Ein Rentner aus dem Nordwesten Großbritanniens wurde wegen des Angebots von IPTV-Streaming zu 6,5 Jahren verurteilt.
Milan Ibrahim hat während des Betriebs seines illegalen IPTV-Dienstes umgerechnet 1,1 Millionen Euro verdient. Das Preston Crown Court in Lancashire, England, verurteilte ihn wegen der Verschwörung zum Betrug. Den Gewinn von einer Million generierte er innerhalb von drei Jahren. Dabei bediente der verurteilte Ibrahim zahlreiche Kunden im In- und Ausland.
IPTV-Streaming: 80 Server verteilten die Streams
Die ausgeklügelte Operation des Rentners hat die „Police Intellectual Property Crime Unit“ (PIPCU) der City of London Police aufgedeckt. Sie stellte fest, dass er das Geschäft in Räumlichkeiten in Chorley mit 80 Servern betrieben hat. Die Polizei beschlagnahmte alle 80 Server, wodurch man den Betrieb erheblich gestört hat.
Ibrahims Unternehmen zeichnete Fernsehsendungen großer Rechteinhaber, darunter die BBC, ITV, Sky, die Premier League und der Motion Pictures Association (MPA) auf, um sie gegen Bezahlung zu verbreiten. Die Inhalte wurden in für IPTV-Streaming geeignete Formate umgewandelt, um Abonnements an Kunden weltweit zu verkaufen.
Angebot wendete sich an englische Auswanderer
Die Ermittler stellten fest, dass sich der Betrieb insbesondere an im Ausland lebende britische Auswanderer richtete. Sie konnten damit auf nicht autorisierte Fernsehinhalte zugreifen, die sie abseits der Heimat nicht empfangen konnten. Nach Medienangaben leitete man gegen Ibrahim ein weiteres Verfahren nach dem Gesetz über Erträge aus Straftaten (Proceeds of Crime Act 2002) ein. Die Behörden versuchen, die durch den illegalen Streaming-Betrieb erzielten Gelder einzuziehen. Das ist offenkundig bis jetzt noch nicht oder nur unvollständig gelungen.
Das Strafmaß ist ungewöhnlich hoch
Nach Angaben der Polizei fügte der Online-Dienst des Rentners diversen britischen Rundfunkanstalten, Rechteinhabern und Urhebern einen erheblichen finanziellen Schaden zu. Das hohe Strafmaß beruht auf mehreren Faktoren. Das IPTV-Streaming wendete sich an ein internationales Publikum und war mit mehr als drei Jahren langfristig ausgelegt. Mit 80 Servern war der technische Aufwand sehr umfangreich. Nach Angaben der PIPCU handelte es sich um eine höchst „ausgeklügelte Operation“.
Zudem erwirtschaftete der Angeklagte damit nach offiziellen Angaben fast eine Million Britische Pfund Gewinn. Die Kunden konnten aus mehreren Tausend illegalen Streams auswählen. Einen reduzierten Schuldspruch aufgrund seiner Kooperation gab es nicht. Milan Ibrahim hat die Strafermittlungsbehörden offenkundig nicht bei der Aufklärung unterstützt. Die Freiheitsstrafe kann man sofort vollstrecken.
IPTV-Pirat musste direkt ins Gefängnis
Nach den verfügbaren Gerichtsangaben hat man Milan Ibrahim im Anschluss an die Urteilsverkündung in Haft genommen. Kein Zweifel: Für ein Urteil wegen reiner Streaming-Piraterie fiel die Strafe außergewöhnlich hoch aus. Ab Ende Februar des Jahres 2029 kann sein Anwalt erstmals eine Entlassung auf Bewährung überprüfen lassen, vorher nicht. Doch bis dahin dürfte auch das zweite Strafverfahren wegen des vereitelten Einzugs der Gewinne durch die Behörden abgeschlossen sein.

















