Silk Road: Winkt Ross Ulbricht vor Trumps Amtszeit-Ablauf Begnadigung?

Präsident Donald Trump erwägt Berichten zufolge Gnade für Ross Ulbricht, den verurteilten Gründer des Online-Drogenmarktes Silk Road.

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Silk Road
Bildquelle: kmicican

Manche Präsidenten sprechen kurz vor Ende ihrer Amtszeit noch Begnadigungen aus. Im Fall von Donald Trump gibt es aktuell Grund zu der Annahme, dass er die Begnadigung von Ross Ulbricht, dem Gründer und Administrator des Darknet-Markets Silk Road, eventuell in Erwägung zieht. Mit dieser News wartete die amerikanische Nachrichtensite „The Daily Beast“ auf. Sie beruft sich dabei auf zwei anonyme Quellen. Die Begnadigung von Julian Assange hat sich ja leider als Ente herausgestellt.

Im Jahr 2015 erhielt Ross Ulbricht, als Gründer und Erstbetreiber des Online-Schwarzmarkts Silk Road, eine zweifache lebenslange Haftstrafe plus 40 Jahre. Für ihn bestand bisher keine Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung. Zahlreiche Aktivisten der Reform der Strafjustiz bezeichneten das Urteil als übermäßige Haftstrafe für gewaltfreie Straftaten.

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Gemäß The Daily Beast hätte nun Donald Trump sein Mitgefühl für die Situation von Ross Ulbricht zum Ausdruck gebracht. In seinen letzten Amtswochen vor der Amtseinführung von Joe Biden würde es Präsident Donald Trump in Erwägung ziehen, Ross Ulbricht für anstehende Strafmilderungen und Gnadengesuche mit vorzusehen. Mitarbeiter der Rechtsberatung des Weißen Hauses (White House Councel’s Office) sollen bereits Dokumente zum Fall Ulbrichts deswegen nochmals überprüft haben. Zudem soll Trump über die Situation und Bitten der Unterstützer des Silk-Road-Gründers in Kenntnis gesetzt worden sein.

Bisher ist noch fraglich, ob Trump zu einer endgültigen Entscheidung gelangt ist. Jedoch hätte Ulbricht einige einflussreiche Unterstützer im politischen und sozialen Orbit des Präsidenten gewonnen. Hinter den Kulissen hat er die Unterstützung einiger Berater des Präsidenten sowie von Befürwortern der Reform der Strafjustiz, die eng mit der Verwaltung und der Familie Trump verbunden sind, einschließlich Alice Johnson.

Silk Road – ein Darknet-Market der Superlative

Silk Road war der erste große Darknet-Market, auf dem illegale Waren und Dienstleistungen, einschließlich illegaler Drogen, von den Nutzern der Website sowohl gekauft, als auch verkauft wurden. Ross William Ulbricht betrieb die illegale Plattform von 2011 bis 2013. Silk Road setzte Bitcoins ein, um laut Gerichtsdokumenten in weniger als drei Jahren den Gegenwert von 1,2 Milliarden Dollar an illegalen Verkäufen zu erzielen. Zudem erreichten sie 80 Millionen Dollar an Provisionen. Im Jahr 2013 sperrten die Strafverfolgungsbehörden infolge Silk Road und verhafteten ihren Besitzer und Betreiber Ross Ulbricht. Dieser war außerdem auch bekannt als „Dread Pirate Roberts“. Man hat Ulbricht im Jahr 2015 zu einer lebenslangen Haftstrafe veruteilt. Eine New Yorker Bundesjury hat ihn 2015 in sieben Anklagepunkten für schuldig befunden. Darunter Verschwörung zum Vertrieb von Betäubungsmitteln und ebenso Geldwäsche.

Das US-Justizministerium gab erst kürzlich, am 05.11.2020, bekannt, 69.000 Bitcoins und andere Kryptowährungen im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar im Zusammenhang mit dem Darknet-Online-Marketplace Silk Road beschlagnahmt zu haben. Die Kryptowährung hätte sich im Besitz eines namenlosen Hackers befunden, der sie von der „berüchtigten“ Website gestohlen habe. In der Wallet eingelagert war sie dabei von April 2013 bis zur Beschlagnahme. Es wäre die größte Kryptowährungsbeschlagnahme, die jemals von der US-Regierung durchgeführt wurde, weist das Justizministerium hin.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.