Amazon Charts: neue Alternative zu SPIEGEL-Bestsellerlisten?

Gibt der SPIEGEL-Bestseller-Newsletter bei Buchreport jede Woche einen Überblick zu den Aufsteigern in den SPIEGEL-Bestsellerlisten, so hat dieser wohl mit dem neuen Service bei Amazon starke Konkurrenz bekommen: In „Amazon Charts“ führt Amazon künftig die aussichtsreichsten Bücher der Woche auf. Die dabei erhaltenen Resultate basieren auf Analysen hinsichtlich der Anzahl der Kindle-Leser und Audible-Hörer, informierte Amazon gestern in einer Pressemitteilung.

Amazon hält 20 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Buchmarkt

Gemäß einer, Ende letzten Jahres durchgeführten, statistischen Erhebung der Universität St. Gallen zur Ermittlung einer konkreten Indexzahl, des „Amazon Market Dominance Index (AMDI)“, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruhte, ist der Buchmarkt von Amazon mit einem AMDI von sieben der am stärksten dominierte Markt. Demnach entfallen auf Amazon knapp 20 Prozent des gesamten Umsatzes im deutschen Buchmarkt. Auf diese eklatante Marktposition gründend sind die Ergebnisse von Amazon Charts somit äußerst aussagekräftig und durchaus beachtenswert.


Statistische Aufbereitung sorgt für Übersicht

Laut Amazon wertet die neue, wöchentlich erscheinende Beststellerliste der Top 20 meistgelesenen Titel für die Kategorien Belletristik und Sachbuch, „die am häufigsten gelesenen, gehörten, geliehenen und verkauften Bücher aller Formate aus“. Sie repräsentiert eine Auflistung von Kindle- und Audible-Titeln, die Amazon-Kunden wöchentlich real am häufigsten lesen und hören. Dazu werden die durchschnittliche Anzahl der täglichen Nutzer herangezogen. Ein weiteres Ranking „Meistverkauft“ berücksichtigt ausschließlich die Käufe, Vorbestellungen und Ausleihen. Unterschieden wird in die beiden Kategorien: „Meistgelesen“ und „Meistverkauft„.

Die SPIEGEL-Bestsellerlisten: Altbekannt und viel beachtet

Die Informationen zu den SPIEGEL-Bestsellerlisten hingegen werden durch Buchreport im Auftrag des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL „durch elektronische Abfrage in den Warenwirtschaftssystemen buchhändlerischer Verkaufsstellen“ aus den Verkaufsdaten von über 4.200 Läden bezogen. Zur Erhöhung der Aussage trägt ein Sortieren der Titel nach inhaltlichen Kriterien sowie Buchtypen, wie Hardcover, Taschenbuch und Paperback, bei. Die Rangfolge der Titel ergibt sich hier ausschließlich aus der Anzahl der verkauften Exemplare je Titel. Auf der SPIEGEL-Bestsellerliste zu sein, ist gleichbedeutend ein „Prädikat und ein effizientes Marketing- und Verkaufsargument“.

Mit „Amazon Charts“ zur Gewinnung neuer Leser

Auch Jose Chapa, Head of EU Books Store, wirbt offensichtlich mit den Amazon Charts für neue Leser: „Wir freuen uns sehr, Amazon Charts in Deutschland vorzustellen und unseren Kunden brandneue Einblicke in die meistgelesenen und meistverkauften Bücher aller Formate bei Amazon.de zu geben. Wir hoffen, dass die wöchentlichen Rankings die Leser dazu inspirieren, Neues auszuprobieren – sei es als Buch, eBook oder Hörbuch“. Dazu beitragen soll, dass die Kunden gleichzeitig auch „spannende Einblicke in die Reaktionen anderer Leser auf die jeweiligen Titel“ gewinnen sollen, wie, „welche E-Books häufig zitiert sind, also bemerkenswerte Zitate beinhalten, die besonders häufig von Lesern markiert wurden“ oder aber Titel aufgezeigt werden, die außergewöhnlich schnell komplett gelesen werden.

 

Bildquelle: klimkin, thx! (Pixabay Lizenz)

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