Goodbye RapidVideo: Betreiber gibt freiwillig auf

Alex Bytes hat endgültig den Stecker gezogen. Seit gestern Abend geht beim Streaming-Hoster RapidVideo gar nichts mehr. Seit März 2017 hatte sich dieser Anbieter zu einem Giganten, vor allem im asiatischen Raum, entwickelt. Im Anbetracht der letzten Ereignisse zog es der CEO nun vor, das Projekt zu schließen.

Der Domainname rapidvideo.com ist seit 2001 registriert. Die Domain wurde dann im Jahr 2009 vom jetzigen Eigentümer übernommen. Aktiv ist RapidVideo aber erst seit März 2017. Nach dem Bust des Aachener Betreibers von Share-Online.biz und seiner engsten Helfer letzte Woche, hat sich Alex Bytes dazu entschlossen, sein Online-Angebot zu schließen. Jetzt erscheint dort nur noch die Fehlermeldung 403 – Forbidden. Lieber will er es sein, der den Zeitpunkt der Downtime bestimmt. Wer mag es schon, dass Dritte über einen bestimmen können?!


RapidVideo hat die weiße Fahne gehisst

Laut SimilarWeb waren es „nur“ etwa 33 Millionen Seitenzugriffe monatlich. In Wahrheit liegt die echte Zahl aber noch weit darüber, weil bei Similarweb die Besucher aus dem asiatischen Raum kaum bis gar nicht erfasst werden. Wir schätzen die Anzahl der Unique Visitors auf mindestens 12 Millionen Stück monatlich, die entsprechend viele Page Impressions generiert haben. Für die internationale Szene ist dies ohne Frage ein großer Verlust. Die Mitglieder der deutschsprachigen Warez-Szene kannten bzw. benutzten RapidVideo nur bis zur Sperre bei Kinox.to, Movie4k & Co. Alex Bytes wollte mit derart illegalen Anbietern nichts zu tun haben, weswegen er nach Kenntnisnahme zeitnah die technische Sperrung veranlasst hat. Manche Uploader bei Kinox.to, s.to etc. waren Im April und Mai einfach dazu übergegangen, RapidVideo für die Auslieferung ihrer Streams zu benutzen.

rapidvideo.com rapidvideo

RapidVideo.com: Es war einmal. Flüssige Videos, selbst wenn man im Film nach vorne oder hinten gesprungen ist.

Uploadfilter werden die Arbeit der Sharehoster zusätzlich erschweren

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Alex Bytes schrieb uns: „Ich bin stolz auf mich, weil ich mutig genug war, als Erster zu gehen, indem ich meinen Dienst freiwillig offline genommen habe.“ Bytes hob im Gespräch mit uns hervor, dass sich die Lage für die Betreiber von Share- und Streaminghostern noch verschlimmern wird, sobald die Urheberrechtsreform in allen EU-Ländern in Kraft ist. Die vom Gesetzgeber geforderten Uploadfilter werden alles nur noch schlimmer machen.

Um es mit den Worten von Douglas Adams zu sagen: „Macht’s gut, und danke für den Fisch“. Wir wünschen Alex Bytes mit allen weiteren Vorhaben viel Erfolg und hoffen für ihn, dass dies die richtige Entscheidung war.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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