TechnitiumDNS App
TechnitiumDNS App
Bildquelle: ChatGPT

TechnitiumDNS App bringt Technitium aufs Smartphone

TechnitiumDNS App und Technito verwalten Technitium DNS auf Android und iOS. Dazu kommen Tailscale Funnel und der eigene Resolver.

Für Pi-hole und AdGuard Home gibt es bereits passende Apps für das Smartphone. Damit lassen sich selbst gehostete Instanzen auch unterwegs verwalten. Bei Technitium DNS war bisher meist nur der Umweg über die WebUI möglich. Wer eine Domain freigeben, das Blocking pausieren oder kurz in die Logs schauen wollte, musste den Browser öffnen. Das ändert sich mit der TechnitiumDNS App für Android und iOS.

Beide Apps verbinden sich mit dem eigenen Technitium-DNS-Server und holen dessen Verwaltung aufs Smartphone.

Tarnkappe hatte die mobilen Clients für Pi-hole und AdGuard Home bereits vorgestellt. Auch Tailscale und die Realisierung des Zugriffs darüber mit Funnel wurden behandelt. Technitium DNS selbst wurde bei uns natürlich auch schon ausführlich getestet. Der Server blockiert nicht nur Werbung. Er arbeitet auch rekursiv (mit Selbstaufruf) und aufgrund der jahrelangen Erfahrung autoritativ (wegweisend). Er verwaltet DNS-Zonen und kann DHCP übernehmen.

TechnitiumDNS App für Android

Die Android-App „Technitium DNS” stammt von Roy Hagland. Im Play Store läuft sie unter dem Paketnamen „com.github.hemsby.technitiumdns”. Die App filtert den Datenverkehr nicht direkt auf dem Smartphone, sondern greift auf einen vorhandenen, selbst gehosteten Technitium-DNS-Server zu.

Die App zeigt Statistiken, verwaltet DNS-Records und schaltet das Adblocking an oder aus. Der Play Store nennt außerdem die Unterstützung für Technitium DNS Server v15.4, welche am 11.07.2026 neu erschienen ist, sowie die vollständige Verwaltung des Servers.

Wenn eine Blockliste zu viele Einträge enthält, öffnet man mit der TechnitiumDNS App die Logs, sucht die betroffene Domain und gibt sie darüber direkt wieder frei. Auch Records und weitere Einstellungen erreicht man damit ohne Umwege über den Desktop oder die Weboberfläche.

Technito
Technito für iOS.

Technito für iOS

Endlich gibt es auch für iPhone und iPad eine passende Lösung. Technito stammt von Jonathan Park und kann kostenlos installiert werden. Apple kennzeichnet die App wegen zusätzlicher Freischaltungen als Anwendung mit In-App-Käufen. Je nach Region und gewünschtem Umfang können zusätzliche Kosten entstehen.

Wie die Android-App kann sich Technito mit mehreren Technitium-DNS-Servern verbinden. Die Anmeldung ist per API-Token oder klassisch mit Benutzername und Passwort möglich. Auch die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und ein One-Time Password (OTP) unterstützt die App selbstverständlich.

Neben Statistiken und Logs greift Technito auch auf Zonen, Records, Cache, DHCP und die Benutzerverwaltung zu. Damit deckt die App fast alle Bereiche der Technitium-Verwaltung ab, sodass die WebUI im Browser nicht mehr nötig ist.

Die Echtzeit-Widgets Live Activities, die Benutzeroberfläche Dynamic Island nebst der iCloud-Sync ergänzen die Verwaltung auf Apple-Geräten zusätzlich. Diese Extras braucht nicht jeder, aber sie sind auf jeden Fall ein „Nice to Have”. Technito lässt sich auf dem iPhone und iPad wesentlich angenehmer bedienen als die WebUI im Browser, die mit ihren vielen Einstellungen unter zahlreichen Reitern auf dem kleinen Bildschirm überladen wirkt.

Tailscale Serve oder Funnel

Wer Technitium nur im eigenen Tailnet verwalten möchte, stellt die WebUI nur mit Tailscale Serve bereit. Dann bleibt sie innerhalb des eingerichteten Tailnets und ist nur für darin angemeldete Geräte erreichbar.

Mit Funnel ist die Online-Bedienoberfläche (WebUI) auch ohne aktives Tailscale-VPN auf dem Smartphone erreichbar. Dabei veröffentlicht Tailscale nur die Oberfläche samt API. Der eigentliche DNS-Resolver bleibt darüber weiterhin nicht erreichbar. Port 53, 853 und andere DNS-Zugänge müssen für den App-Zugriff nicht nach außen geöffnet werden. Wenn man den DNS innerhalb seines Tailnets nutzen möchte, muss man ihn in der Tailscale-Administratoroberfläche unter DNS als solchen eintragen.

Die verschlüsselte WebUI läuft häufig auf Port 53443 und verwendet meist ein eigenes oder selbstsigniertes Zertifikat. Beim lokalen Backend setzt man deshalb https+insecure:// ein. Die öffentliche Funnel-Adresse bleibt per HTTPS verschlüsselt. Tailscale überspringt damit die Prüfung des selbstsignierten Zertifikats zwischen Funnel und dem lokalen Technitium-Backend. Andernfalls würde bei Secure ein eigenes Let’s-Encrypt-Zertifikat erstellt, welches auch auf Gültigkeit geprüft wird.

Funnel spart das aktive Tailscale-VPN, macht die WebUI aber öffentlich. Mit starkem Passwort, 2FA und sauberer Technitium-Konfiguration stellt dies bei einem eigenen Setup aber kein zusätzliches Sicherheitsproblem dar.

TechnitiumDNS App
Screenshot der App.

Der Cache spart externe Abfragen

Die verschlüsselte Verbindung zur WebUI bedeutet nicht, dass Technitium anschließend jede DNS-Anfrage verschlüsselt weiterleitet. Als rekursiver Resolver fragt der Server Root-, TLD- und autoritative Nameserver in der Regel über das klassische DNS auf Port 53 ab. Diese Abfragen laufen nicht automatisch über die Netzprotokolle DNS over HTTPS (DoH), DNS over TLS (DoT) oder DNS over QUIC (DoQ).

Technitium fragt aber natürlich nicht jede Domain ständig neu ab. Der Server speichert Antworten, Delegationen und Informationen zu Nameservern bis zum Ablauf ihrer TTL im Cache. Solange ein Eintrag gültig bleibt, beantwortet Technitium weitere Anfragen direkt daraus. Erst neue, selten genutzte oder abgelaufene Einträge lösen wieder eine rekursive Abfrage aus.

DNSSEC-verschlüsselt gegen DNS-Cache-Poisoning ist diese Kommunikation im Regelfall auch nicht. Es prüft, ob eine Antwort echt und unverändert ankommt. Für die Vertraulichkeit der Anfrage ist DNSSEC nicht zuständig.

Mehr Unabhängigkeit von fremden Resolvern

TechnitiumDNS App hin oder her – ein eigener rekursiver Resolver macht niemanden unsichtbar. Er verringert jedoch die Abhängigkeit von den DNS-Diensten des Providers sowie von großen öffentlichen Resolvern wie der von Cloudflare, Google oder Quad9.

In Europa setzen Internetanbieter längst DNS-Sperren auf gerichtliche oder behördliche Anordnung um. Inzwischen geraten auch öffentliche Resolver unter Druck. So will die italienische Regulierungsbehörde Cloudflare beispielsweise dazu zwingen, Sperren aus dem Piracy-Shield-System auch über 1.1.1.1 umzusetzen. Cloudflare wehrt sich gegen diese Vorgaben und eine Strafe in Millionenhöhe.

Ein eigener Technitium-Resolver umgeht jedoch keine IP-Sperre und hilft auch nicht gegen jeden Filter des eigenen Internetanbieters. Die DNS-Auflösung läuft dann aber nicht mehr direkt über einen Anbieter, der nationale Sperrlisten aufgrund gerichtlicher Anordnungen umsetzen soll. Selbsthoster wie wir behalten somit mehr Kontrolle über die eigene Namensauflösung und sind weniger von fremden Filtern, Zensur und sonstigen Einflüssen abhängig.

technitium dns server

Eigener Nutzer statt vollem Admin-Zugriff

Sowohl TechnitiumDNS als auch Technito greifen über die API auf den Server zu. Dafür muss das Admin-Konto nicht automatisch in der App landen. Technitium empfiehlt für API-Token einen eigenen Nutzer mit begrenzten Rechten. So ist man auf der sicheren Seite, falls bei der Einrichtung doch einmal etwas schiefgeht oder kein 2FA eingerichtet ist.

Ein Admin-Token kann je nach Konfiguration Logs abrufen, DNS-Einträge ändern, Zonen bearbeiten und selbstverständlich auch die Einstellungen des Servers anpassen. Wer unterwegs nur Logs prüft, das Blocking pausiert und einzelne Domains freigibt, braucht keinen vollständigen Zugriff auf den ganzen Server. Dafür reicht ein normales Benutzerkonto mit begrenzten Rechten vollkommen aus.

Ein eigener Nutzer beschränkt die App auf die tatsächlich benötigten Funktionen. Wer trotzdem das Admin-Konto nutzt, sollte mindestens 2FA für die WebUI und die App aktivieren und sie wie einen vollständigen Verwaltungszugang zu kritischen Systemen behandeln.

Store-Angaben ersetzen keine Prüfung

Im Play Store gibt Technitium DNS an, keine Daten zu sammeln oder mit Dritten zu teilen. Die Übertragung soll verschlüsselt erfolgen. Im App Store erklärt Technitium ebenfalls, dass man keine Daten erfasst.

Beide Apps stammen jedoch von Drittanbietern und nicht vom Technitium-Projekt selbst. Wer dort Zugangsdaten oder API-Tokens hinterlegt, vertraut damit auch dem jeweiligen Entwickler und dessen Umgang mit den zwangsweise anfallenden Daten.

Unser Fazit zur TechnitiumDNS App unter Android & iOS

Mit TechnitiumDNS für Android und Technitium für iOS lässt sich die Lücke bei der mobilen Verwaltung von Technitium DNS schließen. Damit ist die bisherige Tarnkappe-Reihe über DNS-Blocker samt Apps für den Zugriff auch von außerhalb des eigenen Netzwerks an dieser Stelle abgeschlossen. Nach Technitium DNS selbst und den mobilen Clients für Pi-hole und AdGuard Home* lässt sich nun auch Technitium brauchbar vom Smartphone aus verwalten.

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