Israel: Bomben als Reaktion auf Hackerangriff

Die israelische Armee hat vergangenen Samstag höchst merkwürdig auf einen Hackerangriff der Hamas reagiert. Statt die Versuche in ihre Infrastruktur einzudringen lediglich digital zu beantworten, wurde das Gebäude der Hacker bombardiert und zerstört. Diese Organisation stehe jetzt ohne jegliche Cyber-Fähigkeiten dar, sagte ein IDF-Sprecher der Times of Israel – allerdings nicht ohne ein wenig stolz zu sein.

Sie hacken, wir wrecken!

So oder so ähnlich könnten die Israel Defense Forces (IDF) ihren neuen Slogan benennen. Das israelische Militär gab bekannt, dass ihre Mitarbeiter am Wochenende einen Cyberangriff der Hamas-Terrorgruppe verhindert hätten, ohne auf die Art oder die Ziele der Offensive genauer einzugehen. Nachdem man die Angriffe abgewehrt hatte, zerstörten Kampfjets der israelischen Armee das Hauptquartier der Cybereinheit der Hamas. Stolz gab man bekannt, dass die Terrororganisation nun über keine Cyber-Fähigkeiten mehr verfügen würde.


Man könne keine weiteren Details über die Cyberangriffe der gegnerischen Seite veröffentlichen, weil man sonst die eigenen Fähigkeiten im Kampf um die digitale Hoheit preisgeben würde, hieß es. Nach Angaben des Militärs waren die Hackangriffe der Hamas aber nicht sonderlich erfolgreich. Man war den Gegnern stets einen Schritt voraus, gab man gegenüber den Journalisten bekannt. Laut Auskunft eines IDF-Sprechers war dies der erste physische Schlag gegen ein Gebäude, während der Cyberangriff noch anhielt. Wenn die Attacken doch so harmlos waren, fragen sich einige Beobachter, warum war es dann nötig, das Cyber-Zentrum der Hamas zu zerstören?

Israel: Spirale der Gewalt dreht sich weiter…

Der Angriff fand letztes Wochenende statt, nachdem Palästinenser 600 Raketen gen Israel geschickt hatten. Bei den Angriffen kam es auch zu Opfern bei der israelischen Zivilbevölkerung. Als Reaktion wurden mindestens 14 Palästinenser bei Luftschlägen der IDF getötet. Die Spirale der Gewalt dreht sich munter weiter, seit Anfang der Woche allerdings etwas langsamer. Im Kampf zwischen den beiden Parteien ist ein wenig Ruhe eingekehrt.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Carlos Domínguez, thx! (unsplash licence)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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