Edward Snowden
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Edward Snowden: Regierungen nehmen Kryptowährungen als „wachsende Bedrohung“ wahr

Edward Snowden spricht auf der Camp Ethereal Summit 2022 über die Rolle des Geldes in der Gesellschaft, berührt dabei Fiat, Banken und Krypto

Während seiner Rede auf dem Camp Ethereal 2022, in einem Interview mit Marta Belcher, Präsidentin der Filecoin Foundation und General Counsel bei Protocol Labs, in der vergangenen Woche äußerte sich Whistleblower Edward Snowden über Regierungen und Krypto, CBDCs und Ethereum vs. Bitcoin. Laut Edward Snowden betrachten Regierungen Kryptowährungen als eine „wachsende Bedrohung“, die die Zukunft ihrer Kontrolle über das Finanzsystem in ernste Gefahr bringt. Menschen würden die traditionellen Instrumente für ein privates Finanzsystem aufgeben. Darüber berichtete Decrypt.

Camp Ethereal 2022 war eine Schlüsselveranstaltung, wo Blockchain-Technologen, Startups, Unternehmer und Investoren die neuesten Tendenzen rund um das Thema Krypto diskutierten. Sie fand vom 9. bis 11. März in Jackson Hole, Wyoming, statt. Das Event war bereits die achte Ausgabe des Ethereal Summit, eines jährlichen Retreats, das sich konkret auf Entwicklungen in den Bereichen Kryptowährungen, Blockchain und Dezentralisierung konzentrierte. Das Programm umfasste eine Reihe von Vorträgen, Podiumsdiskussionen sowie Aktivitäten rund um Jackson Hole.

Edward Snowden eröffnet, dass Regierungen Kryptowährungen äußerst skeptisch gegenüberstehen. Er äußert:

„Ich denke, dass Regierungen eine wachsende Bedrohung für traditionelle Instrumente, an die sie sich gewöhnt haben, im Hinblick auf die Fähigkeit, das Privatleben und im weiteren Sinne den privaten Handel zu regulieren, zu Recht wahrnehmen.“

Snowden bezeichnet traditionelle Finanzsysteme als invasiv

Er ergänzt, dass Finanzsysteme auf der ganzen Welt, insbesondere in den USA, „unglaublich invasiv“ seien. Snowden steht aber auch Kryptowährungen, wie Bitcoin, kritisch gegenüber. Er meint, dass es der Kryptowährung an Funktionen zur Wahrung der Privatsphäre mangele. Ihm zufolge sollte ein gutes Tauschmittel anonym sein. Ethereum leide allerdings auch „unter den gleichen Datenschutzproblemen wie Bitcoin“. Jedoch hätten dennoch Kryptowährungen, wie Bitcoin, trotz großer Datenschutzbedenken „gleiche Wettbewerbsbedingungen“ geschaffen.

Hingegen lobte Snowden die Blockchain-Technologie. Sie würde das Spielfeld ausgleichen. Er sagte weiterhin, dass „was die Leute wirklich übersehen, ist, wie Kryptowährungen die derzeitigen Machtverhältnisse stören“.

Edward Snowden äußert Bedenken hinsichtlich digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs)

Edward Snowden äußerte sich zudem zum Aufstieg digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs). Er erläutert, warum diese neuen Vermögenswerte problematisch sind. Das Risiko hierbei wäre „sehr einfach zu veranschaulichen.“

Er sieht in CBDCs das Problem, dass sie den Regierungen zu viel Kontrolle über die Finanzen der Bürger geben könnten. Er verglich dabei CBDCs mit Dagobert Duck in „DuckTales“, dem Cartoon aus den späten 1980er Jahren. Aber auch Ebenezer Scrooge, reflektierte Snowden, hatte „einen riesigen Tresorraum voller Münzen und Dollarnoten und dergleichen. Das ist es, was ein CBDC ist, richtig? Und das ist wirklich alles, was es ist.“

Snowden hat CBDCs bereits zuvor schon kritisiert. Seiner Meinung nach wären sie keine Währung. Vielmehr stellten sie „eine Pervertierung der Kryptowährung, oder zumindest der Gründungsprinzipien und Protokolle der Kryptowährung“ dar. Er bezeichnete sie auch als „kryptofaschistische Währungen“.

Sie würden einzig dem Zweck dienen, ihren Usern „das grundlegende Eigentum an ihrem Geld zu verweigern und den Staat als Vermittler jeder Transaktion einzuschalten.“ Eine digitale Zentralbankwährung wäre nur ein „nützliches politisches Instrument, um die Ersparnisse aller Lohnarbeiter im Land beiläufig zu vernichten, wenn sie sie nicht schnell genug ausgeben“.

Tarnkappe.info


Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.