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Bildquelle: wlop, thx!

Denuvo schützt jetzt DLCs mit eigenem System

Nun bringt man Denuvo SecureDLC auf den Markt, das kostenpflichtige DLCs besser schützen soll. Damit will man die Online-Piraterie bekämpfen.

Das Unternehmen bietet mit Denuvo SecureDLC nun für die Spieleindustrie branchenweit eine ganz neue Dienstleistung im Kampf gegen die Piraterie an. DLC steht dabei für „Downloadable Content“, also zusätzlich herunterladbare Inhalte, die man in den meisten Fällen käuflich erwerben muss. Für manche PC-Spiele bieten die Entwickler weitere Inhalte an, die die Fähigkeiten der Figuren verbessern oder neue Missionen beinhalten. Doch im DLC kann noch viel mehr drin stecken.

Denuvo will bestehende DLC-Problematik lösen

Mikrotransaktionen eröffnen Spieleentwicklern und Publishern zusätzliche Einnahmequellen. In der Vergangenheit wurden derartige DLCs oftmals kurze Zeit nach Erscheinung als Schwarzkopie in Umlauf gebracht. In dem Fall ging der Hersteller natürlich leer aus. Das will man nun mit dem neuartigen DLC-Schutz ändern.

Herkömmlicher DLC-Schutz leicht überwindbar

Wie die Irdeto-Tochter selbst in der Pressemitteilung schreibt, sei es mittlerweile ein Leichtes, die bestehenden Barrieren zu umgehen, die versuchen, DLCs auf beliebten Spieleplattformen wie Steam und Epic zu schützen. Mit öffentlichen und leicht zugänglichen Tools können Spieler automatisch Programme erstellen und installieren, die auf herunterladbare Inhalte zugreifen, ohne dafür einen Cent zu bezahlen. Das will Denuvo nun ändern.

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Quelle steamXO, thx!

SecureDLC einsetzbar bei kostenlosen und hochpreisigen Games

Die nach eigenen Angaben branchenweit erste sichere Lösung könne man bei Free-To-Play Games als auch bei kostenpflichtigen Spielen einsetzen. Natürlich besteht die Möglichkeit zudem für AAA-Games, die bereits vom Denuvo Anti-Tamper-Produkt geschützt werden.

Der Denuvo SecureDLC erfordert eine kleine und einfache Implementierung, die auf der Anwendungsprogramm-Schnittstelle zum Spielcode basiert, um das Piraterie-Problem zu lösen. Die Plattform-API wird durch den SecureDLC-API-Mechanismus geschützt, um Zugriffe Dritter zu verhindern. Ein Job für Empress, Fairlight & Co. also. Man wird sehen, wie die Release Groups dabei auf den neuartigen DLC-Schutz reagieren werden.

Denuvo setzt neue Technik bereits ein

Laut dem Denuvo-Gründer Reinhard Blaukovitsch setzt man die neue Technologie bereits in Kombination mit den aktuellen Denuvo Anti-Tamper Clients ein:

“Denuvo ist zu einem One-Stop-Shop für Spieleentwickler geworden, um die Sicherheit ihrer Spiele gegen Betrug, Manipulationen und Piraterie zu gewährleisten und das Spielerlebnis zu schützen. Unsere derzeitigen Kunden, ob groß oder klein, sind von den Ergebnissen begeistert und wir freuen uns, dass wir ihnen helfen können, ihre Einnahmen zu maximieren und neue Geschäftsmodelle für die Spiele zu ermöglichen, in deren Entwicklung sie so viel Mühe investiert haben.”

Pressemitteilung von Denuvo by Irdeto

“Wie ein Krebsgeschwür, was sich ausbreitet…”

Die warnenden Worte der Kritiker werden immer lauter. Man solle sich doch lieber darauf konzentrieren, gute Spiele herzustellen, anstatt auf eine “übermäßige, räuberische Monetarisierung zu setzen”. Dies schrieb der News-Blog TheGeek.games.

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Die Spiele von CD Projekt RED haben sich schließlich auch ohne Denuvo millionenfach verkauft. Dying Light kam ebenso ohne DRM aus und wurde jahrelang von Techland unterstützt, die dann dieses DRM in die Fortsetzung implementiert haben. Wenn ein Spiel gut ist, setzt es sich durch und lässt sich auch gut verkaufen, so die Argumentation.

Statt viel Geld in die Entwicklung guter Spiele zu stecken, gibt man dieses offenbar vermehrt für einen leistungsmindernden Kopierschutz wie die Anti-Tamper-Lösung von Denuvo aus.

Tarnkappe.info

Kategorie: Gaming
Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.