Artikel 13: mehr als 1.200 Anrufe bei Abgeordneten eingegangen

Doch echte Menschen am Start? Die Veranstalter der Protestaktion „Pledge 2019“ meldeten bislang über 1.200 Anrufe besorgter Bürger, um ihre Volksvertreter davon zu überzeugen, gegen Artikel 13 zu stimmen. Mit den Telefonaten verbrachten die Anrufer über 72 Stunden. 106 Mitglieder des Europäischen Parlaments haben bereits telefonisch zugesagt, gegen die Uploadfilter zu stimmen.

Doch mehr als nur Bots am Start? Die Bürgerrechtsorganisation EDRi berichtet von einer erfolgreichen Kampagne gegen die geplante Änderung des Urheberrechts innerhalb der EU. In der Vergangenheit wurden die Gegner der geplanten EU-Urheberrechtsreform als „Bots“ oder vereinzelt sogar als „Mob“ bezeichnet und behauptet, es gebe in Wahrheit gar kein öffentliches Interesse an diesem Thema. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache, denn die Online-Petition von Change.org haben bisher 4.96 Millionen Menschen unterzeichnet. Dazu kamen überraschend viele Teilnehmer bei den bisherigen Demonstrationen.


Nur Politiker wählen, die gegen Artikel 13 stimmen?

change.org petition artikel 13Die Aktion „Pledge 2019“ verbindet Bürgerinnen und Bürger mit den Büros der Volksvertreter. Für die Anrufer fallen keine Gebühren an. Der Veranstalter übernimmt die Kosten der Telefonate und gibt auch an, zu welchen Uhrzeiten die Büros besetzt sind. Die Anrufer gehen nicht unvorbereitet ins Gespräch. Die wichtigsten Argumente schlägt einem die Kampagnen-Seite stichpunktartig vor. Abschließend sollen die EU-Politiker telefonisch gebeten werden, ihr Wahlversprechen auf Pledge2019.eu kund zu tun. Man gebe nur dem Kandidaten seine Stimme, der Ende März gegen die Uploadfilter stimmt, soll man den Angerufenen sagen. Politiker wollen vor allem eines, nämlich wieder ins Parlament einziehen! Bis zur nächsten Europawahl ist es nicht mehr lang, in Deutschland wird am Sonntag, den 26. Mai 2019 abgestimmt. Wenn man euch überhaupt zuhört und sich für eure Meinung interessiert, dann jetzt!

Mehr als 1.200 Telefonate seien bisher auf diese Weise zustandekommen, berichtet EDRi in seinem Newsletter. Die Zeit drängt. Bis zur finalen Abstimmung über Uploadfilter und die Anpassungen des Leistungsschutzrechtes vergehen nur noch knapp zwei Wochen.

pledge2019.eu – alter Wein in neuen Schläuchen?

P.S.: Bei den Kollegen von Webschauder gibt es eine interessante Aufstellung über die Finanzierung und Vorgeschichte von „Pledge 2019“. Ganz so unabhängig und uneigennützig, wie man es auf der Webseite behauptet, scheint die Kampagne nicht zu sein. Zumindest mangelt es merklich an Transparenz, wo eigentlich das Geld für die ganzen Anrufe herkommt. Webschauder behauptet, die neue Kampagnenseite sei eigentlich nichts weiter, als der alte Wein von Saveyourinternet.eu in neuen Schläuchen.

Tarnkappe.info

 

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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