Wie verdient man in der Fraud-Szene Geld?

Wer sich schon immer gefragt hat, wie man eigentlich in der Fraud-Szene Geld verdienen kann, muss nicht mehr länger suchen. Wir liefern hier die Antwort. Also jetzt weiterlesen!

Wenn man sich anschaut, womit in der Szene Geld verdient wird, dann kann man dies in drei große Bereiche einteilen: die aktive Betrüger, die Versorger unter den Betrügern und last, but not least die Dienstleister rund um die Szene.


Natürlich gibt es auch noch vereinzelte Nischen. Auch der Drogenhandel gehört zur Szene. Aber wir behandeln heute die großen Bereiche, die für die meisten zugänglich sind. Also fangen wir an mit den klassischen Tätigkeiten im Betrugs-Sektor (Fraud):

Fraud-Szene: die aktiven Betrüger

fraud-szeneDiejenigen die in der Szene aktiv betrügen, fokussieren sich meist entweder auf Privatpersonen oder Unternehmen und je nach Entscheidung gibt es unterschiedliche Methoden. Die meisten Cyberkriminellen, die sich auf den Betrug von Privatpersonen konzentrieren, verdienen ihr Geld durch das sogenannte Fillen. Das heißt: sie haben verschiedene Methoden mit denen sie Geld-Depots befüllen. Meist verkaufen Sie dann auf bekannten Online-Plattformen nicht existente Produkte und halten ihre Opfer mittels Social Engineering so lange hin, bis sich das Geld sicher in ihren Händen befindet.

Die Betrüger, die den Fokus auf Unternehmen legen, gehören eher in den Bereich der Carder. Das heißt sie bestellen Waren mit gestohlen oder anderweitig beschafften Zahlungsmitteln und fangen sie dann ab, um sie weiterzuverkaufen. Oftmals schadet dieses Vorgehen aber dennoch indirekt Privatpersonen, denn es handelt sich wie gesagt um Zahlungsmittel, die gestohlen wurden.

Die aktiven Betrüger können je nach Methode zwischen 6.000 und ca. 28.000 Euro pro Woche verdienen. Wenn man sogenannte Fakeshops betreibt (und mit Adwords vertraut ist), kann der Umsatz sogar nochmals deutlich gesteigert werden.

Die Versorger unter den Betrügern

Ein aktiver Betrüger hat oftmals einiges an Arbeit zu erledigen, egal ob er nun seine Opfer beschäftigen oder die Ware abfangen muss. Manchmal ist es besser, bestimmte Arbeit an Dritte abzugeben. Genau dann greift man auf in der Szene vertraute Quellen in Form von privaten Anbietern oder sogar Szeneshops (wie z. B. Genozid) zurück. Sie erstellen oder phishen zum Beispiel Accounts, bieten Bankdrops an oder auch echte und gefälschte Dokumente. Alles, was ein Betrüger für seine Arbeit an Materialien benötigt, kann er bei anderen Szene-Mitgliedern erwerben. Wenn man so etwas als kleiner Verkäufer macht, kommen von 1.000 Euro bis zu 17.000 Euro pro Woche als relativ großer Szenenshop-Besitzer dabei herum.

Die Dienstleister rund um die Szene

fraud-szeneHat man neben der Betrügerei noch andere Talente oder möchte sich einfach nicht die Hände schmutzig machen, dann kann man dennoch in der Szene sein täglich Brot verdienen. Als Anfänger möchte man sich beispielsweise ein Tutorial kaufen und als seriöser Verkäufer kommt man langfristig nicht daran vorbei, seinen Verkaufs-Thread durch eine passende Grafik zu verschönern. Immer frei nach dem Motto: das Auge isst mit. Aber auch Computer-Experten entwickeln zum Beispiel spezielle Programme für die Szene oder stellen Remote-Desktops zur Verfügung, bieten Botnetzwerke und Social-Media-Likes zum Kauf an.

Alles an Arbeit, die eigentlich nichts mit der Szene zu tun hat und im legalen Bereich gesucht ist, bietet sich oft auch als Möglichkeit an in der Szene Geld zu verdienen. Hier ist es schwierig genaue Zahlen zu nennen, da es wirklich auf die einzelne Dienstleistung ankommt. Programmierer verdienen als Beispiel bis zu 200 Euro pro verkauftem Programm, während Grafiker teilweise nur auf um die 50 Euro pro Auftrag kommen.

Die Ripper

Last, but not least verdienen sehr viel die Leute, die Dritte um ihr Erspartes geben. Die Neulinge in diesem Bereich sterben nie aus, im Gegenteil. Wer morgens nicht in den Spiegel schauen muss oder damit kein Problem hat, kann ohne Frage dort viel Geld in kurzer Zeit umsetzen.

 

Dies war ein erster Einblick hinter die Kulissen der Fraud-Szene. Vorgestellt wurden die drei großen Bereiche der Szene, in denen das meiste Geld fließt. Wenn euch der Artikel gefallen hat, dann freut mich ein positives Feedback. Wenn Unklarheiten bestehen sollten, stellt einfach bitte Eure Fragen, danke!

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Alt aber gut: Interview mit einem Cyberkriminellen & Teil 2.

 

Beitragsbild Wout Vanacker, thx! (unsplash licence)

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