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Binance will in Großbritannien anerkannter Handelsplatz werden

Die Online-Kryptobörse Binance befindet sich offenbar auf dem besten Weg, in Großbritannien zu einem legalen Handelsplatz zu werden.

Binance gilt als die weltweit größte Krypto-Handelsbörse überhaupt. Nach eigenen Angaben plane die Betreibergesellschaft „wesentliche Änderungen“, um in Großbritannien „vollständig lizenziert“ und konform zu den dortigen juristischen Grundlagen zu arbeiten. Binance will nach einer Rüge der Financial Conduct Authority (FCA) die Auflagen der britischen Regulierungsbehörde erfüllen, um die eigenen Dienstleistungen ganz offiziell den britischen Bürgern anbieten zu können.

Nach Angaben des Geschäftsführers Changpeng Zhao ist die Beantragung der Lizenz in Arbeit. Laut Zhao habe sich die Zusammenarbeit zwischen seinem Unternehmen und der Aufsichtsbehörde bereits verbessert.

Um den FCA-Vorgaben gerecht zu werden, müsse man eine Reihe substanzieller Änderungen bezüglich der Organisationsstrukturen durchführen. Beispielsweise könne man nicht mehr angeben, komplett dezentral und somit ohne eine Niederlassung im jeweiligen Land tätig zu sein. Derzeit bereitet man die Errichtung eines Firmensitzes mit samt einem Vorstand, einer juristischen Person und entsprechenden Führungsstrukturen und Mitarbeitern vor.

Englische Handelshäuser blockierten Binance

Die britische FCA gab noch im Juni eine Verbraucherwarnung zu Binance heraus, weil in Großbritannien bis heute keine Genehmigung zum Handel mit jeglichen Token oder Kryptowährungen existiert. Nach der Warnung durch die FCA haben mehrere große britische Bankhäuser angefangen, Zahlungen an Binance einzuschränken, darunter Barclays, HSBC, Natwest und Santander.

Aufsichtsbehörden in aller Welt warnten vor Binance

Neben der FCA haben eine Reihe weiterer Aufsichtsbehörden Warnungen verschiedener Art vor Binance ausgesprochen. Darunter Aufsichtsbehörden in den USA, Südafrika, Singapur, Australien, Norwegen, den Niederlanden, Hongkong, Deutschland, Italien, Indien, Malaysia und Litauen.

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In Deutschland tauchte Binance in den Medien häufiger in Verbindung mit illegalen Aktivitäten der Teilnehmer von Untergrund-Foren wie dem Crime Network (CNW) auf. Weil die Überprüfung der Kunden-Identität in der Vergangenheit eher lasch behandelt wurde, hatte sich dieser Online-Handelsplatz als sicherer Ort für Cyberkriminelle aller Art etabliert.

Daran hat wohl auch das hauseigene Krypto-Überwachungssystem „Traveler“ nichts ändern können. Doch Binance kauft, verkauft und hält die Token bzw. Kryptowährungen nur im Auftrag der Kunden. Das Traden müssen die Kunden selbst durchführen. Im Gegensatz zu Trading-Plattformen wie Oil Profit werden bei Binance keine Coins per Algorithmus gehandelt.

Im August stellte die FCA zwar keine Regelverstöße mehr von Binance fest. Das Unternehmen hatte aber in der Zwischenzeit noch immer keine Lizenz für den legalen Handel mit Digitalwährungen beantragt. Laut Zhao plane Binance die Lizenz innerhalb der nächsten 18 Monate zu erhalten. Die Vorbereitungen sollen auf vollen Touren laufen.

Früher beliebte Anlaufstelle für Kriminelle aller Art

Laut einem Bericht von The Telegraph haben Geldwäsche- und Steuerbehörden die Aktivitäten der Kunden untersucht. Forscher haben Hunderte von Millionen Dollar an mutmaßlich illegalen Transaktionen aufgespürt, die Kriminelle über Binance abgewickelt haben.

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Binance, das sich in Privatbesitz befindet, wickelt täglich Transfers in der Höhe von rund 76 Milliarden US-Dollar ab. Insider gehen von täglich etwa einem Handelsvolumen von mindestens 300 Milliarden USD aus. Schon aufgrund der Größe wurde das Unternehmen schnell zu einem Ziel von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden in aller Welt. Binance hat man ursprünglich registriert auf den Kaimaninseln. Einen Hauptsitz gab es bisher keinen, was die Regulierung durch die Behörden zusätzlich erschwert.

Kein Hauptsitz, Firma registriert in Übersee

Im Interview mit dem Telegraph (Paywall kann man problemlos mit 12ft entfernen) erklärte der CEO, er habe jetzt verstanden, wie wichtig die Angabe eines Hauptsitzes sei. Man habe für die Lizenzierung eine „Armee von Compliance-Beauftragten und ehemaligen Mitarbeitern der städtischen Aufsichtsbehörde eingestellt“.

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.