Foxconn

Selbstmord bei Foxconn: Coronavirus verschlechtert Arbeitsbedingungen

Eine Tragödie ereignete sich offenbar in der chinesischen Stadt Zhengzhou. Darauf macht die in New York ansässige NGO China Labor Watch aufmerksam und verbreitet ein schockierendes dreisekündiges Video, das den Selbstmord eines Foxconn-Mitarbeiters zeigen soll. Die Verhältnisse in den Fabriken sind bekanntermaßen jämmerlich. Die Angst vor dem Coronavirus verschärft die Situation weiter.


Konditionen bei Foxconn noch schlechter als zuvor

Während in der internationalen Presselandschaft zahlreiche Berichte über die Verzögerungen der Produktion des neuen iPhone 12 zu sehen sind, spielen sich in den Werken des weltgrößten Herstellers von Auftragselektronik menschenunwürdige Szenen ab. Nicht alle Angestellten halten dem riesigen Druck stand: Am 2. März sprang nach Angaben von China Labor Watch kurz nach 18 Uhr ein Arbeiter aus dem 11. Stock eines Arbeiterwohnheims in Zhengzhou. Einige Kollegen sagten, er habe sich mit dem Coronavirus infiziert. Eine Bestätigung dessen erhielt die NGO seitens Foxconns allerdings noch nicht.

Maulkorb für Kollegen

China Labor Watch LogoDer Betreiber der Fabrik habe, so heißt es weiter, den Beschäftigten verboten, über den Vorfall zu sprechen. Darüber hinaus sagt China Labor Watch, die Angestellten sehen sich in der Fabrik „einem großen Druck ausgesetzt“. Man müsse um jeden Preis die Aufträge ausführen – auch auf Kosten der eigenen Gesundheit. Von Arbeitszeiten bis zu elf Stunden täglich ist die Rede. Die Fabrik hat Probleme, genügend Arbeiter zu rekrutieren. Bei einigen Arbeitsschritten müssen die Beschäftigten sogar einen Meter Abstand voneinander halten.

Coronavirus hinterlässt Spuren

Foxconn hatte die im Januar begonnen chinesischen Neujahrsferien wegen den Folgen des Coronavirus verlängert. In den vergangenen Wochen hatte der Hersteller aber dann die Fertigung wieder fortgesetzt. Jedoch sorgten logistische Probleme und eine zu geringe Anzahl an Arbeitern in den Werken dafür, dass die Produktionskapazität deutlich hinter den Vorgaben zurückblieb. Das taiwanesische Maklerunternhemen KGI geht derweil laut der Nachrichtenagentur Reuters davon aus, dass die Einnahmen in diesem Quartal im Vergleich zum vorherigen um 46% einbrechen könnten.

Video nur per Download verfügbar

Da das kurze Selbstmord-Video gegen die Nutzungsbedingungen so gut wie aller Video-Plattformen verstoßen dürfte, kann man es sich nur als Datei herunterladen, um es sich anzusehen. Im Handyvideo sind keine gewaltverherrlichenden Szenen zu sehen. Die Aufnahmen sollen dazu dienen, uns einmal mehr in Erinnerung zu rufen, unter welch menschenunwürdigen Umständen die Geräte in China hergestellt werden. Wer sich für weitere Details interessiert: die Webseite von China Labor Watch strotzt nur so vor Horror-Storys.

Tarnkappe.info

 

Quelle Beitragsbild: qq37909485, thx! (Pixabay-Lizenz)