Microsoft sperrt 50.000 Product Keys

Article by · 3. Dezember 2014 ·

windows 7 product key microsoft
Schlechte Nachrichten für Kunden von PC-Fritz-Trittbrettfahrern. Microsoft will mit der Sperrung von 50.000 Product Keys aktiv gegen den betrügerischen Verkauf einzelner Seriennummern für Microsoft Windows 7 und Microsoft Office vorgehen. Zudem wurden mehrere Anbieter mit juristischen Mitteln vom Markt entfernt.

Mit der Sperrung von 50.000 Product Keys will Microsoft aktiv gegen Softwarepiraterie nach dem Schema PC Fritz vorgehen. Die fünfundzwanzigstelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows 7 oder Office wurden den Kunden als offizielle Lizenzen zum Preis von etwa 30 Euro (für Win 7) und aufwärts verkauft. Nach Auskunft des Herstellers gehören die Seriennummern meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben. Außerdem hat Microsoft in jüngster Zeit mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen erwirkt. Zahlreiche Angebote wurden auf Handelsplattformen wie eBay beendet.

Diese erste Sperrung ist für den Hersteller von Betriebssystemen ein Tropfen auf den heißen Stein. Alleine in den Jahren 2013 und 2014 wurden Hunderttausende gefälschte Datenträger (vor allem Windows 7 Recovery DVDs) nebst gefälschten Echtheitszertifikaten (COAs) sichergestellt. Die Dunkelziffer der illegal vertriebenen Keys ist nicht bekannt. Sie dürfte die gesperrten Versionen um den Faktor 10 oder sogar 100 übertreffen. Zumindest der Handel mit nachgemachten Betriebssystemen und Office Paketen ist offenbar aufgrund der jüngsten Ermittlungen rückläufig.

Für dubiose Händler noch lukrativer weil mit weniger Aufwand verbunden, ist der Vertrieb der Seriennummern per E-Mail. „Sie müssen keine gefälschten Datenträger herstellen und importieren lassen und schließen so das Risiko einer Grenzbeschlagnahmung durch den Zoll aus”, so Oliver Gronau von Microsoft. „Auch im Fall einer Durchsuchung werden keine gefälschten Datenträger, sondern schlimmstenfalls Listen mit Product Keys gefunden.

Zu Problemen kann es möglicherweise bei Updates kommen. Angeblich soll es mit den illegalen Product Keys nicht möglich sein, Software-Updates von Microsoft einzuspielen. In dem Fall wäre der Computer schon nach kurzer Zeit nicht mehr wirksam vor Cyber-Angriffen geschützt. Es wurden laut Microsoft auch manipulierte Windows-Versionen entdeckt, die selbst Schadsoftware enthalten. Im Fall einer Sperre durch den Hersteller bleibt der Kunde auf seinem Schaden sitzen. Wird neuwertige Microsoft-Software weit unter Preis angeboten, dann geht wahrscheinlich nicht alles mit rechten Dingen zu. Wer trotzdem zugreift, geht juristische Risiken ein, die in diesem Artikel ausführlich beschrieben werden.

microsoft newsroom logoInteressant wäre es zu erfahren, nach welchem System die 50.000 Product Keys gesperrt werden sollen. Wurden die entsprechenden Nummern beschlagnahmt? Wie kam es überhaupt dazu, dass massenhaft Windows 7 Keys im Internet aufgetaucht sind? Warum ist Windows 8 im Gegensatz dazu nicht betroffen? Wenn überhaupt wird Windows 8 bei den Nachahmern von PC Fritz zu regulären Preisen oder gar nicht zum Verkauf angeboten. Diese Fragen bleiben bei der jüngsten Pressemitteilung aus Redmond bzw. Süddeutschland leider offen.

Bildquelle: DocGroove(CC BY-SA 2.0) & Microsoft, thx!

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7 Comments

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    zcyberdan

    Hi, Linux in allen Ehren, aber ich finde Microsoft ist nicht mehr der größte Gangster der Welt. Das ist eine veraltete Sichtweise. Der Konzern stand dafür vor einigen Jahren schwer in der öffentlichen Kritik, hat seinen Datenschutz seit dem verbessert und seine Sammelwut gezügelt bzw. anonymisiert.
    Diese Lektion hatten Google, Facebook, Apple und die meisten anderen noch nicht…

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    Hirntot

    Ich denk deine Fragen wird dir dein “TB” beantworten können.

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      sirnobody

      und wer bitte soll das wohl sein ? Sorry,aber ich bin nicht so gut mit Abkürzungen !

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        John Sinclair

        Ich dachte, du liest hier mit?
        TB = Technischer Berater

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    sirnobody

    Wer weiß schon welche Keys von den Redmontnern gesperrt werden, bei XP wurden einfach mal 250 000
    Volumen Lizenz Keys gesperrt. Angeblich auch wegen Piraterie, ich jedoch denke man will kleine Firmen in Win 7 oder 8 zwingen. Microsoft ist doch der größte Gangster der Welt, das wissen wir doch alle.
    Hoch lebe Linux, scheiß auf Windoofs !


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