DarkMarket: „weltweit größter“ Darknet-Marktplatz geschlossen

Ermittler aus Koblenz und Oldenburg haben den "vermutlich größten illegalen Marktplatz im Darknet", namens DarkMarket, vom Netz genommen.

DarkMarket

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mitteilt, ist Ermittlern ein weiterer Schlag gegen einen Darknet-Marketplace gelungen. Behörden in Koblenz haben nach monatelangen intensiven Ermittlungen die Server von DarkMarket, des „größten Darknet-Marktplatzes der Welt“, abgeschaltet. Der mutmaßliche Betreiber befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

An der Aktion beteiligt waren in enger Zusammenarbeit die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg (ZKI) unter der Leitung der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Die Landeskriminalämter aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz fanden zudem Unterstützung bei den amerikanischen Behörden FBI, DEA und IRS sowie der australischen, britischen, dänischen, schweizerischen, ukrainischen und moldawischen Polizei.

Europol habe dabei die Koordination der internationalen Ermittlungsarbeiten übernommen. Die Ermittlungen zu DarkMarket hatten ihren Ausgangspunkt in dem, bei der LZC anhängigen Verfahrenskomplex des Cyberbunkers, in dem der Marktplatz zeitweise gehostet war.

Ermittlungsansätze zu DarkMarket fanden sich durch Cyberbunker-Serverauswertungen

Für den, Ende September 2019,  vom Netz genommenen Bulletproof-Hoster mit dem Szenenamen „Cyberbunker“, der für die Kunden höchste Sicherheitsstandards gewährleistete, um vor staatlichen Zugriffen sicher zu sein, wählten die Tatverdächtigen als Unterkunft einen ehemaligen NATO-Bunker in Traben-Trarbach. Unterirdisch reihten sich auf fünf Etagen Server an Server. Einziger Verwendungszweck der Serverfarm war das Hosten zahlreicher Webseiten, über die international agierende Cyber-Kriminelle illegale Waren bzw. Dienstleistungen, wie Drogen, Daten und Malware vertrieben, Kinderpornografie verbreiteten sowie groß angelegte Cyberangriffe durchführten. In einem, bis Ende 2021 terminierten Prozess, müssen sich vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare verantworten.


„Weltweit größter“ Darknet-Marketplace abgeschaltet

Ein 34-jähriger australischer Staatsbürger, von dem die Behörden annehmen, dass er der DarkMarket-Betreiber ist, wurde in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze am Wochenende festgenommen. Der Hauptverdächtige habe bislang jedoch keine Angaben zur Sache gemacht. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Man beschlagnahmte in der Angelegenheit über 20 Server in Moldawien und der Ukraine. Am Montag, dem 11.01.2021, schlossen die Ermittler infolge den Darknet-Marketplace und schalteten die Server ab. „Die Ermittler wollen die dort gespeicherten Daten dazu verwenden, um neue Ermittlungen gegen die Moderatoren, Verkäufer und Käufer des Marktes einzuleiten“, so die Staatsanwaltschaft.

cyberbunker 2.0 screenshot

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Zum Zeitpunkt der Schließung hatte DarkMarket fast 500.000 Benutzer und mehr als 2.400 Anbieter. Die Staatsanwaltschaft informierte

„Insgesamt hat man mindestens 320.000 Transaktionen über den Markt abgewickelt. Dabei wechstelten mehr als 4.650 Bitcoin und 12.800 Monero, zwei der häufigsten Kryptowährungen, den Besitzer.“

Bei den aktuellen Wechselkursen entspricht dies einem Umsatz von 140 Millionen Euro. Der Marktplatz bot „alle Arten von Drogen“ an. Zudem handelte man dort mit „Falschgeld, gestohlenen und gefälschten Kreditkartendaten, anonymen SIM-Karten, Malware und vielem mehr“ .

Tankappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.