USA: nur Twitter würde das Register für Muslime verweigern

The Intercept hat bei 9 großen US-amerikanischen Firmen nachgefragt. Gegen ein mögliches Register für Muslime würde sich nur Twitter sträuben.

Donald Trump, Register für Muslime
Donald Trump, Register für Muslime Foto Gage Skidmore, thx! (CC BY-SA 2.0)

Die Kollegen vom Intercept haben bei neun großen US-amerikanischen Firmen nachgefragt. Sofern die Pläne für die Umsetzung eines Registers für Muslime tatsächlich Form annehmen sollten, würde sich von den Befragten nur Twitter dagegen sträuben. Facebook, Booz Allen Hamilton & Co. haben sich nicht dagegen ausgesprochen. Viele Firmen wollten aber auch gar nicht erst auf die Anfrage reagieren.

Register für Muslime: Die meisten IT-Unternehmen haben nicht reagiert

Es gibt mehrere Ansätze für diese Liste. Entweder würden dort alle Personen festgehalten, die sich aus zwei Dutzend vorwiegend muslimischen Nationen irgendwann einmal in den USA aufgehalten haben. Oder aber es wäre eine Aufzählung aller Muslime, die in den USA wohnhaft sind. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat seine Liste in den Medien bereits mehrfach verteidigt. Trump sagte im November, es solle für diese Menschen einen Zwang geben, sich anzumelden. Es ginge letztlich alles um das Management. Dem Land würde es an Management fehlen. Trump wurde auch gefragt, ob ihn seine Pläne nicht an Nazi-Deutschland erinnern, wo sich Juden eintragen mussten. Nachdem der Moderator von NBC News nicht nachließ, fragte Trump ihn zurück: „Sagen Sie es mir“.


Tatsächlich aber haben die meisten Unternehmen auch zwei Wochen nach der Anfrage gar nicht darauf reagiert. Nur drei Firmen haben The Intercept trotz diverser Anrufe und E-Mails überhaupt eine Antwort geschickt.

  • Facebook: keine Antwort
  • Twitter: “Nein“. Zudem schickten sie dem Redakteur einen Link zu ihrem Blogpost, wo es verneint wird, dass von Twitter Daten zum Zweck der Überwachung eingesetzt werden.
  • Microsoft war nicht bereit über mögliche Szenarien zu diskutieren, solange sie derart theoretisch sind. Außerdem sei ihnen die Einbindung vieler Kulturen in ihrem Unternehmen wichtig.
  • Google: keine Antwort
  • Apple: keine Antwort
  • IBM: keine Antwort
  • Booz Allen Hamilton hat jeden Kommentar abgelehnt
  • SRA International: keine Antwort
  • CGI: keine Antwort.

Man darf also gespannt sein, ob die meisten Technologiefirmen des Landes Trump bei seinem Vorhaben nicht doch unterstützen würden, sollte es dazu kommen. Im IT-Sektor war der Umfang der Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten etc. zumeist eine Frage des Geldes, das dürfte hier beim Thema Muslime wohl auch nicht viel anders sein.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.