RIAA: Meldet Telegram an die US-Regierung wegen Piraterie

Die RIAA hat der US-Regierung ihren neuesten Überblick über Piraterie-Märkte vorgelegt. Neben der Auflistung von Torrent-Websites und Download-Portalen, erscheint dieses Mal auch der Messenger Telegram.

Die RIAA hat dem US-Handelsbeauftragten eine Liste der Piraterie-Märkte vorgelegt. So werden in dem Dokument Piraterie-Seiten erwähnt, von denen die RIAA sagt, dass sie gegen das Urheberrecht verstoßen. Traditionell liegt der Fokus auf klassischen Piraterie-Seiten wie Torrent-Indexern, Download-Portalen etc. Diese sind auch in der letzten RIAA-Einreichung aufgeführt. Es enthält viele der üblichen Verdächtigen, wie The Pirate Bay, Uploaded und Co.


RIAAs neues Problem: Telegram

Das neue Problem der RIAA lautet: Telegram. Die Software, die die VKontakte-Gründer Nikolai und Pavel Durov vor einigen Jahren auf den Markt brachten, nutzen Piraten häufig. So heißt es in den RIAA-Dokumenten. Schließlich soll es Telegram seinen Benutzern ermöglichen, Dateien bis max. 1,5 GB zu teilen. Dies ist eine Funktion, die mit Skripten automatisiert werden kann und schon, laut RIAA, einige Bots nutzen.

„Telegram bietet viele benutzerdefinierte Kanäle, die der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Tonmaterial gewidmet sind, wobei sich einige Kanäle auf bestimmte Genres oder Künstler konzentrieren“ – Statement der RIAA übersetzt

RIAA sendete über 18.000 DMCA-Beschwerden an Telegram

„Wir haben jedoch festgestellt, dass die meisten Kanalbetreiber offenbar keine Maßnahmen als Reaktion auf unsere Mitteilungen ergreifen, wobei fast alle in unseren Mitteilungen aufgeführten Verstöße weiterhin aktuell sind“, schreibt die RIAA.

Die RIAA versendete bereits über 18.000 DMCA-Beschwerden an Telegram. Doch Telegram leitet diese Beschwerden nur an die Channel-Besitzer weiter. Für diese zieht es keinerlei weitere Konsequenzen seitens Telegram nach sich. Jedoch reicht das der RIAA nicht, da die Channel weiterhin bestehen bleiben. Der Besitzer des TeleTransferX-Bots bestätigte mir dies, da auch er mehrere DMCA-Beschwerden erhalten habe, aber keinerlei Konsequenzen bis heute sah.


„Ebenso unternimmt Telegram keinen erkennbaren Versuch, zu überprüfen, ob die Kanalbetreiber unsere Hinweise befolgt haben und scheint keine Art von wiederholten Verstößen zu haben.“ – RIAA

Indem die RIAA Telegram auf die Tagesordnung des US-Handelsbeauftragten setzt, hofft sie, dass die Messaging-App direkt oder indirekt mehr tun wird, um Piraterie zu verhindern. Interessanterweise ist Telegram sowohl als UK LLP als auch als American LLC registriert, so dass nicht klar ist, ob es sich aus US-Sicht tatsächlich um einen ausländischen Markt handelt.

Malware sei ein Problem auf Piraterie-Seiten

Zusätzlich zu den oben genannten Themen umfasst die Vorlage der RIAA meist vertraute Themen. Im diesjährigen Themenschwerpunkt weist die RIAA darauf hin, dass Malware beispielsweise auf Piratenseiten ein Problem bliebe.

WHOIS-Daten sollen öffentlich und verifiziert sein

Die Musikgruppe hebt auch Probleme mit sicheren Hosting-Providern hervor, die DMCA-Nachrichten ignorieren. Darüber hinaus betonen sie erneut, dass die WHOIS-Daten veröffentlicht und verifiziert werden sollten. Der US-Handelsbeauftragte wird die oben genannten Informationen nutzen, um sich ein Bild davon zu machen. Mit dem Ziel: aktuelle Bedrohungen zu identifizieren und gleichzeitig die ausländischen Regierungen aufzufordern, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

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Bild von  MATT ROGERS auf Pixabay, thx!

 

Autor bei Tarnkappe

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