen zentral auf dem Server des Gamers. Desktop und Notebook können dadurch dieselben Installationsquellen verwenden, ohne dass man die Archive mehrfach speichern muss.

Eine gemeinsame Kingdom-Datenbank bekommt man auf diesem Weg übrigens nicht. Die Anwendung verwaltet ihre Bibliothek weiterhin auf jedem Windows-Rechner separat.

Mit Tailscale auch unterwegs auf das Archiv zugreifen

Wer seinen Homeserver bereits mit Tailscale verbunden hat, kann die vorhandene Verbindung weiterverwenden. Auf die Spieleordner greift man über das Netzwerkprotokoll SMB (Server Message Block) oder SFTP zu, beide kann man unter Windows problemlos einbinden.

Ein öffentlich freigegebener SSH-Port ist dafür übrigens nicht notwendig. Solange unterwegs eine Internetverbindung besteht, bleibt das Archiv erreichbar.

Bei einer externen Seedbox genügt normalerweise der SFTP-Zugang des Anbieters. Die Netzwerk-Lösung Tailscale muss dabei nicht zusätzlich laufen. Mit passenden Zugriffsrechten lassen sich auch einzelne Verzeichnisse für andere Nutzer freigeben. Bei kommerziellen Spieldateien muss die Nutzung bzw. Weitergabe durch die entsprechenden Nutzungsrechte gedeckt sein. Anderenfalls begeht man eine Straftat, siehe ganz oben.

Wer seine Games vor einer Reise installiert und aktualisiert, braucht unterwegs nicht ständig auf den Server zuzugreifen. Das setzt aber voraus, dass das jeweilige Spiel keine Online-Aktivierung verlangt.

FBI agent, warez
Stellt er die falsche Frage?

Kostenlos, aber leider Closed Source

Der Programmierer PinguSama stellt seine Kingdom Library kostenlos auf GitHub und itch.io bereit. Den eigentlichen Quellcode veröffentlicht er hingegen nicht. Im öffentlichen Repository findet man unter anderem die Dokumentation, fertige Releases und Lizenzmaterialien verwendeter Drittanbieterkomponenten. Der Spielemanager bleibt dabei aber proprietär. Das Wort proprietär bedeutet, dass der Entwickler seine Quellcodes absichtlich nicht veröffentlicht hat.

Das ist gerade bei dieser Art von Software schade. Kingdom führt fremde Installer aus, verwaltet Installationsverzeichnisse und greift bei Bedarf auf Spielstände zu. Bei den vielen verschiedenen Aufgaben wäre eine quelloffene Anwendung eigentlich logisch, doch PinguSama hat sich anders entschieden.

Bei Open-Source-Programmen können andere Entwickler den Code überprüfen, Fehler beheben oder eigene Funktionen ergänzen. Die Implementierung einer automatischen Patchkette mit Versionsprüfung wäre wirklich sehr sinnvoll. Auch eine Linux- oder macOS-Version könnten Dritte viel einfacher umsetzen, wenn sie auf den Sourcecode zugreifen könnten. Wer das Programm rechtmäßig, privat und nichtkommerziell nutzt, muss dafür immerhin nichts bezahlen.

Dank Kingdom Library endlich Ordnung auf der Festplatte

Über das Cache-Server-Programm Lancache haben wir bereits ausführlich berichtet. Damit lassen sich Spieledownloads von Steam und anderen Plattformen auf einem eigenen Server zwischenspeichern. Muss ein zweiter Rechner dieselben Daten herunterladen, stammen sie im Idealfall aus dem lokalen Cache statt erneut aus dem Internet.

Die Kingdom Library ist gewissermaßen die Variante für Raubkopierer und alle, die ihre Offline-Installer lieber selbst archivieren. Statt Downloads der offiziellen Plattformen automatisch zwischenzuspeichern, verwaltet man seine ISOs, Repacks und Updates eigenhändig.

Bei beiden Anwendungen geht es darum, große Installationsdateien nicht unnötig auf mehreren Rechnern vorzuhalten. Doch auch bei Kingdom bleibt die Patch-Reihenfolge Handarbeit. Wer auf eine automatische Versionsprüfung oder Linux-Unterstützung hofft, muss sich noch ein wenig gedulden. Auch ist unklar, ob PinguSama diese Funktionen jemals nachliefern wird.

Die Installer liegen an einem festen Platz, die bereits verwendeten Patches bleiben dem jeweiligen Spiel zugeordnet. In der Folge muss man bei der nächsten Neuinstallation nicht schon wieder alle Download-Ordner durchsuchen.

Wo kann man sich über Game-Manager austauschen?

Wer Erfahrungen sammeln oder weitergeben möchte, kann dafür beispielsweise unsere öffentliche Diskussionsgruppe bei Signal nutzen. Bei Signal sind aber momentan (Stand Ende November 2026) nur ein paar Gamer unterwegs. Für einen Austausch wäre deswegen der Chat bei Telegram viel besser geeignet. Wem das noch nicht genug ist, kann sich über die Vor- und Nachteile ausprobierter Spielen in unserem Forum austauschen. Wer hingegen ganz gezielt nach Feedback zum Thema Kingdom Library sucht, wird hier in unserem Foren-Thread (Erklärung) fündig. Wir wünschen beim Ausprobieren viel Spaß!