Bookzz.org down, unter b-ok.org erreichbar

Article by · 11. Oktober 2017 ·

Vor ein paar Wochen wurde von der ICANN die Domain Bookzz.org auf den Status clientHold gestellt, um den Domaininhaber erneut zu verifizieren. Offenbar konnten die Betreiber der Electronic Library nicht glaubhaft darlegen, dass noch immer Zhuhaiyingxunkejiyouxiangongsi aus dem südchinesischen Touristennest Zhuhai alle drei Positionen des Domaineintrages bekleiden soll. Das war’s dann mit Bookzz.org.

Die Betreiber der Electronic Library, auch genannt Z-Library, hatten schon häufiger Probleme mit ihrer Domain. Die Hintergründe der Aussetzung von Bookzz.org sind unklar. Ursächlich waren aber aller Wahrscheinlichkeit nach juristische Probleme, bot man dort nicht weniger als 2.7 Millionen kommerzielle E-Books und über 52 Millionen wissenschaftliche Artikel kostenlos zum Download an. Ergänzung: Es wirkt so, als wäre dies nicht mehr als ein Indexer, der die Besucher zur Library Genesis schickt. Zumindest spricht das Layout die Handschrift von Alexandra Elbakyan. Nur seltsam, dass sie dort auf DMCA-Löschanfragen reagieren.

Mal lautete die Domain im Laufe der letzten Jahre Bookza.org, mal bookZZ.org oder auch BookOs.org. Naturgemäß wurden bei der Organisation zur Internetverwaltung, ICANN, nie korrekte Daten der Betreiber hinterlegt, um den Schreiben und Klagen der Verlags-Anwälte erfolgreich zu entgehen. Merkwürdig ist, dass nicht alle angemeldeten Nutzer automatisch eine E-Mail erhalten haben, dies war nur bei manchen Usern der Fall. Begründet wurde der Verlust der Domain in der Nachricht aber auch nicht. Derzeit ist die Seite unter ar.booksc.org und b-ok.org erreichbar.

Man wird sehen, wie lange es diesmal dauern wird, bis man im Clearnet erneut eine neue Domain ansteuern muss. In der Zwischenzeit könnte man sich alternativ mit dem TorBrowser anfreunden, um die Seite unter zlibraryexau2g3p.onion im Darknet zu besuchen. Dort können pro Besuch auch mehr Werke ohne Anmeldung heruntergeladen werden.

Auch wenn man bei jedem der zahlreichen Domainwechsel einige Besucher einbüßen muss, so gilt die Electronic Library dennoch als das weltweit größte illegale Archiv für E-Books. Diese werden dort direkt ohne Umweg über einen Sharehoster bezogen. Letzten Monat wurden unter b-ok.org laut Similarweb stolze 46 Millionen Page Impressions generiert (siehe Grafik unten). Das Ganze finanziert sich auf Spendenbasis. Die Besucher werden dazu aufgefordert, den Machern Amazon Gutscheine per E-Mail zu schicken.

 

Beitragsbild: Auslage einer Berliner Buchhandlung am Savignyplatz. Foto: Lars Sobiraj.

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3 Comments

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    Gerry Jarcia

    Dort findet man nichts was es nicht auch auf Genesis gibt, eigentlich witzlos.
    Immer noch kein adäquater Ersatz für Lul in Sicht?

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      sci-hub, libgen und b-ok.org – das ist alles vom gleichen Team, habe ich mir gestern sagen lassen.

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    isso

    boookzz.org ist ja auch nur ein Indexer der einen zur Libary Genesis schickt.


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