Die Volkswagen App funktioniert nicht mehr mit dem datensparsamen Betriebssystem GrapheneOS. Der Hersteller hat es systematisch ausgesperrt.
Nachdem Volkswagen letzten Monat den externen Datenzugriff für Smart-Home-Systeme abgedreht hat, können Nutzer nicht mehr bei Home Assistant & Co. Ladevorgänge oder Statusabfragen automatisieren. Entwickler berichteten bei GitHub über abgelaufene Token und gescheiterte Verbindungen zu den Servern. Bestehende Verbindungen hat man allesamt abgeschaltet, neue lässt die eigene App von VW einfach nicht mehr zu. Intelligentes Laden nach Solarstrom-Angebot ist somit seit Mai nicht mehr möglich, wie Schmidis Blog berichtete. Für die Anwender war diese Einschränkung schon ärgerlich.
Volkswagen macht alles dicht
Jetzt traf es aktuell die Nutzer der sicheren Firmware GrapheneOS. Die Volkswagen App verweigert bei diesem mobilen Betriebssystem komplett den Dienst. Bei X veröffentlichte ein Betroffener die Antwort des Supports der Volkswagen Digital Services. Sein Betriebssystem werde nicht offiziell unterstützt, sondern nur iOS und Android. Obwohl bisher keine Probleme bekannt wurden, weist der Support auf mögliche Funktionseinschränkungen der eigenen App hin. Dazu kommen diverse Beschwerden über den Aufbau und Funktionsumfang der VW App beim Google Play Store. iOS-Nutzer haben offenkundig weniger Probleme damit.
Android wirklich sicherer als GrapheneOS?
Die Volkswagen App arbeite nur mit sicherheitsrelevanten Komponenten, dazu gehöre keine Alternative wie LineageOS, GrapheneOS etc. Die Begründung klingt skurril, weil gerade letzteres OS in der IT-Branche als besonders sicher gilt.
Ein anderer User berichtet, er würde die VW App nutzen. Er könne dies selbst nach dem letzten Update tun. Aber er muss die App zwingend mit den Google Play Services nutzen. Deshalb befindet sie sich zusammen mit diesen Diensten in seinem privaten Ordner, damit er sie bei Bedarf deaktivieren kann. Es gebe immer mehr Apps, die nur noch unter dieser Voraussetzung unter GrapheneOS funktionieren, so auch die Software von Grok!, X etc. pp. Eigentlich wollte er ja ganz von den Google-Services weg, wie er schreibt. Doch immer mehr Programme würden zum Nachteil ihrer Nutzer auf einen regelrechten Google-Zwang setzen.
Daten sind das neue Gold
Viele Nutzer glauben hingegen, unter Android und iOS könne VW wesentlich mehr Daten sammeln, weswegen man alle Besitzer eines Fahrzeuges zum Wechsel zwingen möchte. Daten gelten auch in der Autobranche als das neue Gold.
Die Betroffenen müssen sich überlegen, wie sie mit der Problematik umgehen wollen. Zwei Smartphones zu nutzen, wie von manchen vorgeschlagen, klingt wenig praktikabel. Oder aber sie stimmen mit ihren Füßen ab. Soll heißen: Sie kaufen keine Autos mehr von Herstellern, die alternative Betriebssysteme für ihre Apps verbieten.


















