Panama Papers: Rohdaten stehen nun offen im Netz

Zahlreiche Datensätze aus den "Panama Papers" stehen in einem durchsuchbaren Datenbank-Format im Internet und können frei genutzt werden.

Panama Papers
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Die „Panama Papers“ machen Schlagzeilen, weil sie Korruption im großen Umfang dokumentieren. Nun stehen große Mengen an Rohdaten aus dem Aufsehen erregenden Leak im Netz.

Panama Papers: Großteil der Datensätze online

In den „Panama Papers“ werden krumme Geschäfte über Briefkasten-Firmen in Steueroasen dokumentiert. Auch viele Prominente sind dort verewigt. In Island brachten die Informationen den Ministerpräsidenten zu Fall, auch der britische Regierungschef David Cameron kam in Erklärungsnot, weil er bis zum Amtsantritt offshore investiert hatte. Auch zahlreiche deutsche Banken tauchen in den „Panama Papers“ auf. Die Veröffentlichung rief die Steuerbehörden in zahlreichen Ländern auf den Plan.

Der Leak traf die in Panama ansässige Anwaltskanzlei „Mossack Fonseca“, die sich sehr viel mit solchen Geschäften befasst. Insgesamt umfasst der Leak etwa 11,5 Millionen Datensätze.

Seit dem gestrigen Montag steht ein Großteil dieser Datensätze im Internet. Das teilte das internationale Journalistenkonsortium ICIJ mit. Das online gestellte Datenpaket aus den Panama Papers beinhalte die Namen von mehr als 200.000 Personen oder Unternehmen, die sich hinter den Offshore-Firmen verbergen.


Transparenz und Crowdsourcing

ICIJ-Chef Gerard Ryle begründete die Veröffentlichung mit dem Gebot der Transparenz. Zudem erhoffe er sich auch weitere Enthüllungen mit Hilfe der Zivilgesellschaft, der der gewaltige Datensatz nun zur Verfügung stehe, wie er der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Panama Papers als durchsuchbare Datenbank

Die Einträge sind in einem durchsuchbaren Datenbank-Format im Netz. Die Suche in der Datenbank ist mit Personen- oder Unternehmensnamen möglich, die jeweiligen Querverbindungen werden angezeigt. Dies lässt aber oft nicht auf die Identität der tatsächlich hinter den Briefkastenfirmen Stehenden schließen. Dafür ist zusätzliche Recherche erforderlich – und doch können die nun online gestellten Datensätze für investigative Journalisten und sonstige Interessierte die reinste Goldgrube sein.

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