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Bildquelle: Sunrise King, thx!, Lizenz

Windows 11 verlangt zwingend Angabe der Kreditkarte

Die neueste Testversion von Windows 11 lässt viele aufhorchen. Microsoft verlangt bei der Installation die Kreditkartendetails des Anwenders.

Windows 11 Insider Preview Build 22567 vom Dev Channel beinhaltet mehrere neue Funktionen. Aber es gibt eine, die einige Nutzer bestimmt in Aufruhr versetzen wird. Klar ist, dass Microsoft, von bösen Zungen Vole (die Wühlmaus) genannt, von allen Nutzern die Angabe ihrer Kreditkartendetails bei der Installation von Windows 11 verlangen wird.

Windows 11 macht nach, was iOS vorgemacht hat

Windows 11 Pro, windows 11

Das passt geradezu „perfekt“ zur Nachricht von vor etwa zwei Wochen, wonach MS alle Lücken geschlossen hat, wenn es um die Installation geht. Es wird kein Windows 11 Home oder Pro ohne Angabe des eigenen Microsoft-Kontos geben. Dazu kommt: Wer beim Installieren offline ist, hat Pech gehabt. Windows 11, egal ob Home oder Pro, wird sich nur noch online installieren lassen.

Eigentlich ist das Ganze wenig überraschend. Mit der Verknüpfung des eigenen Accounts an die Windows-Version gibt man schon jetzt bei Windows 10 seine Anonymität auf. Andere Hersteller wie Apple lassen eine Nutzung ihrer mobilen Geräte (iPad/iPhone) ohne Kreditkarte sowieso nicht zu. Möglicherweise ist die Angabe der Kreditkartendetails sogar sinnvoll, um innerhalb des Microsoft-Ökosystems online Einkäufe zu tätigen. Doch das erklärt noch lange nicht den Zwang der Angabe.

Windows 11: Achtung, Ihre Kreditkarte läuft demnächst ab!

Klar ist, dass der Hersteller die zusätzlichen Kreditkarteninformationen als Teil der im letzten Monat hinzugefügten Abonnementoption namens Microsoft-365-Abo betrachtet. Sollte die Gefahr bestehen, dass ein Abonnement des Nutzers wegen einer abgelaufenen Kreditkarte gefährdet ist, wird Microsoft die Anwender bitten, ihnen eine gültige Kreditkarte zu übermitteln. Stellt sich die Frage, ob Windows 11 noch nutzbar sein wird, sofern man dies unterlässt.

Microsoft degradiert den PC zum Shopping-Gadget

cashtocode Cybercrime

Offenkundig betrachtet Microsoft den PC mittlerweile primär als Einkaufs-Werkzeug, das nicht nur für die Arbeit oder Spiele geeignet ist. Bei Windows 11 gibt es zudem eine neue Sicherheitsfunktion namens Smart App Control. Diese überwacht alle neuen Anwendungen und Spiele, die man installieren will. Microsoft blockiert nicht vertrauenswürdige oder potenziell gefährliche Anwendungen.

Das Problem kennt man von macOS. Dort wird ganz neue oder Software von kleinen Herstellern grundsätzlich als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Wer die Programme trotzdem installieren will, muss dies extra bestätigen.

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Doch es kommen mit dem neuen Preview Build auch ein paar sinnvolle Neuerungen auf uns zu. Die Update-Funktion von Windows 11 aktiviert das Betriebssystem in dem Moment, wenn der Anteil klimafreundlicher Energie im Stromnetz besonders hoch ist. Das neue OS bietet zudem die Einrichtung einer Verbindung zwischen Windows 11 und Android-Smartphones an. Auch die Unterstützung der Touch-Gesten hat man verbessert.

Keine Lust auf die perfekte Überwachung?

Wer seine Anonymität nicht schon bei der Einrichtung seines PCs abgeben möchte, für den haben wir hier einige Alternativen im Angebot. Außerdem sollte man sich vor einem Wechsel stets die Frage stellen: Was bietet einem das neue Windows, was das jetzige Betriebssystem nicht leisten kann? Muss man wirklich jeden Hype mitmachen?

Alternative: Windows 11 per Browser ausprobieren

Wer trotz aller Bedenken unbedingt Windows 11 ausprobieren möchte, sollte diese Webseite besuchen. Die Website blueedgetechno basiert auf React, CSS (SCSS) und JavaScript. Der Quellcode ist hier für Neugierige verfügbar. Es handelt sich nicht die neueste Version. Doch der Programmierer bindet alle Neuerungen nach und nach ein. Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann hier dafür spenden.

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.