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Cemu 2.0: Wii U Emulator wendet sich Linux & Open Source zu

Selbst jetzt, wo die Wii U größtenteils in Vergessenheit geraten ist, wird der Emulator Cemu etwa 250.000 Mal pro Monat heruntergeladen.

Im Jahr 2014 begann Cemu als reine Machbarkeitsstudie. Die beiden Programmierer Exzap und Petergov wollten ursprünglich nur ausprobieren, ob es möglich ist, diese Spielkonsole auf Windows-Systeme zu portieren. Doch der zweite Entwickler hat sich zwischenzeitlich anderen Projekten zugewendet. Auch deswegen bringt die neue Version einige Änderungen mit sich.

Wir haben Cemu zwar heute schon kurz in den Lesetipps angekündigt, doch das Projekt ist auch einen zweiten ausführlichen Blick durchaus wert.

Cemu ist nun Open Source

Der Emulator war stets kostenlos, doch ab sofort ist Cemu Open-Source. Das Github-Repository ist bereits verfügbar. Somit kann jeder dazu beitragen oder den Quellcode studieren, um mehr über die technischen Hintergründe zu erfahren. Die Software wurde unter einer Mozilla Public License 2.0 veröffentlicht, um jeglichen Code-Klau juristisch belangen zu können.

Der Entwickler Exzap steht schon länger alleine da und hofft, dass er demnächst Unterstützung aus der Community erhalten wird, um das Programm weiter zu optimieren. Bislang gab’s Cemu für die GPU von NVIDIA, AMD und Intel für Windows. Die erste Linux-Version ist bei Github verfügbar, doch so weit ist die Entwicklung dort noch nicht. Das mag auch der Grund sein, weswegen man die Linux-Version noch nicht von der offiziellen Webseite herunterladen kann.

Cemu

Bei Reddit schrieb Exzap: “(…) in den letzten zwei Jahren habe ich auch ein wachsendes Gefühl des “Steckenbleibens” entwickelt. Die Arbeit an Cemu macht mir immer noch Spaß. Aber sie frisst meine gesamte Freizeit auf, so dass kein Platz mehr für andere Programmierprojekte oder Hobbys bleibt. Immer wenn ich mir sage, dass ich mir Zeit für andere Dinge nehmen soll, bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil mein selbst auferlegtes Verantwortungsgefühl mich dazu bringt, Cemu immer über meine eigenen Interessen zu stellen. Dieses Jahr war besonders anstrengend, weil ich Cemu im Alleingang auf Linux portiert habe und gleichzeitig versucht habe, einigermaßen konstante Updates für Funktionen und Fehlerbehebungen (für Windows) zu liefern.

Letztendlich scheint die Öffnung der Entwicklung die logische Entscheidung zu sein. Das war ohnehin schon immer der langfristige Plan. Da Cemu Open-Source ist, besteht die Hoffnung, dass neue Mitwirkende dort weitermachen, wo ich aufgehört habe. Das soll nicht heißen, dass ich Cemu aufgeben werde, ich werde nur mehr eine Rolle im Hintergrund einnehmen und weiterhin Code beisteuern, aber nicht auf Vollzeitbasis.”

reddit

Diverse Fehler mit Version 2.0 behoben

Bislang ist der Emulator trotz des Herstellers Nintendo noch öffentlich verfügbar. Das japanische Unternehmen ist ja durchaus bekannt dafür, zeitnah juristisch gegen jegliche unerlaubte Nutzung ihrer Hard- und Software vorzugehen. Nintendo hat einen eigenen Emulator für den Gameboy entwickelt. An der fast vergessenen Wii U dürfte man hingegen kein gesteigertes Interesse besitzen. Bislang ist Cemu von juristischen Winkelzügen noch nicht betroffen. Man darf hoffen, dass dies dauerhaft so bleibt.

Mit Cemu Version 2.0 hat man unter anderem zahlreiche Fehler behoben, das Changelog ist hier verfügbar.. Zumindest die Windows-Version gilt gemeinhin als gut nutzbar. Am Linux-Port wird man hingegen noch etwas länger basteln müssen … Wer sich beteiligen oder diesbezüglich austauschen möchte, kann den Chat bei Discord (Invitation leider abgelaufen), den Subreddit oder die entsprechenden Threads bei den Foren ResetEra oder NeoGAF besuchen.

Tarnkappe.info

Kategorie: Gaming
Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.