Das Portal RansomLook überwacht die Ransomware-Szene. Welche Fragen sollen wir den Machern stellen? Reicht sie bitte jetzt ein!!!
Der Rhysida Leak der Berliner Behörden hat dieses Thema mal wieder groß aufs Tablett gebracht. Ransomware-Gruppen versuchen Unternehmen und Behörden zu erpressen, nachdem sie ihre Festplatten verschlüsselt haben. Gehen sie darauf nicht ein, veröffentlichen die Kriminellen unzensiert alle kopierten Daten auf ihren Leak-Seiten. Um einen Überblick zu erhalten und Trends beobachten zu können, dafür gibt es z.B. den Ransomware-Tracker RansomLook.io. Das Portal gehört übrigens zu den führenden frei zugänglichen Ransomware-Trackern.
Leak-Tracker sorgt für mehr Durchblick
Diese Open-Source-Plattform sammelt und strukturiert unzählige Informationen über die Aktivitäten der verschiedensten Ransomware-Gruppen. Die Benutzung ist kostenlos! Aktuell erfasst das Portal mehr als als 34.000 Ransomware-Posts von über 600 Gruppen, Märkten und zeigt auf, wer in welchen Ländern aktiv war und ist.
Dazu gesellen sich unter anderem Informationen zu Leak-Seiten, Analysen, Ransom Notes (Erpresserbriefe in Form von Textdateien oder Nachrichten), die Krypto-Wallet-Adressen und Torrent-Aktivitäten, sofern die Kriminellen die Daten ihrer Opfer per P2P verteilen. Das Portal überprüft dabei den Zustand der Torrent-Swarms inklusive der Anzahl der Peers, Seeder und Leecher, IP- und ASN-Informationen der beteiligten Peers, weitere Peer-Informationen, Zeitpunkt des letzten Scans und zeigt an, ob ein P2P-Swarm noch aktiv („alive“) oder schon tot ist.
Was sind Dedicated Leak Sites?
RansomLook beobachtet dafür unter anderem die sogenannten Dedicated Leak Sites (DLS). Dort veröffentlichen die Ransomware-Gruppen die Daten ihrer Opfer. Die englischsprachige Plattform erfasst, wann ein Beitrag erstmals entdeckt wurde, welcher Gruppe er zugeordnet wird und welche weitere Infrastruktur damit in Verbindung steht.
Wir sprechen mit den Machern von RansomLook
Das wäre doch ein Kandidat für ein Interview, war direkt unser erster Gedanke. Die Redaktion hat gestern den ersten Kontakt aufgenommen. Wir möchten genauer wissen, wie die Website hinter den Kulissen funktioniert. Interessant zu erfahren wäre auch, mit welchem System überwacht man die vielen Quellen? Wie zuverlässig kann man die Opfermeldungen den jeweiligen Gruppen zuordnen? Und last, but not least: Welche Erkenntnisse kann man aus den gesammelten Daten über die Ransomware-Szene gewinnen? Welche Trends sind erkennbar?
RansomLook.io: Nutzung kostenlos, Quellcode öffentlich
Die Website kann man uneingeschränkt nutzen. Wie gesagt, es fallen keine Kosten dabei an. Es gibt auch keinen verborgenen Premium-Bereich, den man erst nach vorheriger Bezahlung sehen kann. Das Online-Projekt hat hier bei GitHub alle Quellcodes veröffentlicht.
Das GitHub-Repository RansomLook enthält den eigentlichen Anwendungscode einschließlich der Parser (Tools zur Analyse), der Weboberfläche, API und Kommandozeilenfunktionen. Die Entwickler betonen in ihrer aktuellen Version 2.0 ausdrücklich, dass RansomLook bei einer offenen Codebasis bleibt. Somit kann jeder auf Basis der vorhandenen Quellcodes eine eigene Instanz betreiben.
Einsendeschluss ist der 20. September
Und jetzt seid ihr mal wieder gefragt: Welche Fragen sollen wir den Machern stellen? Egal ob technische Fragen zur Plattform, zu den moralischen Aspekten, Überwachung der Leak-Seiten, zur Qualität der Daten, zu Ransomware-Gruppen oder zur Entwicklung von RansomLook – reicht uns bitte eure Fragen für das Interview bei uns im Forum ein. Einsendeschluss ist der 20. September 2026. Alles, was ihr danach einreicht, können wir leider nicht mehr berücksichtigen.
Wir sammeln und bewerten die Fragen und sortieren sie anschließend inhaltlich, um sie den Betreibern zu stellen. Wir sind gespannt auf eure Ideen. Das Thema ist international, das Interview wird deswegen auch in der englischen Sprache erscheinen.

















