PS4: Rätselraten um geknackte Firmware

Seit einiger Zeit ist unklar, wie es zum illegalen Release des PS4 Spiels „Horizon Zero Dawn“ kommen konnte, zumal dieses noch recht neue Spiel eine viel zu moderne und somit umgeknackte Firmware der Playstation 4 benötigt. Fakt ist: Das im März 2017 veröffentlichte Action-Rollenspiel von Guerrilla Games läuft tadellos als Schwarzkopie, das dürfte sie aber eigentlich nicht.

Zwar ist es möglich Schwarzkopien von Playstation 4 Spielen auszuführen. Das setzt allerdings voraus, dass diese auf der vergleichsweise alten Firmware 4.05 oder darunter funktionieren. Um den Inhalt der PS4 Games zu erhalten, müssen sie auf der alten Firmware laufen. Die aktuellen Betriebssystemversionen sind gegen das Auslesen der Daten besser geschützt. Und selbst wenn man über eine Sicherheitslücke Zugang erhalten würde: In den neuen Firmware-Versionen sind neue Funktionen enthalten. Somit sind moderne Spiele mit der alten Firmware schlichtweg nicht lauffähig. Zwar kann man versuchen die Voraussetzungen für das Ausführen des Spieles künstlich auf eine alte Firmware-Version herabzusetzen. Aber sobald im Spiel für die alte Firmware unbekannte Kommandos ausgeführt werden sollen, war es das.

Im Mai letzten Jahres wurde von der Release Group The Console Division (TCD) das Spiel „Horizon Zero Dawn“ vom Publisher Sony Interactive Entertainment veröffentlicht. Das PS4 Spiel von Guerrilla Games umfasst satte 46,18 GB an Daten. Keine Kleinigkeit, wenn man den Inhalt der Bluray mit DSL 2000 herunterladen will. Der Release hat für Verwirrung gesorgt, denn obwohl das Game die Firmware 4.07 benötigt, wurde sie von einer PS4 mit V 4.05 transferiert. Zwar gibt es die ersten Exploits für 5er Versionen des Betriebssystems, die sind aber nicht öffentlich. Und bis auf ein paar Gerüchte und Screenshots hat man als Beweis davon noch nicht zu Gesicht bekommen. Von daher ist fraglich, wie dieses Spiel illegal in Umlauf gebracht werden konnte.

TCD The console division nfoDie Kollegen von Wololo schätzen, es könne an regional unterschiedlichen Bedürfnissen der Games liegen. Möglicherweise wurde das Spiel erstmals in Russland ausgelesen, wo die Voraussetzungen weniger drakonisch als im westlichen Europa sind. Doch beim Rätselraten ist es auch bei Wololo geblieben. Genaueres weiß niemand.

Zwar gelang es vor drei Monaten dem Entwickler Specter den Kernel 4.04 der PS4 zu knacken. Leider kann man den Kopierschutz von Sony damit aber noch nicht umgehen. Zwar glaubten viele Gamer, es dauere damals nicht mehr lange, bis sie sich die Kosten für den Ankauf der Spiele sparen könnten. Doch bis auf die Nachricht mit dem geknackten Kernel kurz nach Weihnachten ist nicht mehr viel passiert. Auf Twitter kündigte Specter an, die Arbeit an einer zuverlässigen Umgehung des Kopierschutzes würde einige Monate in Anspruch nehmen. Es kann also noch etwas dauern, bis wir von dieser Seite etwas Neues hören. Mindestens bis dahin rätseln die Experten hüben wie drüben weiter, wie der illegale Release von „Horizon Zero Dawn“ gelingen konnte.

Quelle Beitragsbild: Nymburský bei Pexels, thx! (CC0 1.0)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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2 Kommentare

  1. SomeDude sagt:

    Warum glaubst du Specter ist Ilfak Guilfanov? Das sollte mich sehr wundern und du bist der Erste und Einzige der das behauptet.

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