Google Chrome trackt Nutzerverhalten auch im Inkognito-Modus

Eine Studie zeigt, wie der Inkognito-Modus bei Google Chrome ausgehebelt werden kann. Google kann das Surfverhalten eindeutig zuordnen.

Google Chrome trackt Nutzerverhalten auch im Inkognito-Modus

Eine Analyse von Googles Datenerhebung durch Forscher der Vanderbilt University in Nashville zeigt auf, dass Google über seinen Webbrowser Chrome auch beim aktivierten Inkognito-Modus das Nutzerverhalten von Usern trackt. Die aktuelle Studie wurde von der Fachorganisation Digital Content Next in Auftrag gegeben und untersucht, wie Daten aus allen Google-Produkten erfasst werden, darunter Android-Mobilgeräte, Chrome-Webbrowser, YouTube und Fotos.

Webbrowser Google Chrome kann immer tracken

In dem Studienbericht heißt es, Google könnte das private Surfen rückwirkend mit bestimmten Verbrauchern verbinden. Und dies obwohl viele Benutzer tatsächlich annehmen, dass ihre Online-Spuren ausgeblendet sind, wenn sie sich in der Inkognito-Einstellung befinden. Die Daten werden zwar mit einem anonymen Marker gesammelt. Dennoch wäre es Google möglich, eben diese Angaben zu einem späteren Zeitpunkt Nutzerinformationen zuordnen, die mit dem jeweiligen Account verbunden sind. Nämlich genau dann, wenn sich dieser User bei einem Google-Dienst anmeldet, bevor er die private Browsersitzung beendet. Wenn man jedoch eine „Inkognito“ -Sitzung beendet, bevor man sich bei einem Google-Dienst anmeldet, löscht man alle mit dieser Sitzung verknüpften Daten.


So funktioniert es: Eine Person startet eine private Browsersitzung in Chrome. Auf Websites, auf denen Werbeanzeigen von Google geschaltet werden, platziert Google anonyme Cookies. Wenn sich dieselbe Person bei einem Google-Dienst wie Google Mail oder YouTube anmeldet, kann der Anbieter eine Verbindung zur anonymen Aktivität herstellen. Und dem Nutzer dann die Daten zuordnen. Es sei denn, die Cookies sind abgelaufen oder der Benutzer hat sie manuell gelöscht.

Douglas Schmidt, Informatik-Professor an der Vanderbilt University und Verfasser der Studie meint, mit der Zuordnung der anonymen Daten zu einem bestimmten Nutzer verschaffe Google sich gegenüber anderen Mitbewerbern einen Vorteil. Jason Kint, CEO von Digital Content Next kommentiert das Ganze auch. Er urteilt, dass man die User damit in die Irre führt, da sie damit rechnen, dass ihre anonymen Daten auch anonym bleiben.

Bewegungsprofile erstellen kein Problem

Zudem besagt die Studie, dass Google auch nachkommen könne, auf welche Art sich der User fortbewegt. Also ob er läuft, Fahrrad, Zug, bzw. Auto fährt etc. Dies geschieht, indem man die Standortkoordinaten eines Android-Nutzers in regelmäßigen Abständen in Kombination mit den Daten von On-Board-Sensoren auf Mobiltelefonen erfasst. Aber auch Googles Fotodienst ist ein riesiger Datenspeicher dank Bilderkennung, so der Bericht. Standardmäßig analysiert Google Fotos und erkennt Logos, Tiere und andere Merkmale. Es erfasst sogar den emotionalen Zustand der Gesichter von Personen.

Eine Google-Sprecherin dementiert die Ergebnisse auf Nachfrage von AdAge. The company does not „join signed-out activity with your Google account information. We do not associate incognito browsing with accounts you may log into after you’ve exited your Incognito session. And our ads systems have no special knowledge of when Chrome is in incognito mode. Or any other browser in a similar mode (ex: Safari Private Browsing, Firefox Private Browsing). We simply set and read cookies as allowed by the browser.“

Grafik Nikin, thx! (CC0 1.0 PD)

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.