Eine Vendetta-Maske auf einem Laptop mit einem Anonymous-Mitglied auf dem Bildschirm
Eine Vendetta-Maske auf einem Laptop mit einem Anonymous-Mitglied auf dem Bildschirm
Bildquelle: NeydtStock, Lizenz

Berühmte Hacker, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden (Teil 3)

Wenn es ums "Hacken" geht, gibt es viele bekannte Namen. Jeder von ihnen hat dazu beigetragen, das Internet auf seine Weise zu verändern.

Was braucht man, um ein berühmter Hacker zu werden? Kann sich auch ein “guter Hacker” durch Hacking einen Namen machen? Und wo verläuft die oft schmale Grenze zwischen Gut und Böse? In der Geschichte des Internets gibt es einige Namen, die einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen haben.

Im zweiten Teil unserer Serie “Berühmte Hacker, an die wir uns noch lange erinnern werden”, haben wir uns an ein paar wahre Legenden aus der bunten Welt der Hacker erinnert. Robert Tappan Morris und Wau Holland werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Heute im dritten Teil geht es unter anderem um eine der wichtigsten und meistgesuchten Figuren der internationalen Cyberkriminalität. Das FBI ist bereit, eine Belohnung von drei Millionen Dollar für Informationen über ihn zu zahlen. Viel Spaß beim Lesen. :)

Berühmte Hacker – Albert Gonzalez

Gonzalez war der Anführer einer internationalen Gruppe von Kriminellen, die zwischen 2005 und 2007 große Einzelhändler wie TJX Companies und Heartland Payment Systems „überfielen“ und Millionen von Kreditkartendaten stahlen. Er wurde später verhaftet und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Gonzalez und seine Hackergruppe erbeuteten die Kreditkartendaten von Millionen von Kunden und verkauften sie auf dem Schwarzmarkt. Der Gesamtschaden wird auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt.

Albert Gonzalez wurde 2008 verhaftet und gestand später seine Verbrechen. Er wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, die er im Hochsicherheitsgefängnis ADX Florence in Colorado verbüßt.

Albert Gonzales – ein Spielball der Geheimdienste?

Pikant ist, dass der Sohn kubanischer Einwanderer bereits 2003 als einer der Betreiber der Hacker-Webseite „Shadowcrew“ verhaftet wurde. Statt ins Gefängnis zu wandern, bekam der in der Szene als „Soupnazi“ bekannte Gonzalez aber die Chance, für den US-Geheimdienst in New Jersey als Informant zu arbeiten. Unter den Decknamen „Cumbajohnny“ lieferte er bei der „Operation Fireball“ 28 Hacker-Kollegen ans Messer.

n-tv.de

Trotz der Schwere von Gonzales‘ Verbrechen wiesen einige Beobachter darauf hin, dass er auch ein Opfer des „Cyberkriegs“ zwischen verschiedenen Staaten und Gruppen sei. Sein Anwalt argumentierte, dass die US-Regierung ihn als Hacker rekrutiert habe, um ausländische Ziele anzugreifen und dass er schließlich „auf die falsche Seite“ geraten sei.

Evgeniy Mikhailovich Bogachev

Bogachev wurde 1983 in Anapa, Russland, geboren und wuchs in einem Dorf in der Nähe von Krasnodar auf. Er begann seine Karriere als Programmierer und entwickelte später Malware, mit der er und seine Komplizen Bankkonten und Kreditkartendaten von ahnungslosen Opfern kopieren (stehlen) konnten.

In unserer Liste berühmter Hacker darf Bogachev nicht fehlen. Schon allein deshalb, weil er für seine Beteiligung an der Entwicklung des Zeus-Botnets bekannt ist. Das Zeus-Botnet war eine Art Malware, die es Hackern ermöglichte, die Kontrolle über die Computer ihrer Opfer zu übernehmen und Daten wie Passwörter, Bankdaten und andere vertrauliche Informationen zu stehlen.

Evgeniy war nicht nur der Entwickler des Zeus-Botnetzes, sondern auch der Anführer einer Gruppe von Cyberkriminellen, die das Botnetz kontrollierten. Die Hacker operierten von Russland aus und unterhielten Verbindungen zu anderen kriminellen Organisationen auf der ganzen Welt. Im Jahr 2012 erhob die US-Regierung Anklage gegen Bogachev und seine Komplizen.

Bogachev wurde von der US-Regierung angeklagt, als er als mutmaßlicher Kopf des Zeus-Botnets identifiziert wurde. Im Jahr 2014 gab das FBI dann bekannt, das Bogachev auf der Liste der meistgesuchten Cyberkriminellen stehe und setzte eine Belohnung in Höhe von drei Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zu seiner Festnahme führen.

Einer der meistgesuchten Hacker weltweit

Seither wird international nach Bogachev gefahndet, und es wird vermutet, dass er sich noch immer in Russland aufhält, wo er möglicherweise den Schutz der Behörden genießt. Bis heute ist er auf freiem Fuß und gilt weiterhin als eine der meistgesuchten Personen im Bereich der Cyberkriminalität.

Berühmte Hacker – Hans Heinrich Hübner

Hans Heinrich Hübner, vielen auch bekannt unter seinem Pseudonym „Pengo“, war in den 1980er und 1990er-Jahren ein bekannter Hacker. Er gilt als einer der Pioniere der deutschen Hackerszene und war berüchtigt für seine Fähigkeiten im Reverse Engineering und in der Programmierung von Computerviren. Hübner war zusammen mit Markus Hess und Karl Koch an den Hacks beteiligt, die damals zu den Zeiten des Kalten Krieges der KGB finanziert hat. Leider hat man ihn in der Handlung des Kinofilms „23 – Nichts ist so wie es scheint“ komplett außen vor gelassen. Hübner wurde Ende der 1980er-Jahre aktiv und war Mitbegründer der Hackergruppe „Chaos Computer Club“ (CCC).

Unter dem Namen „Pengo“ entwickelte Hübner mehrere bekannte Computerviren, darunter den „Ping-Pong“-Virus, der 1988 erstmals auftauchte und sich schnell verbreitete. Der Ping-Pong-Virus war ein sogenannter Bootsektor-Virus, der sich in den Bootsektor von Disketten einnistete und sich von dort aus auf andere Computer ausbreitete. Er war auch für die Entwicklung von „Vienna“ verantwortlich. Einem der ersten „polymorphen Viren“, der sich automatisch veränderte, um der Erkennung durch Antivirenprogrammen zu entgehen.

1994 wurde Hübner verhaftet und später zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er den Quellcode des Virenprogramms „AIDS“ entwickelt und verbreitet hatte, das speziell darauf abzielte, das Betriebssystem von Siemens-Computern zu infizieren. Nach seiner Freilassung arbeitete er als IT-Berater und blieb in der Hackerszene aktiv.

Pengo – eine bedeutende Figur der frühen Hacking-Kultur

Auch Hans Heinrich Hübner darf in unserer Liste der berühmten Hacker nicht fehlen. Denn er ist nicht nur einer der Gründer des CCC. Nein, er ist auch eine sehr wichtige Figur der frühen Hackerkultur hier bei uns in Deutschland. Er hat entscheidend dazu beigetragen, das Bewusstsein für Computersicherheit und Datenschutz zu schärfen.

Die “bunte” Welt der berühmtesten Hacker – weiter geht’s in Teil 4!

Das war der dritte Teil unserer spannenden Artikelserie. Aber keine Sorge, denn es gibt noch viele Geschichten zu erzählen und zahlreiche geschichtsträchtige Namen aus der Welt des “Hacking” zu entdecken. Freut euch also mit mir auf Teil 4 unserer Artikelserie “Berühmte Hacker, die uns noch lange in Erinnerung bleiben”.

Welche Namen fallen euch zum Thema berühmte Hacker noch ein? Wer hat mit seinen Taten nachhaltig unsere Gesellschaft und somit unsere Welt verändert? Wer hat damals für große Schlagzeilen gesorgt? Hinterlasst uns eure Ideen doch bitte bei uns im Forum.

Über

Sunny schreibt seit 2019 für die Tarnkappe. Er verfasst die wöchentlichen Lesetipps und berichtet am liebsten über Themen wie Datenschutz, Hacking und Netzpolitik. Aber auch in unserer monatlichen Glosse, in Interviews und in „Unter dem Radar“ - dem Podcast von Tarnkappe.info - ist er regelmäßig zu hören.