Illegale CD-Remixe brachten einem DJ 220.000 Pfund Umsatz. Nach sieben Jahren Ermittlungen folgte die Bewährungsstrafe.
Illegale CD-Remixe brachten einem britischen DJ über Jahre hinweg mehr als 220.000 Pfund (ca. 254.000 Euro) Umsatz ein. Nach sieben Jahren Ermittlungen verurteilte ihn nun ein Gericht zu einer Bewährungsstrafe. Der Fall zeigt, dass auch im Streaming-Zeitalter klassische Musikpiraterie noch längst nicht ausgestorben ist.
Für eine der ungewöhnlichsten Urheberrechtsaffären des Jahres sorgte ein DJ aus Großbritannien, denn illegale CD-Remixe gelten im Jahr 2026 eigentlich als Relikt vergangener Zeiten. Während sich Urheberrechtsverletzungen aktuell meist über Streaming-Portale, soziale Netzwerke oder Filesharing-Dienste abspielen, setzte Marc Kearns aus East Yorkshire offenbar auf ein Geschäftsmodell, das eher an die frühen 2000er-Jahre erinnert. Über mehrere Jahre hinweg soll er nicht autorisierte Musikmischungen auf CDs verkauft und damit erhebliche Umsätze erzielt haben. Nun hat die Justiz einen Schlussstrich gezogen.
Illegale CD-Remixe brachten mehr als 220.000 Pfund Umsatz
Marc Kearns aus East Yorkshire wurde vom Hull Crown Court zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt, die für 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zusätzlich muss der 47-Jährige 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Darüber hinaus ordnete das Gericht die Vernichtung sämtlicher sichergestellter Tonträger an, die gegen das Urheberrecht verstießen.
Nach Angaben der Ermittler stellte Kearns über Jahre hinweg CDs mit nicht genehmigten Mashups, Mixen und Remixen bekannter Künstler her und vertrieb diese kommerziell. Dabei verwendete er identifizierbare Bestandteile geschützter Tonaufnahmen, ohne die erforderlichen Lizenzen der Rechteinhaber einzuholen.
Eine finanzielle Analyse ergab laut Yorkshire Post, dass die Verkäufe innerhalb von rund fünf Jahren einen Umsatz von etwa 220.979 Pfund erzielt haben sollen. Hinzu kamen mehr als 21.000 Pfund (ca. 24.200,00 Euro) Verfahrenskosten, die das Gericht dem Verurteilten auferlegte.
Ermittlungen begannen bereits 2018
Die Geschichte reicht mehrere Jahre zurück. Bereits 2018 wurde die British Phonographic Industry (BPI) auf die Aktivitäten aufmerksam. Nach Testkäufen leitete die Organisation die Informationen an die zuständigen Behörden weiter.
Im Jahr 2019 begann eine umfassende Untersuchung durch die Trading Standards Officers des East Riding of Yorkshire Council. Ein Durchsuchungsbeschluss wurde schließlich 2022 vollstreckt. Erst jetzt endete das Verfahren mit einem Schuldeingeständnis des Angeklagten und der anschließenden Verurteilung.
Die Behörden betonten, dass der Vertrieb der nicht autorisierten Musik-CDs zulasten von Künstlern, Produzenten und Musiklabels erfolgt sei. Durch die unerlaubte Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte habe der Beschuldigte Einnahmen erzielt, ohne die eigentlichen Rechteinhaber an den Erlösen zu beteiligen.
Retro-Piraterie im Streaming-Zeitalter
Der Fall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil physische Datenträger im Musikmarkt nur noch eine Nebenrolle spielen. Die meisten Umsätze werden aktuell über Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music oder YouTube erzielt.
Dennoch existiert weiterhin ein Nischenmarkt für physische Tonträger, sei es unter Sammlern, in bestimmten Musikszenen oder bei Fans von CDs und Schallplatten. Dort könnte Kearns einen Teil seiner Kundschaft gefunden haben. Wie die Tonträger konkret vertrieben wurden, ist bisher nicht bekannt. Offen bleibt ebenso, ob die Verkäufe über Online-Plattformen, soziale Netzwerke oder auf klassischen Märkten erfolgten.

Internationale Medien wie Tom’s Hardware sprachen bereits von einer Form der „Retro-Piraterie“. Dass ein Urheberrechtsfall im Jahr 2026 auf gebrannten Remix-CDs basiert, erinnert eher an die Hochzeit von Napster und CD-Brennern als an das heutige Streaming-Zeitalter.
Musikpiraterie bleibt ein Risiko
Nach Ansicht der Behörden soll das Urteil potenzielle Nachahmer abschrecken. Laut East Riding of Yorkshire Council untergraben Produktfälschungen und unerlaubte Kopien den fairen Wettbewerb und können erhebliche illegale Gewinne ermöglichen.
Die Verurteilung verdeutlicht, dass Verstöße gegen das Urheberrecht auch dann verfolgt werden, wenn die verwendeten Methoden aus heutiger Sicht beinahe antiquiert erscheinen. Entscheidend bleibt nicht das Medium, sondern die unerlaubte kommerzielle Nutzung geschützter Werke.

















