Phishing: Millionen-Betrug übers Internet

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Phishing per Computer hat sich in den letzten Jahren zu einer lohnenden Geschäftsidee und Geldeinnahmequelle für Betrüger entwickelt. E-Mails auf schlechtem Englisch versprechen viel Geld – und trotz fadenscheiniger Lügenmärchen erbeuten die Gangster mit der Gutgläubigkeit der Menschen satte Gewinne. Naivität und Geldgier machen den Dieben das Handwerk sehr leicht. Häufig stecken Nigerianer dahinter, sie profitieren vom schlechten Ruf ihres Landes.

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Wer hat sie nicht schon einmal bekommen – E-Mails, meist in schlechtem Englisch oder Deutsch verfasst, die viel Geld versprechen – sehr viel Geld, das nach einem neuen Besitzer sucht. Oft braucht der neue Kontakt nur das Bankkonto des Angeschriebenen, um dort angeblich einen Geldbetrag zu deponieren – und garantiert, für diesen Gefallen großzügig zu zahlen, wie es in der Mail heißt. Stattdessen wird der Betrüger wenig später das ihm offerierte Bankkonto plündern oder im Voraus Gebühren für seine vermeintliche Einzahlung geltend machen, die dann aber nie erfolgt.


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Genau eines solchen, sehr einfach erkennbaren Online-Tricks, bediente sich ein 40-jähriger Nigerianer und erleichterte so Hunderte von Menschen weltweit um Millionen von Dollar. Der als „Mike“ bekannte Mann wurde erst vor kurzem (am 01.08.2016) zusammen mit einem Komplizen in der nigerianischen Stadt Port Harcourt von Interpol verhaftet. Der 40-jährige wird verdächtigt, Kopf einer internationalen Betrügerbande zu sein. Vermutlich steckt er hinter Betrügereien, die sich inzwischen auf 60 Millionen Dollar (umgerechnet 54 Millionen Euro) summieren. In einem Fall hat ein besonders leichtgläubiges Opfer ihm angeblich sogar 15,4 Millionen Dollar überwiesen.

Wie es aussieht, wurde der Nigerianer auf seinem Beutezug durch ein Netz von mindestens 40 Komplizen unterstützt, die in Nigeria aber auch in Malaysia und Südafrika aktiv sind. Für ihren Betrug nutzte die Gruppe offenbar gehackte E-Mail-Konten kleinerer und mittlerer Unternehmen in den USA, Kanada, Australien, Indien und Rumänien. Helfer in Europa, den USA und China stellten ihrerseits Bankdaten zur Verfügung, damit das erschwindelte Geld später rasch gewaschen werden konnte. Die beiden Festnahmen in der nigerianischen Metropole Port Harcourt seien ein wichtiger Schlag gegen die im Land weit verbreitete Betrüger-Szene, so Interpol.

Wie „Foreign Policy“ berichtet, sind die Männer vorerst allerdings auf Kaution wieder freigelassen worden. Wer also bald ein Hilfegesuch eines vorgeblichen nigerianischen Adligen im Postfach hat, der seine Verfolgung durch Interpol beklagt, sollte jetzt erst recht gewarnt sein.

Fazit:

Per Computer und Internet gehen auch in Afrika Täter auf Beutefang. Gerade ihre Dreistigkeit, mit der sie den Betrug einfädeln, garantiert ihnen, dass auch wirklich nur die Leichtgläubigsten ins Netz gehen. Schon leise Zweifler werden für gewöhnlich wegen der überdeutlich betrügerischen Absichten umgehend abgeschreckt. Und obwohl Nigeria seit Jahrzehnten als Quelle solcher dummdreister Betrügereien weltweit bekannt ist, dazu immer wieder vor der Praxis gewarnt wird, versuchen viele der Ganoven erst gar nicht, ihre Herkunft zu verschleiern.

Erstaunlicherweise profitieren die Betrüger dabei ausgerechnet von der schlechten Reputation Nigerias, das seit Jahren zu den korruptesten Ländern der Welt zählt. Gerade weil der Ölstaat weltweit einen so schlechten Ruf hat, glauben viele Betrugsopfer zunächst tatsächlich die ihnen aufgetischten Märchen von korrupten Anwälten, die angeblich Geld einbehalten haben, plötzlichen Todesfällen oder unerwartet aufgetauchten hohen Geldsummen.

Um ihnen die Arbeit zu erschweren, könnte es von Nutzen sein, sich zunächst als potentieller Interessent auszugeben, um am Ende abzuspringen. Dies würde sowohl die Kosten für die Betrüger erhöhen und zugleich ihr Geschäftsmodell untergraben. Wer also etwas Zeit hat, sich als naiver Interessent zu verstellen und die Kriminellen hinzuhalten, könnte auf diese Weise dafür sorgen, dass ihre „Masche“ nicht aufgeht und ihr Einsatz sich so als nutzlos erweist.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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2 Kommentare

  1. Martin sagt:

    Ich möchte doch auf dieses Satire Video hinweisen.

    https://www.youtube.com/watch?v=_QdPW8JrYzQ

    Viel Spaß!

  2. EiTeeXperte sagt:

    Früher kammen die Dinger noch mit der Briefpost. Vor ca. 25 Jahren. Schon damals gab es immer wieder Leute die darauf eingestiegen sind. Die Zielgruppe waren vor allem Gewerbetreibende.
    Das sind sozusagen Traditionsunternehmen in Nigeria :-).
    Zu der Zeit gab es noch die nette Sendung Nepper Schlepper Bauernfänger und das Thema wurde mehrmals behandelt. Offenkundig wächst jedes Jahr eine neue Generation von Dummköpfen heran.

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