Bankraub: Google musste bei Ermittlungen helfen

US-Ermittler zwangen Google dazu, sie bei der Suche nach zwei Männern zu unterstützen, die im Oktober 2018 einen Bankraub durchgeführt hatten. Daraufhin musste Google zum fraglichen Zeitraum die Daten aller Handybenutzer im Umkreis weniger Meter preisgeben.

Ein Bankraub ohne Spuren

Am 13. Oktober 2018 gingen zwei Männer in eine Great Midwest Bank in einem Vorstadtzentrum vor Milwauke. Beide waren die ersten Besucher als die Bank öffnete. Allerdings waren sie kaum zu erkennen hinter Sonnenbrillen und schweren Bärten. Ein Mann sprang auf den Counter, zog eine Pistole heraus und warf einen Müllsack hinunter, den die Kassierer mit Geld füllen mussten. Sie verließen die Bank um 9:09 Uhr, nur sieben Minuten nach ihrem Eintritt, und trugen die Taschen voller Bargeld, drei Schubladen aus dem Tresorraum und der Kasse sowie die Schlüssel zum Tresorraum selbst.


Polizei findet keine Anhaltspunkte, Google muss helfen

Bankraub: Foto der Überwachungs-Kamera

In den folgenden Monaten haben Polizei und Bundespolizisten damit zu kämpfen, die Bankräuber aufzuspüren. Lokale Medien schickten Bilder von den Sicherheitskameras der Bank, aber es gab keine Hinweise. Schließlich traf die Polizei eine aggressivere Strategie: Google dazu zwingen, die Telefone der Bankräuber aufzuspüren.

Richter stellten Google einen Durchsuchungsbefehl aus

Im November stellten Ermittler Google einen Durchsuchungsbefehl aus und fragten nach Daten, die jeden Google-Nutzer identifizieren würden, die sich während des Zeitraums des Raubs innerhalb von 30 Metern in der nähe der Bank aufgehalten hatten. Sie suchten nach den beiden Männern, die in die Bank gegangen waren, sowie nach dem Fahrer, der die Crew abholte. Es ist eine aggressive Vorgangsweise, jedes Android-Handy in dem Zeitraum aufzuspüren und der Polizei zu vertrauen, die richtigen Verdächtigen in dem Durcheinander der Daten zu finden. Aber die Richter fanden es völlig legitim.

Reverse Location Search setzt sich in den letzten Jahr immer mehr durch

Die Reverse Location Search hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt. Mehr als 20 solcher Fälle wurden in Minnesota zugestellt, und mindestens ein ähnlicher Fall wurde in North Carolina bekannt. Am umstrittensten war, dass die Technik verwendet wurde, um Verdächtige zu identifizieren, nach einem Vorfall in Manhattan.

In jedem Fall verfolgte die Polizei nicht den Standort eines bestimmten Verdächtigen, sondern zog die Namen aller Personen heran, die bei einem Verbrechen in der Nähe waren. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisierte diese Vorgehensweise mit der Begründung, dass dies ein massiver Verstoß gegen die Privatsphäre und die geltenden Datenschutzgesetze sei. Aber diese Bedenken reichten nicht aus, um die Polizei davon abzuhalten, weitere Haftbefehle für die Reverse Location Search einzureichen.

Ermittler kommen trotzdem nicht weiter

EFF SurveillanceIn diesem Fall ist nicht klar, wie hilfreich diese Technik tatsächlich war. Auf Nachfrage des Magazins The Verge, sagten die Beamten, dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei. Wegen dem Bankraub könnten sie ihnen noch keine zusätzlichen Informationen liefern. Die Reverse Location Search scheint wohl doch nicht so hilfreich zu sein wie angenommen.

Tarnkappe.info

 

Bildquelle, thx! (CC0 1.0)

 

Vielleicht gefällt dir auch