Sony verlangt Firmware 14.10 für den Online-Zugang. Homebrew-Freiheit oder Online-Zocken – PS5-Nutzer stehen vor der Wahl.
Sony verlangt jetzt für den PSN-Zugang die aktuelle PS5-Firmware 14.10. Für die Homebrew-Szene verschärft sich damit das Dilemma. Wer auf älterer Firmware bleibt, um bekannte Exploits nutzen zu können, muss womöglich auf Online-Dienste verzichten. Ein Update hingegen kann die bestehenden Möglichkeiten für einen Jailbreak zunichtemachen.
Sony koppelt den PSN-Zugang an Firmware 14.10
Notebookcheck berichtet aktuell, dass Konsolen mit Firmware 14.00 keine Verbindung mehr zum PlayStation Network (PSN) herstellen können. Sony verlangt dafür die Installation der Version 14.10. Auch im Reddit-Forum r/ps5homebrew schildert ein User das Problem. Der Nutzer u/NotSirAlonne1999 machte am 14. Oktober darauf aufmerksam, dass sich eine PlayStation 5 mit Firmware 14.00 nicht mehr mit dem PlayStation Network verbinden könne. Seinen Beitrag überschrieb er mit „Software version 14.00 can no longer connect to PSN“. Der Beitrag zeigt eine Systemmeldung, die zum Update auffordert, damit die Netzwerkfunktionen wieder zur Verfügung stehen. Demnach müsse die Konsole offline bleiben, solange das Update auf Version 14.10 aussteht.

Wer besser offline bleibt, kann den PlayStation Store nicht mehr regulär nutzen. Zudem gibt es Einschränkungen bei den Cloud-Spielständen sowie der Überprüfung digitaler Lizenzen. Je nach Spiel und Lizenzsituation kann das auch den Zugriff auf bereits gekaufte Inhalte erschweren.
PS5-Jailbreak: Alte Firmware, neue Chancen
Ende September wurde der PS5-Jailbreak Relapse öffentlich bekannt. Die Angriffskette kombiniert eine Schwachstelle im WebKit-Browser mit einer weiteren Lücke im Kernel. Sie ermöglicht auf unterstützten Konsolen weitreichende Zugriffe auf geschützte Speicherbereiche des Kernels. Als betroffen gelten Firmware-Versionen von 7.00 bis einschließlich 13.60. Neuere Versionen wie 14.00 bleiben außen vor.
Solche Sicherheitslücken sind für Entwickler in der Homebrew-Szene dazu geeignet, um eigene Anwendungen auf der Konsole auszuführen. Zugleich können sie missbraucht werden zum Ausführen nicht autorisierter Software oder zum Starten von Spielkopien. Ein praktisches Beispiel dafür lieferte erst jüngst der inoffizielle Spiele-Store Overdrive.
Mitte Oktober legten Entwickler mit Byepervisor Reborn, einem Hypervisor-Bypass, nach. Der Hypervisor-Exploit nutzt eine Schwachstelle beim Aufwachen der Konsole aus dem Ruhemodus aus. Dies ermöglicht Zugriffe auf geschützte Speicherbereiche der Hypervisor-Ebene. Wie aus der Projektdokumentation auf GitHub ersichtlich ist, werden derzeit die Firmware-Versionen 13.60 und 13.20 vollständig unterstützt. Eine Konfiguration für Version 13.00 gilt noch als ungetestet.
Obwohl die zugrunde liegende Schwachstelle theoretisch auch ältere Firmware-Versionen betreffen könnte, ist ihre Nutzbarkeit bisher nicht für alle Versionen nachgewiesen. Die Entwickler betonen zudem, dass Byepervisor Reborn in vorhandener Form besonders für weitere Entwicklungsarbeit gedacht ist. Sie stellt damit noch keinen fertigen Jailbreak für normale User dar.
Update oder Jailbreak: Die unbequeme Wahl
Für Besitzer einer PS5, die sich mit einer älteren Firmware Möglichkeiten für künftige Modifikationen offenhalten wollen, kann der Zugang zum PlayStation Network wegfallen, wenn Sony die Verbindung mit der installierten Firmware nicht mehr zulässt. Wer hingegen auf die Version 14.10 updatet, erhält den Zugang zum PSN zurück, riskiert aber, dass sich damit bisher nutzbare Sicherheitslücken schließen. Einmal aktualisiert, gibt es normalerweise kein Zurück. Sony bietet keine offizielle Möglichkeit, eine ältere PS5-Firmware wiederherzustellen. Ein regulärer Downgrade steht damit nicht als Ausweichoption zur Verfügung.
Wessen PS5 wegen eines Jailbreaks weiterhin auf älterer Firmware basiert, muss zudem bei Spiele-Updates genauer hinsehen. Verlangt ein Patch eine neuere Systemsoftware, lässt er sich möglicherweise nicht installieren, solange die PS5 auf dem bisherigen Stand bleibt. Infolge könnten, selbst wenn ein Spiel grundsätzlich läuft, Fehlerkorrekturen, neue Inhalte oder andere Verbesserungen fehlen. Welche Einschränkungen tatsächlich auftreten, hängt vom jeweiligen Titel und Update ab.
In der Homebrew-Szene berichten Nutzer von Schwierigkeiten, Patches mit bestimmten Spielversionen zusammenzubringen. Ein konkretes Beispiel dafür liefert eine Diskussion im Subreddit r/ps5homebrew. Dort berichtete ein User, dass er ein bereits aus dem PlayStation Network heruntergeladenes Update für ein PS4-Spiel aus dem Jahr 2014 nicht installieren konnte. Dafür war Firmware 14.00 erforderlich. Seine PS5 lief zu diesem Zeitpunkt mit Version 13.42. Der Fall zeigt, dass die Einschränkungen auch ältere Spiele betreffen können, wenn deren Updates eine neuere Systemsoftware voraussetzen.
Von vielen Gamern bereits herbeigesehnt wird der kommende Blockbuster Grand Theft Auto VI. Laut dem Dataminer PlayStation Game Size soll Rockstars Open-World-Spiel auf der PS5 mindestens Firmware 14.10 voraussetzen. Sollte sich dies zur Veröffentlichung bestätigen, müssten Besitzer einer PS5 mit einer für den Relapse-Jailbreak geeigneten Firmware vorerst auf GTA VI verzichten.
PS5-Jailbreak: Das Katz-und-Maus-Spiel geht weiter
Für manche Spieler gehören Online-Multiplayer, digitale Käufe und Cloud-Spielstände oder die Chat-Nutzung zum Alltag. Andere wiederum nehmen Einschränkungen bewusst in Kauf, um Homebrew-Anwendungen auszuprobieren oder die Entwicklung neuer Exploits abzuwarten. Die Entscheidung, ob man sich für oder gegen das Update entscheidet, lässt sich deshalb auch nicht ausschließlich auf die technische Ebene beschränken. Sie hängt auch davon ab, welchen Stellenwert Online-Dienste und aktuelle Spiele für den jeweiligen Besitzer haben.
Ob Sony mit dem neuesten Update gezielt die jüngsten Exploits ausbremsen will, ist natürlich offiziell nicht bestätigt. Der Effekt für betroffene Nutzer ist dennoch spürbar. Indessen wird die Homebrew-Szene weiter nach neuen Schwachstellen suchen. Andererseits wird Sony bekannte Lücken schließen. Das bekannte Katz-und-Maus-Spiel geht damit stets in die jeweils nächste Runde.














