Rätselraten um Boerse.bz geht weiter

Article by · 18. Juli 2014 ·

boerse.bz
Laut Szenebin.org soll der GVU ein Informant Details zu den Hintergründen des Filesharing-Forums liefern. Davon abgesehen besagen teils seriöse Quellen, dass sich angeblich die Schlinge um die Betreiber von Boerse.bz aufgrund erfolgreicher Ermittlungen immer enger ziehen soll. Personen aus dem Umfeld mutmaßen, die Hintermänner könnten sich schon ins Ausland abgesetzt haben. Gerüchte besagen, derzeit werden dort mehr und mehr alternative Proxy-Server und andere Dienste gesperrt. Zur Gewinnmaximierung soll auf Dauer die Verschleierung der eigenen Identität ausschließlich unter Anwendung von “Hide.me” möglich sein.

Dem neuen Szeneportal Szenebin.org wurden E-Mails zwischen einem Informanten und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) zugespielt. Einer der Moderatoren ist offenbar dazu bereit, die Anti-Piracyvereinigung aktiv bei ihrem Kampf zu unterstützen. Mehrere Moderatoren wurden bereits degradiert, nachdem sie die Ländersperre öffentlich kritisiert hatten. Der Informant soll einer der gesperrten Mods sein. Dieser versuchte die Macher auf ihre neue Strategie anzusprechen. Der jüngste Verlauf der Ereignisse beweist zumindest, dass es sich bei der Ankündigung um keinen Hack handelt. Der Zwang für alle Downloader, sich über eine Umleitung anmelden zu müssen um Zugang zu den Download-Links zu erhalten, ist echt.

Der Unterstützung durch Insider war im Jahr 2010 ein Durchbruch bei den Ermittlungen vorausgegangen. Nach einer Androhung von “PöserHacker” den Konkurrenten myGully.com zu hacken, tauchten kurze Zeit später Interna von Boerse.bz auf. Der Täter gelang offenbar selbst durch einen Hack an die Daten von Boerse.bz. Der Zugriff der Ermittler erfolgte aber zu spät, der mutmaßliche Kölner Betreiber von Boerse.bz wurde bisher nicht überführt. Innerhalb der Szene wird die Echtheit der Story allerdings angezweifelt, die damals von mehreren News-Portalen verbreitet wurde.

boerse-bzWenn die GVU die Daten mit den Informationen des Insiders verknüpft, könnte es dennoch eng werden. Vielleicht ist das in Wahrheit der Grund, weshalb man derzeit versucht die User mit allen Mitteln zur kostenpflichtigen Nutzung des VPN-Anbieters “Hide.io” zu bewegen. Man weiß ganz genau, dass man die Webseite nicht mehr lange betreiben kann und versucht so viel Geld auf den letzten Meter zu verdienen, wie es eben geht. Zwar wurde weder die Nachricht von Stern, Standard etc. aus dem Jahr 2010 bestätigt, noch die Informationen von Szenebin.org. Allerdings haben sich der oder die Betreiber von Boerse.bz bisher überaus clever verhalten. Sie wussten von Anfang an, dass die Sperre deutscher, englischer und ehemals österreichischer Filesharer zu heftigen Reaktionen und später zum Aussterben des eigenen Angebots führen würde. Das nimmt man dort offenbar billigend in Kauf. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Hintermänner bereits die Bundesrepublik verlassen haben oder dies bald tun werden.

Weitere Nachahmer von Boerse.bz

Und schon haben sich weitere Nachahmer gebildet. Unter myboerse.bz findet sich ein „zusammengewürfeltes Team“ bestehend aus ehemaligen Uploadern und Moderatoren von Boerse.bz. Das neue Angebot soll gänzlich ohne Hoster- oder Ländersperren auskommen, damit keine Down- und Uploader mehr in ihrer Wahl eingeschränkt werden.

myboerse.wsSchon etwas älter aber mit zirka 100.000 Seitenzugriffen monatlich noch immer klein ist die Alternative MyBoerse.ws. Laut Similarweb wurden bei Boerse.bz in den letzten Monaten zwischen 7 und 9.8 Millionen Seitenzugriffe erzeugt. Fest steht: Sollte die alte Börse tatsächlich offline gehen, dürfte es zu noch mehr Nachahmern kommen, die ihrerseits auf viele Nutzer, Trafic und hohe Erlöse hoffen.

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