Razzia richtete sich auch gegen Lesen.to

Article by · 15. Dezember 2014 ·

Laut Pressemitteilung der Medienkanzlei Waldorf Frommer richtete sich die bundesweite Razzia vom 9.12. auch gegen Verantwortliche des illegalen Warez-Blogs Lesen.to und nicht nur gegen das Forum Ebookspender.me oder das Blog Spiegelbest.me. Der dickste Fisch ging den Ermittlern nicht an den Haken.

Im Auftrag diverser Verlage wurden von der Kanzlei Waldorf Frommer vor mehreren Wochen diverse Strafanzeigen gegen mutmaßliche Mittäter illegaler Angebote im Internet gestellt. Auf richterlichen Beschluss vom AG München fanden am 9.12.2014 bundesweit an 35 Standorten Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen bei den mutmaßlichen Verantwortlichen diverser illegaler E-Book-Portale statt. Neben ebookspender.me und dem Blog spiegelbest.me sollte die Aktion auch Lesen.to betreffen. Lesen.to ist aber weiterhin online. Auch berichteten durchsuchte Personen, dass sie unter anderem nach dem Pseudonym Sumselbär befragt wurden. Dies ist einer der wenigen in der Öffentlichkeit auftretenden Personen, die für diesen Warez-Blog verantwortlich ist. Die konzertierte Aktion letzte Woche erfolgte unter größter Geheimhaltung und intensiver Vorarbeit der Ermittler der Kanzlei Waldorf Frommer und dem in Jena ansässigen Andreas Kaspar von CounterFights.

Geschäftsführer Björn Frommer freut sich, dass die maßgeblich Verantwortlichen “erfasst wurden“. Allerdings ist Lesen.to weiterhin online, auch Spiegelbest ist noch immer auf freiem Fuß. Zumindest hat er sich regelmäßig in den Kommentaren gemeldet und bei uns neue Beiträge veröffentlicht. Von daher ist der Grund der Freude von Herrn Frommer schwer nachvollziehbar. Ebookspender.me hatte maximal 45.000 Seitenzugriffe monatlich und war ein vergleichsweise kleiner Vertreter. Das Blog Spiegelbest.me kam am Schluss sogar nur auf 6.000 Seitenzugriffe pro Monat. Von einem nachhaltigen Erfolg kann man hier eigentlich nicht sprechen, zumal Lesen.to im November über 1.6 Millionen Zugriffe monatlich vorweisen kann.

Die GVU gab auf der eigenen Webseite bekannt, dass sie im Prinzip nichts bekannt zu geben hat. So liest sich zumindest die aktuelle Pressemitteilung. Man gehe ebenfalls seit 2013 gegen die Verantwortlichen solcher illegalen Online-Angebote vor. Zum Verfahren könne man aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst nichts weiter kommentieren oder darüber informieren. Christian Stöcker von Spiegel Online wird nicht der einzige Journalist gewesen sein, der die GVU kontaktiert hat. Offenbar haben die Telefone dort nicht mehr aufgehört zu klingeln. Die Mitteilung liest sich so, als wenn man damit weitere Anfragen vermeiden möchte.

Bildquelle: Alex Holzknecht(CC BY 2.0).

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