Buchmarkt blieb 2018 stabil

Trotz einer Medienlandschaft, die in den vergangenen Jahren starken Umbrüchen unterworfen war, blieb der Buchmarkt im Vorjahr stabil. Offenbar ist und bleibt das Buch der Fels in der Medienbrandung. Die Statistiken wurden von Media Control im Auftrag des Branchenverbandes der deutschen Verlagshäuser erstellt.

Der Branchen-Monitor BUCH (BMB), der monatlich erscheinende Newsletter des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, lieferte für das Jahr 2018 bereits die Jahreszahlen der aktuellen Entwicklung zum Vorjahreszeitraum. Zugrunde gelegt werden hierfür die Daten des Handelspanels von Media Control. Darin enthalten sind fünf Vertriebswege: Sortimentsbuchhandel, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhaus, Elektro- und Drogeriemarkt (jeweils Barumsatz) sowie E-Commerce.

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Weihnachtsgeschäft sorgte für „versöhnlichen Jahresausklang

Buchhandel in Köln. Foto: Lars Sobiraj.

Demnach weist der Buchmarkt im Jahresergebnis von Januar bis Dezember 2018 ein Umsatzplus von 0,1 Prozent aus und liegt damit leicht über dem Vorjahr. Ein solides Weihnachtsgeschäft sorgte dabei für einen „versöhnlichen Jahresausklang“. Der Absatz lag von Januar bis Dezember 2018 in den fünf Vertriebswegen um 1,4 Prozent unter dem von Januar bis Dezember 2017. Im Durchschnitt bezahlten die Käufer 13,36 Euro pro Buch und damit 1,4 Prozent mehr als im Jahr 2017. Allein im Dezember 2018 lag der Umsatz 0,5 Prozent über dem vom Dezember 2017, der Absatz hingegen 1,5 Prozent darunter. Die von den Käufern bezahlten Preise stiegen im Schnitt um 2,0 Prozent. Erste Tendenzen leiten sich schon jetzt daraus ab. Jedoch sind die vollständigen Buchmarktzahlen, inklusive Verlage direkt, Versandbuchhandel, sonstige Verkaufsstellen, Buchgemeinschaften, erst im Juni 2019 verfügbar.

Ein bemerkenswertes Umsatz-Plus von Januar bis Dezember 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den fünf Vertriebswegen konnten die Genres Sachbuch mit 5,5 Prozent, Kinder- und Jugendbuch mit 3,2 Prozent und schließlich Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft mit 2,2 Prozent erreichen. Hingegen verzeichneten das Genre Belletristik mit -0,9 Prozent, Reise mit -3,2 Prozent, Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik mit -4,7 Prozent, Geisteswissenschaften, Kunst, Musik mit -4,4 Prozent und Ratgeber mit -1,2 Prozent Umsatz-Verluste im gleichen Zeitraum. Bei den Editionsformen liegen im Dezember nur die Hardcover/Softcover besser ab als im Vergleichsmonat (plus 3,2 Prozent). Die Umsätze mit Taschenbüchern hingegen gingen um 4,4 Prozent zurück.

Die Bestseller des Jahres 2018

Als meistverkauften Roman 2018 gibt Media Control im Genre (Belletristik Hardcover) den Titel „Der Insasse“ von Sebastian Fitzek an. Rang 2 nimmt „Die Tyrannei des Schmetterlings“ von Frank Schätzing ein. Auf dem dritten Platz folgt Dörte Hansens „Mittagsstunde“. Der Gewinner bei den Sachbüchern (Hardcover) ist Michelle Obamas Autobiografie „Becoming“, gefolgt von Platz 2 mit „Kurze Antworten auf große Fragen“ von Stephen Hawking. Platz 3 belegt „Der Ernährungskompass“ von Bas Kast. Als Toptitel in den Kinder- und Jugendbüchern werden „Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!“ von Jeff Kinney (Baumhaus) und „Guinness World Records 2019“ (Ravensburger) aufgeführt. Siegertitel bei Belletristik war „Muttertag“ von Nele Neuhaus (Ullstein).

Buchmarkt

Bald geschlossen? Berliner Buchhandlung am Savignyplatz. Foto: Lars Sobiraj.

Das Buch bleibt der Fels in der Medienbrandung

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sieht in den Umsatzzahlen für 2018 ein positives Zeichen: „Das Buch bleibt ein zentrales Medium der Unterhaltung, der Information und der Meinungsbildung. Trotz großer Medienkonkurrenz konnte sich der Buchmarkt über die zentralen Vertriebskanäle hinweg mit seinem Geschäft behaupten. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Angestoßen durch die Ergebnisse unserer Studie ,Buchkäufer – quo vadis?‘ arbeiten Verlage und Buchhandlungen intensiv daran, das Buch stärker zu den Menschen zu bringen, ihnen mehr Kontaktpunkte zu Büchern und mehr Orientierung beim Kauf zu bieten. Diesen Weg werden wir in diesem Jahr weiter verfolgen. Wir haben große und wichtige Aufgaben vor uns und gehen diese selbstbewusst und optimistisch an“.

 

Quelle Beitragsbild semslibrarylady, thx! (Pixabay Lizenz)

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Kommentare

    1. d.busch schreibt:

      ja gute sache.
      lese auch gerne egal ob buch oder ebook. daumen hoch.
      das einzigste, was man bemängeln kann sind die hohen preise für ebooks. es müsste, was wie kindle unlimted geben, aber mit den büchern der größeren verlage.

    2. Ghandy schreibt:

      Ja, das sehe ich ganz genauso, die Preise sind viel zu hoch. Die Verlage weigern sich weiterhin, die fehlenden Transportkosten oder Kosten für Herstellung und Lagerung beim Preis der E-Books geltend zu machen. Eigentlich müssten die fast die Hälfte der gedruckten Bücher kosten, das tun sie aber leider nicht.

      Tja, das wird den Online-Piraten weiterhin in die Hände spielen, wie es aussieht… Viele Leute gehen lieber das Risiko von massenhafter Abzock-Werbung und Schadsoftware ein, statt solch horrende Preise für neue E-Books zu bezahlen.

      Ein interessanter Artikel dazu.

    Kommentieren unter tarnkappe-forum.info