Pop_OS!
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Pop!_OS: Linux-Distribution zickt beim Upgrade herum

Im Web tauchen seit Dezember viele Beschwerden von Nutzern auf, die ihr Pop!_OS nicht auf 21.10 upgraden können. Wir erklären, wie es geht.

Mitte Dezember hat Hersteller system76 die neue Version ihrer populären Linux-Distribution Pop!_OS veröffentlicht. Es basiert auf dem Linux 5.15 LTS und wird bis Oktober 2023 unterstützt. Wer die alte Version benutzt hat, wurde zwischenzeitlich täglich zum Update aufgefordert. Allerdings klappte das oftmals nicht, wenn man sich die ganzen Problembeschreibungen im Internet anschaut.

Pop!OS – wenn das Upgrade einfach nicht will.

Beim Pop!_OS unseres Computers sorgte unter anderem das fehlerhafte Paket namens ppp und diverse Abhängigkeiten zu anderen Installationen dafür, dass der Update-Vorgang immer wieder abgebrochen wurde. Alle vom Hersteller system76 empfohlenen Schritte das Problem mit dem Terminal zu beheben, führten zu keinem Erfolg. Eine Reparatur oder Neuinstallation von ppp war lange Zeit nicht möglich. Auch das Kommando flatpak update war leider wenig hilfreich. Irgendwann gelang es dann doch, das Paket ppp neu zu installieren. Doch das Upgrade brach dann mit einer anderen Fehlermeldung ab.

Pop!_OS

Wie kann ich meine alte Installation retten?

Wer wichtige Daten auf der Festplatte hat, bitte zunächst ein Backup erstellen oder separat alle Dateien auf eine externe Festplatte kopieren, die nicht verloren gehen dürfen. Der Rest ist ganz einfach. Zunächst wählt man sich auf der Download-Seite abhängig von der verwendeten Grafikkarte die richtige Distribution aus. Für Nvidia-Nutzer steht wie üblich eine eigene Version zur Verfügung. Dann lädt man die ISO-Datei herunter und packt sie mit dem Tool USB Flasher (ist bei jedem Pop!_OS vorinstalliert), auf einen USB-Stick.

Boot-Priorität für USB-Stick ändern

Eventuell muss man im Bios die Boot-Priorität ändern. Dann vom USB-Stick Pop!_OS starten und den Reparatur-Vorgang einleiten, keine Neuinstallation! Dabei bleiben die zuvor auf dem PC gespeicherten Dateien erhalten. Wir mussten abschließend lediglich eine App (Telegram) neu installieren, danach lief das System wieder einwandfrei. Sollte das nicht klappen, muss man mit dem Installer des USB-Sticks doch eine komplette Neuinstallation durchführen. Doch dabei wird die Partition formatiert, alle Dateien gehen verloren.

Warum eigentlich Pop!OS?

Ganz einfach. Wir sind schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einer einfach zu bedienenden Linux-Distribution, die trotzdem optisch etwas hermacht. elementary OS hätte sich eigentlich als langjähriger macOS-Nutzer angeboten, doch die Entwicklung dieses Betriebssystems geht einfach sehr langsam voran. Auch Hera wirkte im Testlauf noch immer etwas unfertig. Auch die Tatsache, dass man zwingend bei jedem Upgrade das System komplett neu installieren muss, erscheint sehr unvorteilhaft. Doch wer’s mag!?

Wer ist der Produzent?

Pop!_OS stammt im Gegensatz zu den meisten Distributionen von einem Unternehmen und von keiner Community. Das kann man mögen oder auch nicht. Das Unternehmen stellt hochpreisige Notebooks, Desktop-PCs etc. her, die jeweils wahlweise mit Ubuntu oder Pop!_OS ausgeliefert werden.

Wer längere Zeit mit Windows oder macOS gearbeitet hat, dürfte sich auch bei diesem OS schnell zurecht finden. Der Umstieg gelingt relativ einfach. Das kann man wahrlich nicht von jeder Linux-Distribution behaupten!! Doch beim Thema Linux hat man so vielen unterschiedlichen Distris wahrlich die Qual der Wahl. Das ist Vor- und Nachteil zugleich, denn nicht jede Distribution ist automatisch für alle Nutzer geeignet.

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.