20 Jahre Evoke: a demoparty grew old

Am gestrigen Freitag wurden in Köln zum zwanzigsten Mal in Folge die Pforten der Evoke, einem Treffen für Demoszene-Begeisterte, eröffnet. Wir sind heute ab ca. 13 Uhr vor Ort und twittern mit dem Hashtag #evoke2017 über alles Wissenswerte.

Alles fing mit der Hinterlassenschaft von Schwarzkopierern an, die sich in Form eines Crackintros verewigt haben. So wie ein Hund an die Laterne pinkelt, so unterliegen viele Szener dem Zwang, der restlichen Welt zeigen zu müssen, wer für das Knacken und Verbreiten eines Spieles verantwortlich ist. Das ging schon mit den allerersten kommerziellen Programmen los und daran hat sich bis heute nur wenig geändert.

Leider werden die Releases heutzutage nur noch in den seltensten Fällen mit einem Intro versehen. Statt etwas zu programmieren und dem Gruß an die Szene Musik und Grafiken mit auf den Weg zu geben, müssen sich die Konsumenten zumeist mit reinen NFO-Dateien zufriedengeben. Das sind Textdateien, wo drin steht, wer was wann und warum von einem Kopierschutz befreit hat. Das klingt so öde, wie es ist.

Dabei stellen die Crackintros gleichzeitig die Geburtsstunde der so genannten Demoszene dar. Doch im Gegensatz zur dunklen Seite der Macht geht es hierbei darum, selbst kreativ mit einem Computer oder einem Gerät umzugehen, auf dem so etwas wie ein Betriebssystem läuft. Das kann eine Spielkonsole, ein Drucker, eine tragbare Uhr oder sogar ein Tamagotchi sein.

Um sich zu treffen und die Programmierkünste zu messen, werden seit vielen Jahren Demopartys veranstaltet. 1997 ging in Arnoldsweiler im Kreis Düren erstmals die Evoke an den Start. Später wurde die Evoke in Aachen und seit vielen Jahren in Köln veranstaltet. Bis heute treffen sich dort vor allem deutsche Szener. Das ganz große Happening der Demoszene ist und bleibt natürlich das Treffen über Ostern, heutzutage als Revision bekannt.

Wir von Tarnkappe.info sind ab heute Mittag anwesend, um live von dort zu twittern.

 


Auch Video-Demos gehören dazu. Hier ein unterhaltsames Beispiel von Moods Plateau.

 

Auch für Retro-Fans wird es wieder etwas zu sehen geben:

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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